Erneuerbare Energieträger

Weltweit werden 13% der globalen Primärenergieversorgung und 19% der globalen Stromproduktion durch erneuerbare Energien gedeckt. 

Energieträger im Weltprimärenergieverbrauch

Die wichtigsten erneuerbare Energieträger sind Biomasse und Wasserkraft. Der Großteil der Biomasse wird in Ländern in Afrika und Asien zum Kochen und Heizen verwendet. Der Anteil der sonstigen erneuerbaren Energieträger wie zum Beispiel Geothermie, Solar, Wind und Gezeiten liegt trotz der jährlichen Zuwachsrate von über 8% in den letzten 30 Jahren bei unter 1%. 

Energieträger
in der Weltstromproduktion

Die Bedeutung der Wasserkraft liegt vor allem in der Stromproduktion: 16% des Stroms werden weltweit mit Wasserkraft erzeugt.

EU Ziel für den Anteil der Erneuerbaren: 20% bis 2020

Erneuerbare Energieträger werden seit 1997 aktiv durch die Energiepolitik der EU gefördert. Ziele wurden erstmalig im Weißbuch „Energie für die Zukunft: Erneuerbare Energieträger“ niedergeschrieben: 12% soll der Anteil Erneuerbarer am Bruttoinlandsenergieverbrauch im Jahr 2010 betragen.

 

Konkrete Zielvorgaben folgten mit der Richtlinie 2001/77/EG zur Förderung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen im Elektrizitätsbinnenmarkt. Gemäß den Vorgaben soll der Anteil an Erneuerbaren am Bruttostromverbrauch von 13.9% im Jahr 1997 auf 22% im Jahr 2010 gesteigert werden. Dazu wurden nationale Zielwerte festgelegt; jener für Österreich beträgt 78.1%. Hinzu kam die Richtlinie 2003/30/EG zur Förderung der Verwendung von Biokraftstoffen oder anderen erneuerbaren Kraftstoffen im Verkehrssektor mit der Zielvorgabe einen Mindestanteil an Biokraftstoffen und anderen erneuerbaren Kraftstoffen von 2% im Jahr 2005 und 5.75% im Jahr 2010 zu erreichen.

 

Im Jänner 2007 wurde von der Europäischen Kommission (KOM(2007)1) im Rahmen des Energie- und Klimapakets vorgeschlagen, rechtlich bindende Ziele für 2020 festzulegen: 20% soll der Anteil der erneuerbaren Energien am Energieverbrauch betragen, 10% Mindestanteil von Biokraftstoffen am Gesamtverbrauch von Benzin und Diesel im Verkehrssektor und eine Reduktion der Treibhausgase um 20%. Der Rat der Europäischen Union stimmte im März 2007 dem Vorschlag zu.

 

Im Dezember 2008 einigte sich der Rat der Europäischen Union auf das Energie- und Klimapaket. Am 17. Dezember 2008 stimmte das Europäische Parlament dem Energie- und Klimapaket zu. Die Richtlinie 2009/28/EG zur Förderung der Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen wurde im Juni 2009 veröffentlicht. Damit werden in weiterer Folge die Richtlinien 2001/77/EG und 2003/30/EG 2010 teilweise und 2012 vollständig aufgehoben.

EU Richtlinie für Erneuerbare Energien

© Umweltbundesamt EU Richtlinie für Erneuerbare Energien

Der Anteil von Energie aus erneuerbaren Quellen am Bruttoendenergieverbrauch soll sich bis 2020 auf 20% erhöhen. Im Vergleich dazu lag 2005 der Anteil bei 8,5%. Um das Gemeinschaftsziel zu erreichen wurden für jedes Mitgliedsland abhängig von Ausgangslage und Möglichkeiten nationale Ziele verbindlich vereinbart, die zwischen 10% und 49% liegen. Hingegen gilt das Ziel, einen Anteil von Energie aus erneuerbaren Quellen von mindestens 10% des Endenergieverbrauchs im Verkehrssektor im Jahr 2020 zu erreichen, für alle Mitgliedsstaaten. Die Mitgliedsländer wurden aufgefordert, nationale Aktionspläne zu erneuerbaren Energien bis zum 30. Juni 2010 zu erstellen. Österreich hat am 1. Juli 2010 seinen Nationalen Aktionsplan (NAP) Erneuerbare Energien an die Europäische Kommission gemeldet.

Österreich: 34% Erneuerbare bis 2020

In Österreich liegt der Anteil erneuerbarer Energien am Endenergieverbrauch im Jahr 2010 bei 31%. Dieser Anteil soll sich in Österreich gemäß der Richtlinie 2009/28/EG für Erneuerbare Energien bis zum Jahr 2020 auf 34% erhöhen. Im Rahmen des Energie- und Klimapakets hat sich Österreich weiters verpflichtet bis 2020 die Treibhausgasemissionen in den Sektoren, die nicht dem Emissionshandel unterliegen, um mindestens 16% zu reduzieren sowie die Energieeffizienz um 20% zu steigern.

 

Wie diese Ziele erreicht werden können, wurde in der Energiestrategie Österreich ausgearbeitet. Eine Stabilisierung des Endenergieverbrauchs auf Basis des Verbrauchs im Jahr 2005 wird als notwendig erachtet. Der Zielwert für den Endenergieverbrauch in Österreich im Jahr 2020 liegt somit bei 1.100 PJ (Petajoule).