Altlast W28: Frachtenbahnhof Penzing - Umschlagplatz Kunststoffchemie

Bezirk:
Gemeinde:
Katastralgemeinde:
Grundstücksnummern:
Penzing
Wien,Penzing
Penzing
555/6
Bezirk:
Gemeinde:
Katastralgemeinde:
Grundstücksnummern:
Penzing
Wien,Penzing
Unterbaumgarten
279/1
Art der Altlast:Altstandort
Branche:Chemikalienlager
Betriebsgröße:1.263 m²
Betriebszeitraum:seit 1969
Schadstoffe:CKW,
Tetrachlorethen
Gefährdete Schutzgüter:Grundwasser
Prioritätenklasse:2
Datum der Altlastausweisung:1.2.2016
Datum der Prioritätenklassifizierung:1.2.2016
Status Sanierung im Altlastenatlas:Sicherung in Planung

ZUSAMMENFASSUNG

Auf dem Altstandort "Frachtenbahnhof Penzing" erfolgt von 1969 bis 1989 der Umschlag von chemischen Erzeugnisse und Kunststoffwaren, wobei insbesondere die Abfüllung von Tetrachlorethen (PCE) in Kleingebinde erfolgte. In Folge dessen kam es auf einem Teilbereich zu einer massiven Verunreinigung des Untergrundes und des Grundwassers. 2006 wurden mit Sanierungsmaßnahmen begonnen, die ein Absaugen der ungesättigten Bodenzone und ein Abpumpen von Grundwasser umfassten. Die Ergebnisse aktueller Untersuchungen zeigen weiterhin massive Verunreinigungen des Untergrundes. Der erheblich verunreinigte Bereich kann auf 1.200 m² und mehr als 5.000 m³ abgeschätzt werden. Von diesem ausgehend hat sich eine kurze, lokal begrenzte Tetrachlorethen-Fahne im Grundwasser ausgebildet. Der Umschlagplatz für Kunststoffwaren auf dem Altstandort Frachtenbahnhofs Penzing stellt eine erhebliche Gefahr für die Umwelt dar. Es wird eine Einstufung in die Prioritätenklasse 2 vorgeschlagen.

BESCHREIBUNG DER STANDORTVERHÄLTNISSE

Betriebliche Anlagen und Tätigkeiten

© Umweltbundesamt, BEV Übersichtslageplan

Der Altstandort "Frachtenbahnhof Penzing" befindet sich im 14. Wiener Gemeindebezirk rund 50 m nördlich der Cumberlandstraße und erstreckt sich über 500 m von West nach Ost entlang der Bahngleise des Frachtenbahnhofs Penzing und schneidet dabei die Katastralgemeindegrenze Penzing-Unterbaumgarten. Insgesamt umfasst der Altstandort eine Fläche von 17.000 m² und hat eine Nord-Süd Ausdehnung von rund 50 m im Westen und 20 m im Osten. Im Bereich des Altstandortes endet das südlichste Verladegleises (Gleis 21) des Frachtenbahnhof Penzing.

© Umweltbundesamt, BEV Lage des Altstandortes und der Altlast im Katasterplan

Von 1947 bis 1967 erfolgten auf dem Altstandort die Lagerung und der Umschlag von Kohle und festen Brennstoffen. Im Folgejahr wurden Elektrogeräte verladen. Von 1969 bis 1989 wurden durch die Firma Kunststoffchemie GmbH chemisch Erzeugnisse und Kunststoffwaren umgeschlagen, wobei insbesondere die Abfüllung, Verladung sowie Lagerung von Tetrachlorethen (PCE) in Kleingebinde, d.h. Fässer und Kanister erfolgte. Zu Beginn fand der Umschlag auf Freiflächen unter freiem Himmel statt. Später erfolgt die Verladung unter einem Flugdach im Bereich der späteren Lagerhalle. In weiterer Folge wurden eine Halle mit den Abfüllanlagen (Halle 1) und eine zweite Halle als Lagerhalle (Halle 2) errichtet. Die Abfüllung erfolgte über die elektrische Abfüllanlage aus den Kesselwagen, die im Endbereich des Gleises 21 hielten. Jährlich wurden rund 5 t Tetrachlorethen umgefüllt. Die Lagerkapazität für Einzelgebinde in der Lagerhalle wurde mit 3.000 l bzw. 15 Fässer á 200 Liter angegeben. 1989 erfolgt die Einstellung des Betriebes und am Standort wurde ein Schrott- und Metallwarenhandel angesiedelt.

