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Fließgewässer

©Chovanec Andreas

Ordnungskriterien für die Gewässervielfalt

Die Wissenschaft begegnet der Vielfalt der Natur mit ordnendem Sinn, da der Mensch auf diese Weise komplexe Zusammenhänge und Wirkungsgefüge am Besten erkennen und deuten kann.

Auf Grundlage gewässertypologischer Arbeiten kann die große Vielfalt an Gewässern mit Hilfe von Merkmalen geordnet werden, wodurch modernes interdisziplinäres Handeln erleichtert wird:

  • Gewässer können nachvollziehbar nach eindeutigen Kriterien in einem hierarchischen System gegliedert werden.
  • Bisher nicht untersuchte Gewässer können anhand prägender Kriterien charakterisiert werden.
  • Unterschiede und Gemeinsamkeiten verschiedener Gewässer können beschrieben werden.
  • Informationen zu Gewässern können in prägnanter Form gegeben werden.
  • Gewässertypologische Arbeiten stellen eine zentrale Grundlage für die Festlegung von natürlichen bzw. naturnahen Referenzzuständen ("Leitbilder") dar und somit für die Bewertung der ökologischen Funktionsfähigkeit bzw. des ökologischen Zustandes von Gewässern.
  • Es können gewässertypspezifisch abgestimmte Qualitätsziele gesetzt werden.
  • Es ist möglich, ein aus gewässertypologischer Sicht abgestimmtes Messstellennetz einzurichten.

EU-Wasserrahmenrichtlinie und Gewässertypisierung

In der EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL; 2000/60/EG) ist die Feststellung möglicher Abweichungen des aktuellen ökologischen Gewässerzustandes von einem gewässertypspezifischen Referenzzustand Kern des Bewertungsprozesses. Die Erarbeitung einer umfassenden Gewässertypologie stellt daher eine wesentliche Grundlage für den Bewertungsvorgang dar. Gemäß WRRL hat die abiotische Typisierung von Oberflächengewässern auf Faktoren wie z.B. Ökoregion (Illies 1978), Höhenlage, Größe des Einzugsgebietes und Geologie zu erfolgen. 

 


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