CKW Schadensfälle
Standorte von Betrieben, die in der Vergangenheit chlorierte Kohlenwasserstoffe (CKW) in größerem Umfang verwendet haben, stellen einen großen Anteil der sanierungsbedürftigen Altlasten dar.
Aufgrund der bisherigen Ergebnisse der Untersuchung und Sanierung von CKW-verunreinigten Betriebsstandorten ergibt sich, dass die CKW-Mengen, die aufgrund von Betriebsunfällen, technischen Gebrechen oder Manipulationsverlusten in den Untergrund versickerten je nach Standort stark variieren.
Die CKW-Mengen, die durch Sanierungsmaßnahmen bei Altlasten aus dem Untergrund oder dem Grundwasser wieder entfernt werden konnten, reichen von einigen Kilogramm bis zu mehr als 100 Tonnen. Es ist auch zu berücksichtigen, dass durch die Sanierungsmaßnahmen nur ein Teil der insgesamt in den Untergrund gelangten CKW-Menge wieder entfernt werden kann.
Durch die oft Jahrzehnte zurückliegenden Ursachen von CKW-Altlasten sind bereits große CKW-Mengen in das Grundwasser gelangt. CKW sind im Untergrund sehr mobil und können mit dem Grundwasser über lange Strecken transportiert werden (mehrere Kilometer). Bei ergiebigen Grundwasserkörpern kommt es auch zu starken Verdünnungseffekten. Die mit dem Grundwasser transportierten CKW-Mengen werden von den Sanierungsmaßnahmen üblicherweise nicht erfasst. In den meisten Fällen kann mit vertretbarem Aufwand nur mehr der Bereich der Schadensquelle saniert werden, wobei in Abhängigkeit des Rückhaltevermögens des Untergrundes CKW-Restbelastungen in unterschiedlichem Ausmaß im Sanierungsbereich verbleiben. Es ist davon auszugehen, dass ein Mehrfaches der bei Sanierungsmaßnahmen aus dem Untergrund und Grundwasser entfernten CKW-Mengen in den Untergrund versickert ist.
Reinigungs- und Lösungsmittel
CKW-Altlasten entstanden vor allem bei der Verwendung von CKW als Lösungs- und Reinigungsmittel. Die bisher festgestellten CKW-Altlasten sind vor allem Standorte der Metall bearbeitenden Industrie und chemische Reinigungsbetriebe (Putzereien). Eine große Anzahl von Betriebsstandorten, die CKW verwendeten, sind auch Kfz-Betriebe, wobei bisher keine größeren CKW-Verunreinigungen durch Kfz-Betriebe bekannt sind.
Ausgehend von der Abschätzung der insgesamt in Österreich existierenden altlastenrelevanten Industrie- und Gewerbestandorte ist anzunehmen, dass an ca. 50.000 Standorten CKW in nennenswerter Menge eingesetzt wurden. Aufgrund der bisherigen Erfahrungen ist davon auszugehen, dass insgesamt bei 90–95% der CKW-Standorte aus altlastentechnischer Sicht geringe CKW-Mengen in den Untergrund gelangt sind (einige Kilogramm). Bei weniger als 1% der Standorte wird derzeit angenommen, dass sehr große CKW-Mengen in den Untergrund gelangt sind (mehr als eine Tonne).
Ausgehend von der geschätzten Anzahl von 50.000 CKW-Standorten und der geschätzten CKW-Menge, die pro Standort in den Untergrund versickert ist (einige Kilogramm bis mehrere Tonnen), ergibt ein grobe Schätzung, dass bei allen CKW-Standorten insgesamt CKW in einer Größenordnung von 10.000 Tonnen in den Untergrund und das Grundwasser gelangt sein können.
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