Monitoring

Monitoring von gentechnisch veränderten Organismen

Monitoring von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) ist eine klassische Aufgabe der Umweltkontrolle im Sinne des vor- und nachsorgenden Umweltschutzes.  

Im Rahmen dieser Überwachung sollen eventuelle nachteilige Effekte von GVO so früh wie möglich erkannt werden, damit entsprechende Gegenmaßnahmen eingeleitet werden können. Diese Analysen fließen auch in die Risikoabschätzung von GVO ein.

Gesetzliche Grundlagen

Für gentechnisch veränderte Organismen (GVO) ist nach der Zulassung zum Inverkehrbringen ein Monitoring verpflichtend vorgesehen. Die rechtlichen Grundlagen für die Durchführung dieser Überwachung sind in der Richtlinie 2001/18/EG festgeschrieben. Anhang VII sowie die erläuternden Leitlinien beschreiben allgemeine Grundsätze und Inhalte, die bei der Erarbeitung von Überwachungsplänen zu befolgen sind.

 

Diese Überwachungspläne müssen fallspezifisch von dem Unternehmen erstellt werden, das einen GVO in Verkehr bringen möchte. Die zuständige Behörde kann Änderungen bzw. Auflagen zu diesen Plänen verlangen. Eine formalisierte Vorgangsweise bezüglich Art und Weise der Durchführung und Kontrolle bei Überwachungen existiert nicht, sondern wird erst im Monitoringplan selbst festgelegt.

Ziele

Überwachungspläne dienen einerseits dazu, Annahmen über mögliche schädliche Auswirkungen eines GVO (Risikoabschätzung) zu überprüfen bzw. zu bestätigen. In diesem Fall spricht man von einer fallspezifischen Überwachung (case-specific monitoring). Zweitens soll das Auftreten von solchen schädlichen Auswirkungen des GVO ermittelt werden, die in der Risikoabschätzung nicht vorhergesehen wurden. Das ist die Aufgabe der überwachenden Beobachtung (general surveillance).

Tätigkeiten des Umweltbundesamt

Anforderungen an sowie konkrete Schritte im Monitoring bedürfen der Konkretisierung. Das Umweltbundesamt beschäftigt sich seit mehreren Jahren mit der Erstellung von Konzepten für die Überwachung für GVOs in der Umwelt und deren Umsetzungsmöglichkeiten. Die Zusammenarbeit erfolgt dabei mit der in Österreich zuständigen Behörde, dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG), und WissenschafterInnen verschiedener Disziplinen. Diese Studien, die vom Umweltbundesamt gemeinsam mit dem BMG publiziert wurden, sind ein wesentlicher Beitrag zur Erstellung von wissenschaftlichen Grundlagen für die Überwachung von GVOs.

  • Studie: "Ökologisches Monitoring von gentechnisch veränderten Organismen", Umweltbundesamt Monographie Band 126, Wien 2000; Vorschlag für ein Rahmenkonzept für das ökologische Monitoring von GVO (nur höhere Pflanzen) in Österreich; Leitlinie zur Erstellung und Überprüfung von konkreten Monitoringplänen.
  • Studie: "Handbuch zu Monitoring und Resistenzmanagement für Bt-Mais", Umweltbundesamt Monographie 144, Wien 2001; wissenschaftliche Grundlagen zur Resistenz gegen Bacillus thuringiensis; Empfehlungen für die Erarbeitung und Umsetzung eines Resistenzmanagementplans.
  • Studie: "Durchführung von Untersuchungen zu einem ökologischen Monitoring von gentechnisch veränderten Organismen", Forschungsberichte des Bundesministerium für Gesundheit, Band 4/2003.

Das Umweltbundesamt hat auch die in den letzten Jahren durchgeführte Untersuchung "Biodiversität in österreichischen Ackerbaugebieten im Hinblick auf die Freisetzung und den Anbau von gentechnisch veränderten Kulturpflanzen (BINATS - BIodiversity - NATure - Safety)" als externer Gutachter begleitet. 

 

Daneben bringt sich das Umweltbundesamt auch in die Diskussion auf der Europäischen Ebene ein: z.B. durch Mitarbeit in den entsprechenden Arbeitsgruppen der Europäischen Kommission und durch Erarbeitung eines Grundsatzpapiers zum GVO-Monitoring.

 

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