Abfallvermeidung und Verwertung: Aschen, Schlacken und Stäube in Österreich

Die Studie „Abfallvermeidung und Verwertung: Aschen, Schlacken und Stäube in Österreich“ wurde als fachliche Grundlage zur “Entwicklung einer Abfallvermeidungs- und –verwertungsstrategie für den Bundesabfall-wirtschaftsplan 2006” erarbeitet.

Sie behandelt nachfolgende Branchen bzw. Prozesse, bei denen Aschen, Schlacken und Stäube in großen Mengen anfallen oder verwendet werden:

  • Abfallverbrennung in Monoverbrennungsanlagen,
  • Mitverbrennung in Feuerungsanlagen (Kraftwerken, Wirbelschichtkesseln der Zellstoff- und Papierindustrie, Holz- und Spanplattenindustrie),
  • Kraftwerke inkl. Biomasse(heiz)kraftwerke,
  • Metallindustrie (Eisen- und Stahlindustrie, Nichteisenmetallindustrie),
  • Zementindustrie.

In der Studie ist einleitend die Ist-Situation der jeweiligen Branchen und Prozesse beschrieben. Im Anschluss daran werden Methoden und Techniken der Abfallvermeidung und -verwertung vorgestellt und Empfehlungen für Maßnahmen erarbeitet.

Abfallverbrennung

Ein Schwerpunkt der Studie liegt bei Abfallverbrennungsanlagen, die in Österreich dahingehend konzipiert sind, als Senke für Abfälle zu dienen, d.h. das Volumen der Abfälle zu reduzieren, eine weitestgehende Zerstörung und eine möglichst effektive Aufkonzentrierung von Schadstoffen zu gewährleisten und – als Mehrwert – die im Abfall enthaltene Energie zu nutzen (Stand der Technik).

2003 fielen in Abfallverbrennungsanlagen in Österreich ca. 200.000 t Schlacken und 100.000 t Flugaschen an.

Die Art, Menge und Zusammensetzung der anfallenden Aschen, Schlacken und sonstiger Rückstände aus Abfallverbrennungsanlagen wird durch die eingesetzte Menge und Zusammensetzung der Abfälle, die Feuerung, die Prozesssteuerung sowie die eingesetzte Minderungstechnologie bestimmt.

Eine Minderung der Schadstoffbelastung durch eingangseitige Entfrachtung ist durch die undefinierte Zusammensetzung des Restmülls und den Umstand, dass sich ein wesentlicher Anteil der Schadstoffe in der Feinfraktion befindet, beschränkt.

Mitverbrennung

Bei der Mitverbrennung von Abfällen kommt es in Abhängigkeit von der Menge und der Zusammensetzung der eingesetzten Abfälle einerseits zu einer stärkeren Belastung der Asche und andererseits, infolge der Minderung von Luftemissionen nach dem Stand der Technik zu einer höheren Belastung der Abwassers aus der Rauchgaswäsche. Aus Sicht eines vorsorgenden Umweltschutzes darf sich durch die Mitverbrennung die Qualität der Aschen nicht verschlechtern, um bestehende Möglichkeiten der Weitergabe an die Baustoff- und Zementindustrie weiter nutzen zu können.

Kraftwerke und Biomasse(heiz)kraftwerke

Stand der Technik für Kraftwerke ist die Konzeption und der Betrieb der Feuerung und der Rauchgasreinigungsanlagen in der Art, dass die Zusammensetzung der Aschen und des REA-Gipses den Anforderungen für den Einsatz in der Zement- und Baustoffindustrie entspricht.

Im Jahr 2002 sind in drei Kraftwerken ca. 315.000 t Grob- und Flugaschen angefallen, im Jahr 2003 sind in einem weiteren Kraftwerk ca. 58.000 t Grobasche- und Flugasche angefallen, 2004 betrug der Grobasche- und Flugascheanfall eines weiteren Kraftwerks ca. 105.000 t.

Grobaschen aus der Verbrennung von unbehandelter Biomasse können bei Einhaltung der Voraussetzungen der Kompostverordnung als Zuschlagstoffe für die Herstellung von Komposten eingesetzt werden. Zyklonaschen und Feinstflugaschen sind jedoch aufgrund der festgestellten Schwermetallgehalte nicht für Düngezwecke oder Kompostzuschläge geeignet.

Metallindustrie

In der Eisen- und Stahlindustrie fallen große Mengen an Aschen, Schlacken und Stäube, sowie Walzzunder und Schlämme an. Der Anfall von Hochofen- und Konverterschlacke betrug 2003 in Österreich über 2.000.000 t. Die Eisen- und Stahlindustrie betreibt die Produktion von Eisen- und Stahl auch im Hinblick auf die Qualität der Schlacken. Diese werden im Strassenbau, in der Zementindustrie sowie im Tiefbau eingesetzt, teilweise werden sie deponiert.

Zementindustrie

In der Zementindustrie werden einerseits Abfälle (255.810 t im Jahr 2003, das entspricht 48,9% des Energieeinsatzes) als Brennstoffe und andererseits Aschen und Schlacken, vorwiegend aus der Eisen- und Stahlindustrie sowie Rückstände der Rauchgasreinigung (REA Gips) als Sekundärrohstoffe (302.511 t im Jahr 2003) und Zumahlstoffe (762.321 t im Jahr 2003) eingesetzt.

In der österreichischen Zementindustrie werden keine Stäube oder Aschen ausgeschleust und deponiert. Eine Regelung zum Schadstoffeintrag wird in einem vom BMLFUW geleiteten Arbeitskreis ausgearbeitet.

Ausblick

Auf Grund der Deponieverordnung ist mit einer Zunahme der Aschen aus Abfallverbrennungsanlagen und Mitverbrennungsanlagen zu rechnen. Auch die Luftemissionen gehören unter diesem Gesichtpunkt und unter dem Gesichtspunkt der Umsetzungsfrist der Abfallverbrennungsverordnung (28.12.2005) neu betrachtet.

Auf Grund des Ökostromgesetztes und des Biomasseaktionsplanes ist mit der Steigerung der Aschemengen aus reinen Biomassefeuerungen zu rechnen.

Durch den in Umsetzung befindlichen und geplanten Ausbau der Stahlproduktion ist mit dem Anstieg der Schlacken, Zunder und Stäube zu rechnen.

Infobox

Downloads

Studie [PDF, 1.7MB]

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