EU-Rahmenbedingungen für Umwelttechnologien

Integrated Pollution Prevention and Control

Ziel der IED-RL über Industrieemissionen ist, Emissionen in Luft, Wasser und Boden unter Einbeziehung der Abfallwirtschaft soweit wie möglich zu vermeiden und, wo dies nicht möglich ist, zu vermindern, um ein hohes Schutzniveau für die Umwelt insgesamt zu erreichen.

BAT/BREF

Die Konkretisierung des integrativen Ansatzes der IPPC-RL erfolgt auf technischer Ebene im Zuge der Erstellung von Europäischen BAT Referenz-Dokumenten, in denen die besten verfügbaren Techniken (Best Available Techniques) beschrieben werden. Diese BREFs (BAT Referenz-Dokumente) enthalten keine rechtsverbindlichen Emissionsgrenzwerte, jedoch sind sie bei der Genehmigung von Anlagen im Geltungsbereich der IPPC-Richtlinie von den zuständigen Behörden als Informationsquelle heranzuziehen.

Historische Entwicklung

Der anlagenbezogene Umweltschutz hat sich ursprünglich aus der Ressourcenbewirtschaftung (z.B. Wasserrecht) und aus dem Nachbarschaftsschutz (z.B. Gewerberecht) entwickelt. Im Lauf der Zeit führten Umweltprobleme (saurer Regen, bodennahes Ozon, Eutrophierung von Gewässern) und die Erkenntnisse über deren Ursachen zu Umweltschutzregelungen, die sich in materiell-rechtlichen Bestimmungen zu Luft, Wasser, Abfall, und Boden manifestieren. Grundlage für alle Regelungen ist die Anwendung des Standes der Technik sowie der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit, das Verursacher- und das Vorsorgeprinzip.

Umweltförderungen

Das größte österreichische Förderinstrument ist die Umweltförderung des Bundes nach dem Umweltförderungsgesetz in der Zuständigkeit des Lebensministers. Die Umweltförderung Inland wird von der Kommunalkredit Public Consulting (KPC) verwaltet.

Förderungswürdig sind Investitionen zum Umweltschutz in allen Bereichen (u.a. Abluft- oder Abwasserreinigung, Energieeffizienz).

Öko-Innovation, Forschung & Entwicklung

Öko-Innovationen werden als einer der wesentlichen Schlüssel zur Bewältigung gegenwärtiger Umweltprobleme und Herausforderungen sowie als Chance zur Verwirklichung umweltpolitischer Ziele gesehen. Die Forschung spielt bei Innovationsprozessen eine wichtige Rolle. Im Umwelttechnologiebereich ist sie nicht nur Voraussetzung zur Verbesserung bestehender und zur Entwicklung neuer umweltschonender Produktionsprozesse und Produkte, sondern wird als eine Serviceleistung für den gesamten Öko-Innovationsprozess gesehen.

Neben der Forschung und Entwicklung (F&E) im firmeneigenen Bereich der österreichischen Umwelttechnikunternehmen existiert an Universitäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen ein großes Wissenspool, auf das bei Öko-Innovationsaktivitäten gerne in Form von Kooperationspartnerschaften zurückgegriffen wird. Oft entwickeln sich aus umwelttechnologierelevanten Forschungsgruppen der Universitäten auch selbst innovative und erfolgreiche Start-up-Unternehmen. Das Umweltbundesamt beschreibt in seinen Untersuchungen Akteurinnen und Akteure sowie Themen und Trends der Umwelttechnologieforschung an Österreichs Universitäten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen.

 

Technologiesprünge bei Öko-Innovationen

Der mittlerweile zweite Report zu Öko-innovationen und Forschung untersucht anhand dreier weiterer Beispiele  - des Solarkollektors, der Windturbine und des Lithium-Ionen-Akkus, welche Faktoren für Technologiesprünge in der Entwicklung dieser Öko-Innovationen ausschlaggebend waren und wie viel Zeit dafür benötigt wurde.

Neben einer ausgereiften Technologie sind auch andere Faktoren für die Marktdurchdringung von Öko-Innovationen relevant. Insbesondere rechtliche Rahmenbedingungen lösen Technologiesprünge aus, die dem Bedarf nach Ressourceneinsparung, Klima- und Umweltschutz Rechnung tragen. Auch bessere Produkte oder niedrigere Kosten führen zu höheren Durchdringungsgraden.

Forschung ist nicht nur Voraussetzung für Innovation, sondern auch Serviceleistung für den gesamten Öko-Innovationsprozess. Dadurch können neue Anwendungsgebiete erschlossen und ein wesentlicher Nutzen und Mehrwert bei der Anwendung generiert werden.

Technologieführer in der Umwelttechnik

Innovationstätigkeit wird neben anderen Faktoren (zB Markt, Zeit) als wesentlicher Schlüssel für eine mögliche Technologieführerschaft in einem definierten Marktsegment oder Technologie gesehen. Innovations- und Technologieführerschaft können unter bestimmten Rahmenbedingungen zu Marktführerschaft führen.

Das Umweltbundesamt hat in einer Studie für das BMLFUW untersucht, wo in Österreich in den Umwelttechnologiebereichen Abfall/Recycling, Wasser/Abwasser sowie Luftreinhaltung primär und sekundär technologische Öko-Innovation stattfindet und hat hierzu nach dem Ansatz einer Netzwerk-Analyse (analog zu „Influencer Mapping“) 49 Unternehmen als potenzielle Technologieführer in diesen Bereichen identifiziert. In der Folge wurden Innovationsindikatoren sowie ausgewählte wirtschaftliche und berechnete Kennzahlen der Technologieführer-Aggregate mit den statistischen Ergebniswerten entsprechender Branchen (ÖNACE Zweisteller) verglichen. Es zeigt sich, dass Technologieführer in der Umwelttechnik insgesamt, aber auch in den einzelnen Sparten (Abfall/Recycling, Wasser/Abwasser, Luftreinhaltung), ein überwiegend positives Bild bei den betrachteten Innovationsindikatoren aufweisen.

Eine zusammenfassende Darstellung der Untersuchungsergebnisse findet sich als Download in der Infobox.