Zugelassene Gentechnisch Veränderte Organismen (GVO)

Ohne Zulassung darf in der EU und damit auch in Österreich kein gentechnisch veränderter Organismus (GVO) in Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion verwendet werden: Weder gentechnisch verändertes (GV) Saatgut für landwirtschaftliche Nutzpflanzen, noch die GV Lebens- und Futtermittel, die daraus hergestellt werden. Seit 2004 ist in der EU ein überarbeitetes Rechtssystem in Kraft. Es gilt gleichermaßen in allen 27 EU-Mitgliedstaaten.

Zulassungen in der EU

Auf EU-Ebene sind zahlreiche GVOs, zumeist gentechnisch veränderte Pflanzen, bereits zugelassen (Stand September 2011: 39 verschiedene GV-Pflanzen). Im vorangegangenen Jahr wurden 8 neue GV Pflanzenlinien, zumeist aus verschiedenen GV Maislinien kombinierte GVOs für die Vermarktung sowie für die die Verwendung als Lebens- und Futtermittel zugelassen. Eine ganze Reihe von Anträge für Zulassung von weiteren GV-Produkten liegen den Behörden vor.

Die meisten dieser GVO-Produkte werden allerdings in die EU importiert, weil nur ganz wenige GVO für Anbauzwecke zugelassen sind. Derzeit sind das 2 GV-Mais- und 1 GV-Kartoffellinie.

Nur für einen einzigen GV-Mais (MON810) liegt auch die zum kommerziellen Anbau zusätzlich nötige EU-Saatgutverkehrsgenehmigung vor. Derzeit ist für 19 weitere GVO, darunter 15 GV-Maislinien die Zulassung für Anbauzwecke beantragt.

Zulassung in Österreich

In Österreich sind GVO noch nicht zu kommerziellen Zwecken angebaut worden, ebensowenig hat es keinen Testanbau für wissenschaftlichen Zwecken ausserhalb geschlossener Bereiche (z.B. Gewächshäuser) gegeben. Für GV-Pflanzen, die in der EU eine Anbauzulassung haben, bestehen in Österreich Anbauverbote.

Allerdings ist die Verwendung einer Reihe von importierten GV-Produkten, z.B. gentechnisch veränderten Sojabohnen, erlaubt. Derartige GVO bzw. aus ihnen hergestellte Erzeugnisse werden überwiegend als Futtermittel für Nutztiere verwendet. Aus GVO erzeugte Lebensmittel sind nur in äußerst geringem Umfang im Handel (Spezialprodukte wie z.B. einige wenige importierte Asia-Nahrungsmittel). Diese Produkte unterliegen den Kennzeichnungsregelungen und müssen für KonsumentInnen erkennbar gekennzeichnet sein.