ALTLAST N21: VOEST-Schredderanlage Laxenburg
| Bezirk: Gemeinde: Katastralgemeinde: Grundstücksnummern: | Mödling Laxenburg Laxenburg 455/3 | Art der Altlast: | Altstandort | Branche: | Schrottplatz | Betriebsgröße: | 25.000 m² | Betriebszeitraum: | seit 1978 | Schadstoffe: | KW, erhöhte Mineralisierung |
Gefährdete Schutzgüter: | Grundwasser | Prioritätenklasse: | 3 | Datum der Altlastausweisung: | 15.6.1993 | Datum der Prioritätenklassifizierung: | 26.7.1993 | Art der Sanierungsmaßnahmen: | Mikrobiologie on-site | Datum des Eintrages als saniert: | 15.3.2010 | letzte Aktualisierung im Altlastenatlas: | 20.5.1994 |
Beschreibung der Altlast
Übersichtskarte
Die Schredderanlage befindet sich unmittelbar westlich der Südautobahn etwa 2 km südwestlich von Laxenburg. Der Betrieb besteht seit 1978.
Es werden die metallischen Anteile von Altautos wiedergewonnen. Die Autowracks werden per LKW oder Bahn angeliefert. Nach der Trockenlegung (Ablassen von Flüssigkeiten – Motoröl etc.) erfolgt die Zwischenlagerung zum Teil auf unbefestigten Flächen. In weiterer Folge werden die Autowracks durch die Schredderanlage zerkleinert. In einer nachgeschalteten Sortieranlage wird der Schrott in verschiedene Fraktionen (Eisen, Nichteisen-Metalle, Leichtfraktion etc.) getrennt. Die verschiedenen Fraktionen werden bis zum Abtransport wieder zwischengelagert. Die Lager- und Manipulationsflächen des Betriebes sind großteils unbefestigt und nicht niederschlagsgeschützt.
Der Altstandort befindet sich am westlichen Rand des Wiener Beckens. Das Gelände am Standort ist eben. Im unmittelbaren Betriebsbereich (GOK ca. 180 m ü.A.) wurde eine etwa 0,5 bis 1,5 m hohe Anschüttung (sandig, kiesiges Material) aufgebracht. Unter der künstlichen Anschüttung folgen eine 1,5 bis 3 m mächtige Aulehmschicht, eine 1 bis 2 m mächtige quartäre Kiesschicht und tertiäre Feinsandschichten mit einer Mächtigkeit zwischen 5 und 13 m. In einer Tiefe von rund 11 bis 17 m (169 bis 163 m ü.A.) unter dem natürlichen Gelände befinden sich tertiäre Tone.
Die quartären Kiesschichten sind grundwasserführend und bestehen aus schluffigen Kiesen mit wechselnden Sandgehalten. Der Durchlässigkeitsbeiwert dieser Schicht schwankt zwischen 2*10-4 und 1*10-4 m/s. Die Unterkante der Kiesschicht zeigt eine stärkere Reliefierung, die auf das Bestehen bevorzugter Wasserwegigkeiten entlang von Rinnen hinweist. Die Feinsandschichten haben wechselnde Schluff- und Tongehalte und sind generell grundwasserführend (Durchlässigkeitsbeiwert 7*10-5 bis 9*10-6 m/s). Es sind jedoch immer wieder gering durchlässige Ton- und Schlufflagen mit Mächtigkeiten im dm-Bereich eingelagert. Teilweise kommt es damit zur Ausbildung eines zweiten wasserführenden Horizontes in einer Tiefe von 9 bis 11 m, der mit dem ersten Horizont kommuniziert.
Das Grundwasser am Altstandort und in der näheren Umgebung ist, da der wasserführende Kieshorizont von einer wenig durchlässigen Aulehmschicht überlagert wird, gespannt. Die Standrohrspiegelhöhen im Grundwasseranstrom am südlichen Ende des Betriebsgeländes befinden sich bei hohen Grundwasserständen auf etwa 179,2 m ü.A., bzw. bei niederen Grundwasserständen auf etwa 178,3 m ü.A. Die Grundwasserfließrichtung ist generell gegen Nordnordost gerichtet und schwankt im Bereich des Altstandortes kleinsträumig zwischen Nordwest und Nordost. Das Grundwassergefälle schwankt im Anstrom zwischen 2 und 4 Promille bzw. im Abstrom zwischen 0,4 und 0,7 Promille, sodaß Abstandsgeschwindigkeiten des Grundwassers zwischen 0,1 und 1 m/d gegeben sind. Aufgrund der vorhandenen hydrogeologischen Daten wird die Grundwasser-Durchsatzmenge unter dem Altstandort mit etwa 0,06 l/s geschätzt. Am nordwestlichen Eck des Betriebsstandortes fließt der Haidbach. In diesem Bereich ist eine Kommunikation des Grundwassers mit dem Vorfluter gegeben.
