Kennzeichnung

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Die spezifische Kennzeichnung von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) und von GVO-Produkten ist eine der wesentlichen Grundlagen im EU Gentechnikrecht.  Das erneuertes System der Gentechnik-Kennzeichnung ist mit 18. April 2004 in Kraft getreten und gilt seitdem im ganzen EU-Raum für alle GV-Lebens- und Futtermittel. Die Basis der Zulassungs- und Kennzeichnungspraxis bildet die Europäische Verordnung (EG) 1829/2003.

Die Kennzeichnung soll es den KonsumentInnen ermöglichen, zwischen gentechnisch veränderten und konventionellen bzw. biologisch erzeugten Produkten frei wählen zu können.

 

Im Detail müssen alle Lebens- und Futtermittel, bei denen zumindest ein Bestandteil aus einem gentechnisch veränderten Produkt stammt, mit einem bestimmten Wortlaut gekennzeichnet werden - „enthält genetisch veränderte Organismen“  bzw. "aus Mais (bzw. Soja, Raps oder andere Kulturart), genetisch verändert"

 

Dies gilt für:

  • Produkte, die GVO enthalten oder aus solchen bestehen, wie Mais oder Sojaschrot;
  • Produkte, die aus GVO hergestellt wurden, selbst aber keine nachweisbaren GVO mehr beinhaltet, wie z.B. Maiskeimöl oder Lecithin aus gentechnisch verändertem Soja.

Es gibt aber auch Ausnahmen: Verunreinigungen in einem Produkt unter einem Schwellenwert von 0,9% müssen nicht gekennzeichnet werden, sofern diese technisch nicht vermeidbar oder unbeabsichtigt sind.

 

In Zukunft sollte also die Liste der Zutaten noch genauer studiert werden, denn dort muss sich der entsprechende Hinweis befinden.

Kennzeichnungspflicht auch für Futtermittel

Seit 18. April 2004 sind auch Futtermittel von der Kennzeichnungspflicht erfasst. Futtermittel, bei denen zumindest ein Bestandteil aus GVO stammt, müssen daher genauso wie oben beschrieben gekennzeichnet werden. Diese Kennzeichnung ist allerdings nur zur Information der FuttermittelkäuferInnen, sprich Bauern und Bäurinnen, gedacht. Für KonsumentInnen schafft diese Art der Kennzeichnung nicht automatisch Klarheit, ob gentechnisch veränderte Futtermittel verwendet wurden.

Kritisiert wird in diesem Zusammenhang, dass Fleisch, Milchprodukte und Eier von Tieren, denen gentechnisch veränderte Futtermittel verfüttert wurden, nicht unter die Regelung zur Zulassung und Kennzeichnung fallen.

Analyse und Kontrolle

Die Umsetzung und Kontrolle dieser Verordnung zieht im Sinne von Transparenz und Nachvollziehbarkeit für KonsumentInnen einen erhöhten Analysebedarf nach sich.

Das Umweltbundesamt verfügt mit seinem GVO-Analytik-Labor über die entsprechende langjährig erprobte und verlässliche Expertise.