Literatur: Biokraftstoffe - Potenziale, Risiken, Zukunftsszenarien
Literatur
Banse, M., van Meijl, H., Tabeau, A. & Woltjer, G. (2008): Will EU biofuel policies affect global agricultural markets? European Review of Agricultural Economics 35, 117-141.
Umfassende Simulation der Marktauswirkungen eines EU-Biokraftstoff-Substitutionsziels. Es werden steigende Agrarpreise prognostiziert sowie eine Steigerung der Biokraftstoffproduktion insbesondere in Südamerika.
Croezen, H. J., Bergsma, G. C., Otten, M. B. J. & van Valkengoed, M. P. J. (2010): Biofuels: indirect land use change and climate impact. CE Delft: Delft. Internet: 62 pp.
Umfassender Überblick über den gegenwärtigen Diskussionsstand hinsichtlich indirekter Landnutzungsänderungen. Verschiedene Ansätze zur Bestimmung des ILUC-Falktors werden ebenso diskutiert, wie Möglichkeiten zu seiner Verminderung und politische Ansätze zu seiner Integration in die Erneuerbare-Energien-Richtlinie der EU.
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Delucchi, M. A. (2010): Impacts of biofuels on climate change, water use, and land use. Annals of the New York Academy of Sciences 1195: 28-45
Review über Biokraftstoffe, der sich auf drei Kriterien konzentriert: Klimaschutz, Wasserverbrauch und Landnutzung. Die übliche Treibhausgasbilanzierung berücksichtigt wesentliche Elemente, wie die Albedo der Flächen oder den Stickstoffzyklus, nicht ausreichend. Auch eine Bemessung der Wasser- und Landnutzungsbilanz ist schwierig, herkömmliche Maße sind oft unzureichend. Alles in allem können Biokkraftstoffe nur sehr schwer auf eine nachhaltige Weise in den erforderlichen Mengen hergestellt werden.
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Eggers, J., Tröltzsch, K., Falcucci, A., Maiorano, L., Verburg, P.H., Framstad, E., Louette, G., Maes, D., Nagy, S., Ozinga, W. & Delbaere, B. (2009): Is biofuel policy harming biodiversity in Europe? GCB Bioenergy Global Change Biology Bioenergy 1, 18-34.
Die AutorInnen versuchen, die Auswirkungen erhöhter Biomassenutzung auf die Biodiversität zu quantifizieren.
Highlights der Bioenergieforschung. Nationale und internationale Ergebnisse zu den IEA Schwerpunkten. Tagung, 30. und 31. März 2011 (Wieselburg/NÖ)
Die Veranstaltungsreihe "Highlights der Bioenergieforschung" wurde vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie initiiert, um richtungsweisende Forschungs- und Entwicklungsergebnisse diskutieren zu können. Im März 2011 lag der Schwerpunkt der Veranstaltung auf den "Biotreibstoffen".
Hill, J., Nelson, E., Tilman, D., Polasky, S. & Tiffany, D. (2006): Environmental, economic, and energetic costs and benefits of biodiesel and ethanol biofuels. Proceedings of the National Academy of Sciences 103, 11206-11210.
Die Arbeit teilt zunächst die teilweise geäußerte Befürchtung, die Energiebilanz von Bioethanol könnte negativ sein. Die Energiebilanz ist aber auch nicht stark positiv, auch dann nicht, wenn Co-Produkte berücksichtigt werden. Die Energiebilanz von Soja-Biodiesel ist etwas besser, die von künftigen Biokraftstoffen zweiter Generation wesentlich besser. Weder direkte noch indirekte Landnutzungsänderungen sind in den Bilanzen berücksichtigt.
Howarth, R. W. & Bringezu, S. (eds., 2009): Biofuels: environmental consequences and interactions with changing land use. Proceedings of the Scientific Committee on Problems of the Environment (SCOPE) International Biofuels Project Rapid Assessment, 22-25 September 2008, Gummersbach Germany. Cornell University, Ithaca NY, USA.
Umfassender Review der Biokraftstoff-Problematik, wie sie sich Ende 2008 präsentierte.
