Flüchtige organische Verbindungen (VOC)

Inhalt der Studie

© Umweltbundesamt/Groeger

Der vorliegende Report stellt die Quellen und Emissionen flüchtiger organischer Verbindungen (VOC) ausgewählter Tanklager in Österreich, die Methoden zur Ermittlung der diffusen VOC-Emissionen sowie die Techniken zu deren Minderung dar. Neben den näher betrachteten Tanklagern wird in der Studie auch der Industriestandort Schwechat mit der dort ansässigen Mineralölraffinerie und petrochemischen Industrie hinsichtlich VOC-Emissionen näher untersucht. Dadurch wird die Datenlage betreffend diese Vorläufersubstanzen für bodennahes Ozon im Hinblick auf die Erreichung der im Emissionshöchstmengengesetz-Luft (EG-L) und im Ozongesetz festgelegten Ziele und der damit verbundenen Berichtspflichten Österreichs verbessert.

Verringerung der VOC-Emissionen

Durch verschiedene Maßnahmen konnten die diffusen VOC-Emissionen aus den in dieser Studie näher betrachteten Bereichen über den Zeitraum der letzten zehn Jahre kontinuierlich verringert werden. Einen wesentlichen Beitrag dazu leisteten Minderungstechniken, wie z. B. die Ausrüstung von Schwimmdachtanks mit Primär- und Sekundärdichtungen, die Ausstattung ortsfester Kraftstoffbehälter mit Gaspendelleitungen, die Inbetriebnahme von Dämpferückgewinnungseinrichtungen sowie die Einrichtung von Bottom-Loading-Stationen zum Befüllen von Tankwagen mit Ottokraftstoffen.

Diffuse Emissionen

Einzelne in dieser Studie näher betrachtete Betriebe haben so genannte Leckerkennungs- und Reparaturprogramme (LDAR) zur Überwachung und vorbeugenden Wartung von Anlagenkomponenten und damit zur Begrenzung von diffusen Emissionen eingeführt (z. B. Raffinerie Schwechat, Borealis). Auf die Bedeutung von Managementtechniken zur Minimierung diffuser Emissionen wird neben dem Einsatz von hochdichten Anlagenkomponenten und genau ausgeführten Anlagenbau- und Montageverfahren zur Vermeidung oder Verminderung diffuser VOC-Emissionen u. a. auch im BAT-Referenzdokument Abwasser- und Abgasbehandlung/-management in der Chemischen Industrie (EIPPCB 2009) hingewiesen. Die den LDAR-Programmen zugrunde gelegten Bestimmungsmethoden für diffuse VOC-Emissionen werden in diesem Report in einem eigenen Methodenkapitel beschrieben, wie z. B. die im Jahre 2008 veröffentlichte Norm ÖNORM EN 15446.

Methoden des Monitoring

Langdistanzmessungen über optische Messgeräte, die bereits in Schweden und den USA vielfach angewandt werden, ermöglichen die Erstellung von 2/3-D-Karten der VOC-Konzentration. Mit ihnen können sowohl die Gesamtemissionen an VOC abgeschätzt als auch (unerwartete) Leckage- Quellen in Industriegebieten lokalisiert werden. Sie stellen damit eine hervorragende Ergänzung zu den klassischen Methoden zur Überprüfung von Undichtigkeiten in Systemen und zur Bestimmung von jährlichen VOC-Emissionsmengen dar.

Kunststoffverarbeitende Industrie

Als weitere potenzielle VOC-Emissionsquellen aus Industrie und Gewerbe werden Kunststoffverarbeitungsverfahren und -technologien angeführt, die im Hinblick auf VOC-Emissionen von bestehenden gesetzlichen Regelungen, wie z. B der VOC-Anlagen- Verordnung, nicht betroffen sind. In diesem Report ist daher ein eigenes Kapitel der Kunststoffbranche Österreichs gewidmet, mit Schwerpunkt auf deren Struktur, wichtigste Unternehmen und angewandte Prozesse sowie deren Relevanz hinsichtlich ihrer Umweltauswirkungen. Mitunter wird in diesem Kapitel auch auf umwelttechnische Maßnahmen zur VOC-Emissionsminderung in der kunststoffverarbeitenden Industrie verwiesen.

Der mögliche Zusammenhang zwischen VOC-Emissionen und der Bildung troposphärischen Ozons im Raum Schwechat wurde im Rahmen der Studie ebenfalls untersucht und wird in einem eigenen Kapitel dargestellt und erläutert.

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