In der Umgebung des Altstandortes befinden sich landwirtschaftlich genutzte Flächen. Die nächsten Wohngebiete liegen in rund 1,8 km Entfernung. Im weiteren Grundwasserabstrom befinden sich Grundwasserentnahmen zu Bewässerungs- und Nutzwasserzwecken.
Gefährdungsabschätzung
In der Schredderanlage Laxenburg werden seit 1978 Autowracks zur Rückgewinnung metallischer Anteile verschrottet. Der Schrott wird in verschiedene Fraktionen getrennt. Im Zuge verschiedener Manipulationen (Trockenlegung der Wracks, Lagerung etc.) auf unbefestigten Flächen kam es zu Bodenverunreinigungen. Neben den Verunreinigungen durch Mineralöle ist es auch zu Versickerungen anderer Flüssigkeiten wie Batteriesäureresten und Kühlflüssigkeiten gekommen.
Bei den Untersuchungen konnten vor allem Mineralölverunreinigungen der obersten Bodenschichten (Aufschüttung und Aulehm) festgestellt werden. Die höchsten feststellbaren Kohlenwasserstoffgehalte zeigten Gesamtgehalte von 8.700 mg/kg bzw. von 119 mg/l wasserlösliche Kohlenwasserstoffe im Eluat. Aufgrund der Eluatuntersuchungen ergibt sich, daß die Bodenproben in einem größeren Bereich der Lagerungs- bzw. Manipulationsflächen relativ geringe Mineralölverunreinigungen zeigten bzw. aufgrund ihrer Kohlenwasserstoffgehalte den Eluatklassen IIa bzw. IIb zuzuordnen sind. Gleichzeitig sind in einzelnen Teilbereichen intensive Mineralölverunreinigungen (Eluatklasse IIIb u. IV) gegeben. Die Kontaminationen konnten im Aulehm bis in eine Tiefe von etwa 60 cm beobachtet werden. Eine Tiefenverlagerung bis in den quartären Grundwasserhorizont konnte bei den durchgeführten Sondierungen nicht festgestellt werden.
Die im Bereich der Schredderanlage entnommenen Grundwasserproben zeigen allgemein eine hohe Mineralisierung (Leitfähigkeit >1.000 µS/cm, Sulfatgehalte >400 mg/l etc.). Das Grundwasser hat bereits im Anstrom der Altlast aufgrund der erhöhten Sulfatgehalte (ca. 380 mg/l) keine Trinkwasserqualität (Grenzwert 250 mg/l).
Im Betriebsbereich zeigen die Grundwasseruntersuchungen bei den verschiedenen Parametern aufgrund der inhomogenen Grundwasserverhältnisse sowohl zeitlich als auch lokal starke Schwankungen. Insgesamt ist jedoch eine gegenüber dem Anstrom deutlich erhöhte Mineralisierung feststellbar. Die gemessenen Leitfähigkeiten betragen bis zu 3.000 µS/cm, die Sulfatgehalte bis zu 1.450 mg/l, die Chloridgehalte bis zu 294 mg/l. Mineralölkohlenwasserstoffe konnten lediglich in 2 Proben aus einer Sonde im Betriebsgelände nachgewiesen werden. Bei einzelnen Proben konnten erhöhte AOX-Gehalte beobachtet werden. Schwermetalle und CKW waren im Grundwasser nicht nachweisbar.
Im Abstrom des Altstandortes (Sonden P9 u. P10) ist die Mineralisierung, aufgrund der Kommunikation des Grundwassers mit dem Haidbach, wieder geringer (z.B. Sulfat 400 bis 800 mg/l, Chlorid 80 bis 100 mg/l) als im Betriebsbereich. Mineralölkohlenwasserstoffe bzw. andere Schadstoffe waren nicht nachweisbar.
Zusammenfassend ergibt sich, daß die festgestellten Mineralölverunreinigungen sich auf die oberste undurchlässige Bodenschicht (Aulehm) beschränken. Im Grundwasser waren Kohlenwasserstoffe nur in einer Sonde bei 2 Beprobungsterminen nachweisbar. Gleichzeitig ist jedoch im Bereich der Schredderanlage eine deutliche Erhöhung der Mineralisierung des Grundwassers zu beobachten. Mögliche Ursache dieser Beeinträchtigung der Grundwasserqualität kann die Versickerung von Flüssigkeiten wie Batteriesäureresten sein.
Aus den vorliegenden Unterlagen und Untersuchungsergebnissen ergibt sich, daß eine Beeinträchtigung des Schutzgutes Grundwasser gegeben ist.
Datum der Texterstellung: Mai 1993
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