Howarth, R.W., Bringezu, S., Bekunda, M., de Fraiture, C., Maene, L., Martinelli, L. & Sala, O. (2009): Rapid assessment on biofuels and the environment: overview and key findings, in: R. W. Howarth & Bringezu, S. (eds.), Biofuels: environmental consequences and interactions with changing land use. Proceedings of the Scientific Committee on Problems of the Environment (SCOPE) International Biofuels Project Rapid Assessment, 22-25 September 2008, Gummersbach Germany. Cornell University, Ithaca NY, USA. pp. 1-13.
Zusammenfassung des Bandes und Schlussfolgerungen: Die Vorteile von Biokraftstoffen werden von den Umweltrisiken möglicherweise aufgewogen, insbesondere bei der Biokraftstoffproduktion im großen Maßstab. Ein globales 10%-Biokraftstoff-Substitutionsziel würde mehr als ein Drittel der global verfügbaren Agrarfläche erfordern.
Jacobson, M. Z. (2009): Review of solutions to global warming air pollution, and energy security. Energy & Environmental Science 2: 148-173.
Umfassender Vergleich verschiedener Formen erneuerbarer Energie, auf einen Nenner gebracht durch den Bezug auf Fahrzeugantrieb. Windenergie und solarthermische Kraftwerke, vermittelt über Elektromobilität, schneíden am besten ab, Biokraftstoffe am schlechtesten.
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Pimentel, D. & Patzek, T. W. (2005): Ethanol production using corn, switchgrass, and wood; biodiesel production using soybean and sunflower. Natural Resources Research 14: 65-76.
Eine sehr intensiv diskutierte Arbeit über die Energiebilanzen von Biokraftstoffen, die zum Schluss kam, dass mehr fossile Energie zur Produktion der Biokraftstoffe erforderlich sei als im Produkt schließlich enthalten sei, die Bilanz also negativ sei. Pimentel & Patzek berücksichtigten allerdings im Gegensatz zu späteren Arbeiten keine Koprodukte. Hill et al. 2006 fanden schließlich positive Energiebilanzen, indem sie Koprodukte mittels energetischer Allokation in die Bilanzen einbezogen.
Sala, O. E., Saxa, D. & Leslie, H. (2009): Biodiversity consequences of increased biofuel production, in: R. W. Howarth & Bringezu, S. (eds.), Biofuels: environmental consequences and interactions with changing land use. Proceedings of the Scientific Committee on Problems of the Environment (SCOPE) International Biofuels Project Rapid Assessment, 22-25 September 2008, Gummersbach Germany. Cornell University, Ithaca NY, USA, pp. 127-137.
Die Arbeit illustriert recht gut die Flächenproblematik von Biokraftstoffen. Zu den Flächenansprüchen der Nahrungsmittelproduktion (mittelfristig steigend), des Siedlungsbaus (ebensfalls tendenziell steigend) und des Artenschutzes tritt als weitere Komponente der Flächenanspruch der Biokraftstoffproduktion (stark steigend). Die einzige Komponente, die schrumpfen kann, ist die Fläche für den Artenschutz, nach der Arten-Areal-Beziehung sind daher Artenverluste durch Biokraftstoffproduktion zu erwarten.
Samaras, C. & Meisterling, K., 2008. Life cycle assessment of greenhouse gas emissions from plug-in hybrid vehicles: implications for policy. Environmental Science and Technology 42, 3170-3176.
Die Treibhausgas-Effektivität von Elektroautos hängt stark vom Strommix ab. Aber selbst mit Kohlestrom ist eine geringe Reduktion möglich.
Zah, R., Böni, H., Gauch, M., Hischler, R., Lehmann, M. & Wäger, P. (2007): Ökobilanz von Energieprodukten: Ökologische Bewertung von Biotreibstoffen.
Waren bis dahin die meisten Ökobilanzen auf Treibhausgasemissionen oder Energie fokussiert, berücksichtigt diese Studie ein gesamtes Spektrum an Umweltauswirkungen von Biotreibstoffen und bilanziert diese. Die Arbeit, die unter dem Teaser "Biotreibstoff bedeutet noch lange nicht umweltfreundlich" der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, löste 2007 ein großes Medienecho aus.
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