Was ist EPER?

"EPER" steht für "Europäisches Schadstoffemissionsregister" (European Pollutant Emission Register).

© Umweltbundesamt

EPER ist eine öffentlich zugängliche Datenbank, die Informationen zu Freisetzungen von Schadstoffen in Luft und Wasser aus bestimmten industriellen Betriebseinrichtungen für die Jahre 2001/2002 und 2004 enthält. Im Jahr 2007 wurde EPER von PRTR (Pollutant Release and Transfer Register) abgelöst.
 
In Österreich wurden 2003 und 2005 die ersten beiden Datenerhebungen für das Europäische Schadstoffemissionsregister durchgeführt. Die in Betracht kommenden Betriebseinrichtungen waren verpflichtet ihre Emissionsmeldungen für 2001/2002 und 2004 den zuständigen Behörden, dem Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft sowie dem Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit zu übermitteln. Die Angaben wurden in der EPER-Datenbank im Umweltbundesamt gesammelt und an die Europäische Kommission weitergeleitet.

Die Daten der österreichischen EPER-Betriebe sind gemeinsam mit den EPER- und PRTR-Daten der restlichen EU-Mitgliedstaaten auf der PRTR-Homepage der Europäischen Kommission veröffentlicht.

Ziele des EPER

  • Das allgemeine Ziel der IPPC-Richtlinie nach Verminderung und Vermeidung von Umweltverschmutzung soll unterstützt werden.
  • Der europaweite Vergleich der Emissionen gleichartiger industrieller Quellen oder Sektoren soll ermöglicht werden.
  • Die Sensibilisierung der Öffentlichkeit für Umweltverschmutzung sowie
  • die Stimulierung der Industrie zu verbesserten Leistungen im Umweltschutz und zur Innovation industrieller Verfahren sind weitere Schwerpunkte.
  • Die Bewertung der Fortschritte bei der Verwirklichung umweltpolitischer Zielsetzungen in nationalen und internationalen Vereinbarungen soll durch EPER ermöglicht werden.

Rechtliche Grundlagen

  • In der Agenda 21 der UN-Konferenz in Rio de Janeiro (1992) wurden die einzelnen Länder aufgefordert, ihre Freisetzungen in die Umwelt zu verringern bzw. einzudämmen und ihre Ergebnisse in diesem Bereich zu überwachen.
  • Das UNECE-Übereinkommen von Aarhus (1998) legt den  Zugang zu Informationen, die Öffentlichkeitsbeteiligung an Entscheidungsverfahren und den Zugang zu Gerichten in Umweltangelegenheiten fest; Artikel 5 über die Sammlung und Verbreitung von Umweltdaten sieht u.a. die über öffentliche Netze erfolgende Bekanntmachung standortspezifischer Informationen über wichtige umweltverschmutzende Quellen vor.
  • Mit der Richtlinie über die integrierte Vermeidung und Verminderung der Umweltverschmutzung (IPPC-Richtlinie) wurde die Grundlage zum Aufbau eines europaweiten, anlagenbezogenen Schadstoffregisters für Industrieanlagen gelegt.
  • Form und Inhalt des Europäischen Schadstoffemissionsregisters (EPER) wurden im Juli 2000 mit der Entscheidung 2000/479/EG der Europäischen Kommission festgelegt.
  • Die Umsetzung des EPER in Österreich erfolgte entsprechend der EPER-Verordnung (BGBl.Nr.300 II 2002) der Österreichischen Bundesregierung.

Wer musste berichten? Was musste berichtet werden?

Alle Betriebseinrichtungen, die eine oder mehrere der in Anhang 2 der EPER-Verordnung erwähnten Tätigkeiten durchführen, mussten eine so genannte Schadstoffemissionsmeldung abgeben. Es müssen die Emissionen jener Luft- und Wasserschadstoffe gemeldet werden, deren Jahresfracht bestimmte Schwellenwerte überschreitet. Die Schadstoffe (insgesamt 50) und die Schwellenwerte sind in Anhang 1 der EPER-Verordnung angeführt.

Wann musste berichtet werden?

Die EU-Mitgliedstaaten waren erstmals 2003 und danach alle drei Jahre verpflichtet, die Schadstoffemissionen ihrer industriellen Betriebseinrichtungen zu erheben und der Europäischen Kommission Bericht zu erstatten.
 
In Österreich wurde die zweite EPER-Berichtsphase somit 2005/2006 durchgeführt. Die EPER-Betriebe sind bis März 2005 verpflichtet, ihre zweite Schadstoffemissionsmeldung entsprechend der EPER-Verordnung einzubringen. Diese Daten wurden von den Behörden geprüft und 2006 vom Umweltbundesamt an die Europäische Kommission übermittelt sowie im Internet veröffentlicht.