© Umweltbundesamt Situationsplan der Lage der Anlage zum CKW-Umschlag

Im Jahr 1995 wurden im Bereich der Hallen eine massive Belastung des ungesättigten Untergrundes mit PCE festgestellt (im Weiteren als "Hauptschaden" bezeichnet). Zusätzlich wurde eine kleine PCE-Kontamination im östlichen Bereich des Altstandortes identifiziert (Nebenschaden). 1998 erfolgten zusätzliche Feststoff-, Bodenluft- und Grundwasseruntersuchungen im Bereich des Hauptschadens, die diesen bestätigten.

 

2006 wurden mit Sanierungsmaßnahmen südlich der Hallen begonnen. Bis 2011 erfolgte eine durchgehende Absaugung der Bodenluft aus der ungesättigten Zone. Über die Bodenluftabsaugung wurden in 5 Jahren rund 750 kg PCE aus dem Untergrund entfernt. Parallel wurde mit der Entnahme von verunreinigtem Grundwasser begonnen, die aber wegen des sehr geringen Grundwasserzustroms nur diskontinuierlich betrieben werden konnte und im März 2009 wegen Ineffizienz außer Betrieb genommen wurde.

Untergrundverhältnisse

Großräumig betrachtet liegt der Altstandort "Frachtenbahnhof Penzing" am westlichen Rand des Grundwasserkörpers "Südliches Wiener Becken" im Bereich nicht differenzierter, tertiärer (Sarmat) Tonmergel, Sande und Schotter auf einer Höhe von rund 206 m ü.A.

Am Altstandort liegen bis zu 8 m mächtige anthropogene Anschüttungen vor, die das Tertiär überprägen und nach Osten stark abnehmen. Natürlich stehen bis in eine Tiefe von 10,5 m (im Westen des Altstandortes) bzw. bis 12,5 m (im Osten des Altstandortes) unter GOK  stark wechselnde Feinsand- und Schluff-Schichten des Tertiärs an. Diese werden von tonig-feinsandigen Sedimenten unterlagert, welche als lokale Stauer anzusprechen sind. Der GW-Spiegel liegt in diesen Bereich bei rund 7 bis 9 m unter GOK, die Grundwassermächtigkeit ist mit wenigen Dezimetern bis maximal wenigen Metern geringmächtig. Die Ergiebigkeit des Grundwasserleiters am Altstandort ist gering bis sehr gering.

© Umweltbundesamt Längenschnitt von Süd nach Nord West durch den Altstandort

In Richtung Süden – zur Cumberlandstraße – tritt ein 5 m mächtiger Geländesprung auf. Weiter in Richtung Süden wird das Tertiär von postglazialen schluffig bis kiesigen Flussablagerungen der Wien überlagert. Im Bereich der Cumberlandstraße liegt der Grundwasserspiegel bei 4 m unter GOK. Die grundwasserführende feinsandig-schluffige Schicht wird lokal (in Richtung Süd-Südost) von einer einstreichenden tonig-feinsandigen Schluffschicht in zwei wasserführende Schichten geteilt. In diesem Bereich bildet sich ein erster, sehr geringmächtiger, GW-Leiter oberhalb des einstreichenden Stauers aus. In 6 bis 9 m Tiefe unterhalb des lokalen Stauers liegt ein zweiter – teilweise gespannter – Schichtwasserhorizont vor. Rund 80 m abstromig des Standortes setzen sich diese zwei Horizonte fort. Aufgrund eines zweiten Geländesprungs liegt der Grundwasserspiegel nochmals ein bis zwei Meter weniger unter GOK. Der Stauer des zweiten Horizontes wird punktuell bei rund 15 m unter GOK angetroffen.

