APOPSBAL

Untersuchungen von persistenten organischen Schadstoffen (PCB; PCDD/F; OCP) in der Atmosphäre und den aquatischen Ökosystemen durch Abfälle von Kriegshandlungen im früheren Jugoslawien

(5. EU-Forschungsprogramm)

Ausgangssituation

Während der Balkan-Kriege (1991-1999) wurden durch die Bombardierung und das Abbrennen industrieller und militärischer Ziele in der vormaligen Republik Jugoslawien hochgiftige, persistente organische Verunreinigungen (POPs) insbesondere polychlorierte Biphenyle (PCBs) in Wasser, Boden und Luft freigesetzt. Die unbewusste Aufnahme dieser hochgiftigen Substanzen durch die Bevölkerung, wenn auch nur in sehr begrenzten Bereichen, durch Fischgenuss, Trinkwasser bzw. durch die Luft und Staub könnte zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen.

Untersuchungen

Ziel des Projektes war es, möglichst viele "hot spots" in den ökologisch empfindlichen Karstgebieten zu identifizieren und die Schadstoffverteilung in Untergrund und Atmosphäre bzw. die Aufnahme in Tier und Mensch sowie die Sanierungsmöglichkeiten zu studieren.

MitarbeiterInnen des Umweltbundesamt untersuchten über drei Jahre (2003-2005) in Kooperation mit Wissenschafterinnen und Wissenschaftern aus Kroatien, Serbien-Montenegro, Bosnien-Herzegowina, Slowenien, Tschechische Republik und Griechenland besonders hohe PCB-Belastungen um bombardierte Elektro-Transformator-Stationen und in den Sedimenten des Hafenbeckens von Zadar (Dalmatien).

Ergebnisse

Die Verteilung der extremen (bis zu 230 mg/kg) PCB-Konzentrationen im Boden um die Trafo-Station nimmt in nur wenigen Metern auf Hintergrundwerte ab. Tiefenprofile des Bodens zeigen jedoch, dass ein Teil der Belastung auch in das darunter liegende Karstwasser eingedrungen sein könnte. Der nicht weit davon liegende Küstenabschnitt zeigt jedoch keine Belastung.

 

Während die Sedimente an den Küsten in der Umgebung von Zadar keine Belastungen zeigen, treten nicht unerhebliche PCB-Belastungen (bis zu 3 mg/kg) in den feinkörnigen und an organischem Material reichen Hafensedimenten auf, die von Schiffanstrichen oder von nahe liegenden Industriegebieten stammen können. Korngrößenanalysen zeigen, dass PCB nicht nur an die feine organische Substanz sondern auch an die gröberen Karbonatteilchen gebunden ist.

 

Die von kroatischen und tschechischen Forscherinnen und Forschern untersuchte Atmosphäre und Fische zeigten keine Belastung. Diese konnte nur im Hafenbecken nachgewiesen werden.

 

Eine detaillierte Darstellung findet sich auf der Projekthomepage.