Bodenzustand in Österreich - wie steht es mit dem Boden?

Der Entwicklung und Veränderung von Boden als Ökosystem liegen zum Großteil sehr langfristige Prozesse  zugrunde. Boden kann viele Beeinflussungen kompensieren, deshalb sind Schädigungen oft erst nach langer Zeit erkennbar. Leider bedingt dies auch, dass negative Auswirkungen nur schwer oder gar nicht rückgängig gemacht werden können – zerstörte Böden sind meist unwiederbringlich verloren.

Der Bodenzustand in Österreich ist generell als gut zu beurteilen! Aber...

Speziell in den österreichischen Alpen gibt es einige Gebiete, in denen erhöhte Schadstoffbelastungen auftreten. Dadurch leidet die Qualität der lokalen Böden. Besonders betroffen sind die dort gelegenen Waldböden, bedingt durch Höhenlage und Filterwirkung des Waldes. In weiterer Folge besteht das Risiko des Einbaus von Schadstoffen in die Wirkungspfade Boden-Pflanze (Aufnahme) oder Boden-Grundwasser (Auswaschung).

Der stetige Flächenverbrauch durch Verkehrsanlagen, Industrie, Gewerbe und Siedlungen bedeutet Verlust an Boden. Ökologische Bodenfunktionen können nicht mehr erfüllt werden und Boden geht für andere Nutzungen verloren.

Neben Bodenversiegelung ist Bodenerosion – vor allem in Ackerbaugebieten – ein wesentlicher negativer Einflussfaktor für unsere Böden. Ungünstige Bewirtschaftung und fehlende erosionsmindernde Maßnahmen führen mancherorts zu nicht akzeptablen Bodenverlusten.

Um Qualitäts- und Quantitätsverlust unserer Böden auf Dauer entgegenzuwirken, müssen entsprechende Ziele definiert werden. Ebenso sind Maßnahmen zur Vermeidung und Minimierung von schädlichen Bodeneinflüssen zu setzen. Zukünftige Datenerhebungen – v.a. in Richtung Monitoring – und Auswertungen bestehender Datengrundlagen sind als wichtige Basis für Bodenbeurteilungen zu fördern.

 

Bundesweite Auswertungen aus dem Bodeninformationssystem BORIS geben einen Überblick über ausgewählte Schadelementgehalte in den obersten Bodenschichten Österreichs.

Definition „Boden“ nach ÖNORM L1050

Boden als Pflanzenstandort Begriffsbestimmungen Untersuchungsverfahren

 

Boden ist der oberste Bereich der Erdkruste, der durch Verwitterung, Um- und Neubildung (natürlich oder anthropogen verändert) entstanden ist und weiter verändert wird. Er besteht aus festen anorganischen (Mineralanteil) und organischen (Humus und Lebewesen) Teilen sowie aus Hohlräumen, die mit Wasser und den darin gelösten Stoffen gefüllt sind. Boden steht in Wechselwirkung mit Lebewesen.

Infobox

Kapitel im UKB

Boden [PDF, 139KB]

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