 

Die hydraulische Durchlässigkeit der GW-Leiter kann mit 7 x 10-5 m/s bis 7 x 10‑6 m/s (am östlichen Standort auch bis 10-4 m/s) angenommen werden. Die Grundwasserströmungsrichtung ist nach Süd-Südwest gerichtet. Die Grundwassermächtigkeit schwankt stark und kann für den unteren Horizont mit 3 m Mächtigkeit im Mittel angenommen werden. Das Gefälle flacht von 13 % am Altstandort auf 5 % in Richtung des Abstroms ab. Aufgrund der großen Heterogenität der Schichten lässt sich der spezifische Durchfluss im Abstrom des Altstandortes nur mit großen Unsicherheiten abschätzen und ergibt sich mit etwa 0,5 bis 1 m³/d pro Meter Abstrombreite. Der hydraulische Abstrom im Bereich des Hauptschadens kann mit bis zu 70 m³/d, der für den Nebenschaden mit rund 15 m³/d abgeschätzt werden.

Schutzgüter und Nutzungen

© Umweltbundesamt, BMLFUW Luftbild des Altstandortes

Derzeit wird im Bereich des Altstandortes ein Schrott- und Metallwarenhandel betrieben. Die zwei Hallen (Lagerhalle und Abfüllhalle) existieren weiterhin und wurden um eine dritte große Halle ergänzt. Im Süden des Altstandortes befindet sich weiterhin das Verladegleis 21.

Die weiteren Gleisanlagen des Frachtenbahnhofs Penzing grenzen im Norden an den Altstandort an. Westlich vom Altstandort liegen Frei- und Gewerbeflächen. Direkt südlich des Altstandortes verläuft von West nach Ost die Cumberlandstraße. Südlich der Straße sind Wohnhausanlagen situiert. Im Abstrom des Altstandortes sind keine Grundwassernutzungen bekannt.

GEFÄHRDUNGSABSCHÄTZUNG

Auf dem Altstandort "Frachtenbahnhof Penzing" erfolgte von 1969 bis 1989 der Umschlag von chemischen Erzeugnisse und Kunststoffwaren der Firma Kunststoffchemie, wobei am Altstandort die Abfüllung und Lagerung von Tetrachlorethen in Fässer und Kanister durchgeführt wurde.

 

Im Jahr 1995 und 1998 wurden im Bereich zwischen der Lager-, der Abfüllhalle und dem Verladegleis massive, tiefreichende Belastungen des Untergrundes mit PCE festgestellt. Neben diesem Hauptschaden wurde eine weitere, deutlich kleinere PCE-Kontamination (Nebenschaden) am östlichen Rand des rund 17.000 m² großen Altstandortes identifiziert.

 

2006 wurde mit Sanierungsmaßnahmen am Hauptschaden begonnen. Bis 2011 erfolgte die Absaugung der ungesättigten Bodenzone. Aus den Aufzeichnungen zur Sanierung ist erkennbar, dass nach einem schnellen Rückgang der CKW-Konzentrationen in der abgesaugten Bodenluft in den ersten Monaten die Konzentrationen auch in den Folgejahren weiter kontinuierlich abgesunken sind. Nach 5 Jahren kontinuierlichem Betrieb wurden nur noch an zwei Messstrecken erhöhte CKW-Konzentrationen mit maximal 20 mg/m³ analysiert. Rund 2/3 des Gesamtschadstoffaustrag (0,750 t PCE in 5 Jahren) beschränkte sich auf zwei Messstellen und zwei Tiefenstufen. Parallel zur Bodenluftabsaugung wurde über die kombiniert ausgebauten Messstellen auch eine Grundwasserentnahme und -reinigung betrieben. Aufgrund des hydrogeologisch bedingten, geringen Grundwasserzustroms war aber nur ein diskontinuierlicher Betrieb möglich. Die Wirksamkeit der Grundwassersanierung war nicht gegeben und wurde im Jahr 2009 eingestellt.

