Projektbeschreibung: Biokraftstoffe - Potenziale, Risiken, Zukunftsszenarien

   

Projektbeschreibung

Der Einsatz von Kraftstoffen aus der Agrarproduktion verfolgt mehrere Ziele: Verringerung der Treibhausgasemissionen, Verminderung der Abhängigkeit von Importen fossiler Energieträger sowie Steigerung der regionalen Wertschöpfung.

Einige Fragen bleiben dabei allerdings offen: Wie wird die Agrarlandschaft möglicherweise verändert? Wo sind Landnutzungsänderungen voraussichtlich zu erwarten? Welche Bedeutung hätten derartige Veränderungen für den Naturschutz? Von welchen Eingangsparametern hängen die Ergebnisse der Ökobilanz insbesondere ab? Gibt es Alternativszenarien? Welche Folgen hat die etwaige Umwandlung von Brachen in Ackerland auf die Biodiversität in der Agrarlandschaft? Steht das 2010-Biokraftstoffziel der EU mit dem 2010-Ziel "Stopp der Biodiversitätsverluste" in Einklang? Hat der Einsatz von Biokraftstoffen möglicherweise negative Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit?

Die Module des Projektes

Im Modul 1 wird das Potenzial des Biomasseanbaus von Raps in Österreich unter verschiedenen Szenarien berechnet. Bislang unberücksichtigte Kriterien werden herangezogen, wie klimatische und edaphische Limitationen, aber auch die ökologische Sensibilität von Regionen. Mehr

Im Modul 2 wird mit dem Globalen Emissionsmodell Integrierter Systeme (GEMIS) die Ökobilanz von Biokraftstoffen untersucht. Dabei soll zusätzlich zu österreichspezifischen Anbau- und Produktionsbedingungen die Landnutzungsänderung bei der Szenarienmodellierung berücksichtigt werden. Alternativ zum Biomasseanbau offerieren Verlagerungs- und Vermeidungsstrategien Möglichkeiten zur Treibhausgasreduktion im Verkehr. Das Potenzial solcher Strategien soll mit jenem des Biokraftstoffeinsatzes verglichen werden. Mehr

 

Im Modul 3 wird der Einfluss des Anbaus von Ausgangsprodukten für die Biokraftstoffproduktion auf die Biodiversität auf nationaler Ebene, auf Landschaftsebene sowie auf Artenebene untersucht, unter anderem am Beispiel des Ziesels. Mehr

 

Im Modul 4 werden die Auswirkungen vermehrten Biokraftstoffeinsatzes auf die Luftqualität mit Hilfe von Modellrechnungen untersucht und darauf aufbauend Auswirkungen auf die Gesundheit der Bevölkerung abgeschätzt. Die photochemischen Szenarienmodellierungen stützen sich auf das regionale meteorologische Modell MM5 und das Transportmodell CAMx. Mehr

 

Im Modul 5 werden die Ergebnisse der vier Module integriert und zu einer Gesamtaussage synthetisiert. Das Ziel ist neben der Beantwortung der eingangs gestellten Forschungsfragen die Begründung eines interdisziplinären Forschungsfelds an der Schnittstelle zwischen Physik, Biologie, Landschaftsökologie, Umweltwissenschaften und Medizin. Mehr

 

Ergebnisse aus allen Projektmodulen und aus der Synthese werden laufend über die "Forschungs-Bildungs-Kooperation" kommuniziert. Gemeinsam mit SchülerInnen und StudentInnen werden Problemlage, Problemlösungen und Nebenwirkungen in Vermittlungsprojekten erarbeitet und ausgelotet. Mehr

Projektrahmen

Projektdauer: 2008 bis 2011
Projektleitung: Peter Zulka (Umweltbundesamt)
Projektmanagement: Martin Götzl (Umweltbundesamt)
Forschungs-Bildungs-Kooperation: Anna Streissler (FORUM Umweltbildung)
Projekt-Homepage: Irene Oberleitner (Umweltbundesamt)

proVISION

Das Projekt wird gefördert von proVISION, einem Programm des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung.