Ziel der Umgebungslärmrichtlinie

Inhalt der EU-Umgebungslärmrichtlinie ist - vereinfacht gesagt - einerseits die Ermittlung der Belastung der Bevölkerung durch Umgebungslärm und andererseits das Erstellen von Aktionsplänen zur Vermeidung und Verminderung von Lärm. Die Richtlinie stellt einen wichtigen Schritt für die Weiterentwicklung der Lärmbekämpfung auf Ebene der EU dar, da mit ihr eine EU-weite Harmonisierung der Lärmbekämpfung angestrebt wird.

 

Umgebungslärm bezeichnet im Sinne der Richtlinie "unerwünschte oder gesundheitsschädliche Geräusche im Freien, die durch Aktivitäten von Menschen verursacht werden, einschließlich des Lärms, der von Verkehrsmitteln, Straßenverkehr, Eisenbahnverkehr, Flugverkehr sowie Geländen für industrielle Tätigkeiten ... ausgeht". Eindeutig nicht in den Geltungsbereich fallen zum Beispiel Lärm am Arbeitsplatz oder in Verkehrsmitteln oder Nachbarschaftslärm.

 

Die Erfassung der Lärmbelastung beschränkt sich auf jene Gebiete, die an Hauptverkehrsstraßen, Haupteisenbahnstrecken oder Großflughäfen angrenzen. Ob eine Straße, Bahnstrecke oder ein Flughafen in den Geltungsbereich der Richtlinie fällt, hängt vom Verkehrsaufkommen ab.

 

Entsprechend der EU-Richtlinie sind in Ballungsräumen auch weniger stark befahrene Straßen und Schienenstrecken zu betrachten. Weiters sind dort auch Industrieanlagen ab einer gewissen Größe zu betrachten.

Neue Größen für die Bewertung

Mit der Umgebungslärmrichtlinie werden - vor allem in Hinblick auf die Harmonisierung der Lärmschutzpolitik auf EU-Ebene - neue Beurteilungsgrößen eingeführt.

 

Für die Angabe der Lärmbelastung wurden die Indizes

 

Lnight für den Nachtzeitraum und

Lden (Lday-evening-night) für den 24-Stunden-Tag festgelegt.

Aktionspläne und Schwellenwerte

Bei der Ausarbeitung der Aktionspläne ist inbesonders auf jene Gebiete einzugehen, in denen die Lärmbelastung hoch ist. Zur Identifikation dieser Gebiete wurden im Rahmen der nationalen Umsetzung Schwellenwerte für die Aktionsplanung eingeführt, ab deren Überschreitung in den Aktionsplänen Maßnahmen in Erwägung zu ziehen oder einzuführen sind.

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