 

Im Rahmen von ergänzenden Untersuchungen wurden 2012 und 2013 weitere Bodenluftuntersuchungen durchgeführt, um die zwei kontaminierten Bereiche vollständig abzugrenzen und die Schadensbilder zu aktualisieren. Die Bodenluftuntersuchungen zeigten, dass im Bereich des Hautschadens weiterhin stark erhöhte CKW-Konzentrationen in der Bodenluft angetroffen werden. Insgesamt konnte der CKW-kontaminierte ungesättigte Bereich des Hauptschadens mit 1.200 m² abgegrenzt werden. Im Vergleich zu den Konzentrationen vor der Sanierung sind die CKW-Konzentrationen zwar um rund eine Zehnerpotenz zurückgegangen, die Absaugversuche an den Messstellen im Bereich des Hauptschaden zeigen aber auch weiterhin stark erhöhte Tetrachlorethenkonzentrationen. Bei den Absaugversuchen an den Sanierungsmessstellen kam es zu deutlichen Rebound-Effekten, so dass die Frachtausträge im Hauptschaden mit bis zu 0,6 kg CKW pro Tag und Messstelle weiterhin als sehr hoch zu beurteilen sind. Gefährdungen unterirdischer Objekte durch CKW am Altstandort sind nicht gegeben, da am Standort keine unterirdischen Objekte vorliegen.

© Umweltbundesamt
Frachtausträge für Tetrachlorethen [g] während der 8-h Absaug-versuche, sowie Interpolation des Frachtaustrags auf 24 h

In den aktuellen Feststoffuntersuchungen nehmen die CKW-Konzentrationen im Randbereich des Hauptschadens schnell mit der Tiefe ab. Es ist aber aus den Grundwasser- und den alten Bodenluftuntersuchungen erkennbar, dass im Zentrum des Hauptschadens die CKW-Konta­mination deutlich tiefer – bis in die gesättigte Zone – reichen. Das Volumen des erheblich verunreinigten Untergrundbereiches kann für den Bereich des CKW-Umschlagplatzes (Hauptschaden) auf zumindest 5.000 m³ abgeschätzt werden.

 

Die Grundwasseruntersuchungen zeigen, dass die höchsten PCE-Konzentrationen in den Schöpfproben der Messstellen im direkten Hauptschadensbereich und in den Pumpproben der direkt abstromig des Hauptschadens gelegenen Messstellen (M484 und 1002) angetroffen werden. Die Pumpversuche im direkten Abstrom zeigen Tagesfrachten von bis zu 8 g PCE pro Messstelle. Ein signifikanter Konzentrationsrückgang für PCE im Pumpversuch ist nicht erkennbar, die Konzentrationen liegen insgesamt mit bis zu max. 500 µg/l PCE auf konstant hohem Niveau. Die PCE-Fahne die von Hauptschaden ausgeht ist deutlich kürzer als 100 m. Zwar ist aus der PCE-Konzentrationsentwicklung über die letzten 15 Jahre ein langsamer Rückgang der Konzentrationen erkennbar – die PCE-Konzentrationen im Grundwasser lagen Ende der 90er Jahren noch um rund 1 Zehnerpotenz höher – allerdings ist davon auszugehen, dass sich im Hauptschadensbereich PCE in die Feinsedimentschichten der gesättigten Bodenzone verlagert hat und aus diesen noch sehr langfristig ins das Grundwasser freigesetzt werden wird. Ein signifikanter biologischer Abbau von PCE in der Fahne findet aufgrund des Grundwassermilieus nicht statt. Eine rechnerische Ermittlung von Schadstofffrachten im Grundwasser ist aufgrund der hydrogeologischen Verhältnisse mit hohen Unsicherheiten behaftet. Die Schadstofffrachten können aufgrund der hohen Konzentrationen im unmittelbaren Abstrombereich, trotz des geringen Grundwasserdurchflusses, aber als erheblich abgeschätzt werden.

© Umweltbundesamt Lageplan mit Tetrachlorethen-Konzentrationsverteilung im Grundwasser und Abschätzung der Tetrachlorethen-Fahne

