Mechanische Abfallbehandlung (MA) von gemischten Siedlungs- und Gewerbeabfällen in Österreich
In Österreich befanden sich gemäß Statuserhebung im Jahr 2007 insgesamt 24 Anlagenstandorte zur mechanischen Behandlung von gemischten Siedlungs- und Gewerbeabfällen mit einer Gesamtkapazität von bis zu 1,2 Millionen Tonnen in Betrieb.
Durch mechanische Behandlungsschritte wie Zerkleinerung, Siebung, Sichtung und Sortierung werden in den Anlagen u. a. gemischte Siedlungs- und Gewerbeabfälle, Sperrmüll und Verpackungsabfälle für eine weitere externe Behandlung konditioniert.
Heizwertarme Fraktionen werden in der Regel zur weiteren biologischen Behandlung in mechanisch-biologischen Abfallbehandlungsanlagen (MBA-Anlagen) zur Beseitigung verbracht. Abgetrennte heizwertreiche Fraktionen werden in der Regel zur nachfolgenden thermischen Behandlung in Müllverbrennungsanlagen (MVA) oder industriellen Mitverbrennungsanlagen verbracht.
Anlagenstandorte und -kapazitäten in Österreich (in Tonnen pro Jahr) [3]
| Standort | Bundesland | Input 2007 [1] | Kap. 2007 [2] |
| Attnang-Redlham | Oberösterreich | GS, GG, SM | 73.000 |
| Bruck/Mur | Steiermark | GG, SM | 20.000 |
| Graz | Steiermark | GS, GG, SM | 78.000 |
| Dietach | Oberösterreich | GS, GG, SM | 10.000 |
| Fisching | Steiermark | GS, GG, SM | 35.000 |
| Gerling | Oberösterreich | GS, GG, SM, VA | 15.000 |
| Hartberg | Steiermark | GS, GG, SM, VA | 10.000 |
| Inzersdorf | Oberösterreich | GS, GG, SM | 10.000 |
| Königswiesen | Vorarlberg | GG | 37.500 |
| Kuchl | Salzburg | GG, VA | 24.000 |
| Neumarkt | Salzburg | GS, GG, VA | 50.000 |
| Peggau | Steiermark | GS, GG, SM | 15.000 |
| Pinsdorf | Oberösterreich | GS, GG, SM, VA | 18.000 |
| St. Johann/Pongau | Salzburg | GS, GG, SM, VA | 50.000 |
| St. Margarethen | Steiermark | GS, GG, SM, VA | 52.000 |
| St. Michael | Steiermark | GS, GG, SM, VA | 65.000 |
| St. Pantaleon | Oberösterreich | GG | 30.000 |
| Steinbach/Steyr | Oberösterreich | GG, SM | 10.000 |
| Wels | Oberösterreich | GG, SM | 220.000 |
| Wien, 11. Bezirk | Wien | GG | 17.500 |
| Wien, 22. Bezirk | Wien | GS, GG, SM, VA | 250.000 |
| Wien, 23. Bezirk | Wien | GG, SM, VA | 50.000 |
| Wiener Neustadt | Niederösterreich | GG | 34.000 |
[1] GS...Gemischte Siedlungsabfälle, GG...Gemischte Gewerbeabfälle,
SM...Sperrmüll, VA...Getrennt gesammelte Verpackungsabfälle.
[2] Kapazitäten nach derzeitiger Betriebsweise oder Ausbaustufe.
[3] Eine der insgesamt 24 Anlagen wurde bis März 2007 betrieben und
befindet sich nicht in der dargestellten Liste.
Anlageninput
Wesentlichen Input stellen gemischte Gewerbeabfälle, die unbehandelt oder bereits vorbehandelt eingebracht werden. Ein weiterer wichtiger Abfallinput sind gemischte Siedlungsabfälle, die vor allem über die kommunale Sammlung eingebracht werden. Weitere Abfallarten sind u. a. Sperrmüll, getrennt gesammelte Verpackungsabfälle, Altholz, Bauschutt sowie Rejekte aus der Papierindustrie.
Zielsetzungen der Anlagenbetreiber
Alle detailliert betrachteten Anlagen verfolgen die Zielsetzung der Herstellung von heizwertreichen Fraktionen oder Ersatzbrennstoffen zur weiteren externen thermischen Behandlung oder externen stofflichen Verwertung. Durch mechanische Aggregate zur Störstoffentfrachtung, Wertstoffabtrennung, Zerkleinerung und Siebung werden Fraktionen unterschiedlicher Qualitäten zur weiteren externen stofflichen Verwertung (z. B. Dachziegel aus Kunststoffen) oder externen thermischen Behandlung (Wirbelschichtfeuerung oder Rostfeuerung) bzw. Ersatzbrennstoff-Herstellung erzeugt.
Niederkalorische Fraktionen mit hohem biogenem Anteil (v. a. Teilströme aus gemischten Siedlungsabfällen) werden durch die mechanische Behandlung separiert und zur weiteren externen mechanisch-biologischen Behandlung ausgeschleust.
In einigen Anlagen werden getrennt gesammelte Verpackungsabfälle entsprechend den Spezifikationen der ARGEV für eine weitere externe stoffliche Verwertung sortiert.
Die Zielsetzung der Herstellung einer Deponiefraktion spielt insgesamt bei den betrachteten Anlagen eine untergeordnete Rolle.
Emissionssituation
Bei der mechanischen Abfallbehandlung stellt der Staub eine wesentliche Emission in die Umwelt dar. Der Großteil der Anlagen verwenden einen oder auch mehrere Staubfilter, die in der Regel als Schlauchfilter ausgeführt sind. Dem Staubfilter werden dabei die Abluftmengen, die im Zuge der Lagerung und der mechanischen Behandlung (v. a. Zerkleinerung und Siebung) erfasst werden, zugeführt. Der abgeschiedene Staub wird z. B. durch Druckluftimpulse aus dem Staubfilter abgeschieden und in der Regel der Fraktion zur weiteren MBA beigemengt oder extern entsorgt.
Entsprechend den Erhebungen der Anlagenbesuche fallen Abwässer im mechanischen Behandlungsprozess in der Regel nicht an. Oberflächenwässer aus Dachflächen werden im Allgemeinen entsprechend abgeleitet und ggf. einem Vorfluter zugeleitet. Oberflächenwässer von Fahrflächen und Lagerbereichen werden in der Regel (z. B. in Retentionsbecken) gesammelt und der Kanalisation zugeleitet.
Detailergebnisse der Statuserhebung können dem Endbericht (siehe Infobox) entnommen werden.
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