Ursachen der Problematik

Die Altlastenproblematik ist eng mit der Entwicklung der modernen Industrie- und Konsumgesellschaft verknüpft, ebenso wie mit der Praxis der Abfallentsorgung in den letzten zwei bis drei Jahrzehnten und dem damit verbundenen, früher oft sorglosen Umgang mit Chemikalien und Produktionsmitteln in Industrie und Gewerbe.

Abfallentsorgung in "Deponien"

Die Ablagerung von Abfällen in Gruben oder auf Halden war lange Zeit die gängigste Entsorgungsmethode. Zumeist wurden keine Vorkehrungen zum Schutz der Umwelt getroffen. Dazu kommt, dass durch die zunehmende Technisierung der Produktion und die Mentalität der Wegwerfgesellschaft die Abfallmengen in den vergangenen Jahrzehnten drastisch anstiegen. Die Entwicklung bei der Herstellung chemischer Stoffe bewirkte, dass zusehends gefährlichere Abfälle anfielen. Immer häufiger dokumentieren sich die Auswirkungen dieser Entsorgungspraxis durch Feststellung von Verunreinigungen v.a. des Grundwassers.

Umgang mit umweltgefährdenden Stoffen

© Umweltbundesamt/Groeger

An Standorten des produzierenden Gewerbes wie chemischen, Metall oder Mineralöl verarbeitenden Betrieben sowie in Dienstleistungsbetrieben wie Putzereien oder Tankstellen werden teilweise in großen Mengen umwelt- respektive wassergefährdende Stoffe eingesetzt. Durch Handhabungsverluste, Gebrechen, Betriebsunfälle und die Ablagerung betrieblicher Abfälle am Betriebsgelände kann es leicht zu Boden- bzw. Grundwasserverunreinigungen kommen. Angesichts des breiten Einsatzes chemischer Stoffe ist kaum eine gewerbliche Branche zu nennen, wo im Zuge des Betriebes die Möglichkeit von Umweltauswirkungen auszuschließen ist.

Kriegsschäden

Einen Sonderfall stellen Kriegsfolgeschäden dar, wie z.B. die Zerstörung von Tanklagern, die ebenfalls Ursache für Verunreinigungen des Untergrundes sein können.

 

Die Änderung des Umweltbewusstseins, neue Erkenntnisse über das Verhalten von Schadstoffen in der Umwelt und Entwicklungen auf dem Gebiet der Messtechnik sind zusätzliche Faktoren, die in den letzten Jahren zum Erkennen der Altlastenproblematik beigetragen haben.