Betreffend den Bereich des Nebenschadens werden punktuell erhöhte CKW-Konzentrationen in der Bodenluft angetroffen, diese sind aber deutlich geringer als im Hauptschaden. Aus der Nutzungsgeschichte sind keine Hinweise für die Ursache dieses Kontaminationsbereiches ableitbar. Insgesamt lässt sich der Nebenschaden über die Bodenluftuntersuchungen auf rund 150 m² eingrenzen. Aus den aktuellen und den alten Bodenluftuntersuchungen ist erkennbar, dass im Nebenschaden die CKW-Konzentrationen in der Bodenluft schnell mit der Tiefe abnehmen. Der Nebenschaden umfasst damit wenige 100 m³. Der Absaugversuch bestätigt die kleinere Dimension des Nebenschadens anhand schnell absinkender PCE-Konzentrationen innerhalb von 8 Stunden. Der gesamt PCE-Austrag in 8 Stunden liegt bei maximal 15 g, die Tagesfracht damit deutlich unterhalb von 50 g/d und ist als gering zu beurteilen. Die Grundwasseranalysen zeigen für den Nebenschaden PCE-Konzentrationen, die beim bis zum 6-fachen des Maßnahmenschwellenwertes der ÖNORM S 2088-1 liegen können. Aufgrund der geringen Ergiebigkeit des Grundwasserleiters und der kleinen Größe des Schadens ist der Schadstoffeintrag in den Grundwasserabstrom aus diesem Bereich aber als gering zu beurteilen.

 

Zusammenfassend zeigen die Untersuchungsergebnisse, dass ein rund 1.200 m² großer Teilbereich des Altstandort "Frachtenbahnhof Penzing" massiv mit Tetrachlorethen verunreinigt ist. Das Volumen des verunreinigten Untergrundbereiches kann mit mehr als 5.000 m³ abgeschätzt werden. Eine Beeinträchtigung der Raumluft durch CKW ist nicht gegeben, da am Standort keine unterirdischen Objekte vorliegen. Der Schadstoffaustrag in das Grundwasser ist erheblich. Der Umschlagplatz für Kunststoffwaren auf dem Altstandort "Frachtenbahnhof Penzing" stellt eine erhebliche Gefahr für die Umwelt dar.

PRIORITÄTENKLASSIFIZIERUNG

Maßgebliches Schutzgut für die Bewertung des Ausmaßes der Umweltgefährdung ist das Grundwasser. Die maßgeblichen Kriterien für die Prioritätenklassifizierung können wie folgt zusammengefasst werden:

 

Schadstoffpotenzial: sehr groß

Im Bereich des Altstandortes "Frachtenbahnhof Penzing" ist der Untergrund auf einer Fläche von 1.200 m² mit Tetrachlorethen verunreinigt. Das Volumen des verunreinigten Untergrundbereiches kann mit > 5.000 m³ abgeschätzt werden und ist als mittel einzustufen. PCE zeigt eine hohe bis sehr hohe Mobilität und besitzt schädliche Eigenschaften. Das im Untergrund in hohen Konzentrationen vorhandene PCE ist als sehr schädlich einzustufen. Unter Berücksichtigung der Art der Schadstoffe und der im Untergrund vorhandenen Schadstoffmenge ergibt sich insgesamt ein sehr großes Schadstoffpotenzial.

 

Schadstoffausbreitung: begrenzt

Aufgrund der Untergrundverhältnisse und der Ergebnisse der Grundwasseruntersuchungen kann die Länge der Schadstofffahne mit max. 100 m abgeschätzt werden und ist als kurz zu beschreiben. Es ist mittelfristig mit keiner Änderung der Ausdehnung der Schadstofffahne zu rechnen. Die Schadstofffracht für Tetrachlorethen im Grundwasser wird als erheblich abgeschätzt. Im Abstrom ist die Ergiebigkeit der grundwasserführenden Schichten begrenzt. Die Schadstoffausbreitung wird insgesamt als begrenzt klassifiziert.

 

Schutzgut: nutzbar

Der Altstandort liegt in keinem besonders geschützten Gebiet. Brunnen zur Trinkwasserversorgung sind im Fahnenbereich nicht bekannt. Eine Gefährdung bestehender Nutzungen zu Wasserversorgungszwecken ist nicht gegeben. Das Grundwasserdargebot ist als gering zu beurteilen und weist anthropogene Vorbelastungen (z.B. KW-Index) auf. Das Grundwasservorkommen ist daher insgesamt als nutzbar zu beurteilen.

 

Prioritätenklasse - Vorschlag: 2

Entsprechend der Beurteilung der vorhandenen Untersuchungsergebnisse, der Gefährdungsabschätzung und den im Altlastensanierungsgesetz § 14 festgelegten Kriterien schlägt das Umweltbundesamt die Einstufung des Altstandortes "Frachtenbahnhof Penzing" in die Prioritätenklasse 2 vor.

Datum der Texterstellung: November 2014