Evaluierung der Maßnahme „Pflugloser Ackerbau“

Klimarelevanz im Fokus

© Maria Deweis

In einer Studie des Umweltbundesamtes zeigte sich, dass Bodenschutz, wie er im Rahmen des pfluglosen Ackerbaus praktiziert wird, ein großes Potenzial an Klimaschutzwirkung und Klimawandelanpassung bietet.

 

Neben den deutlichen Hinweisen auf einen kohlenstoffanreichernden Effekt im Boden sind die damit verbundenen Treibstoffeinsparungen als klimarelevant zu nennen.

 

Des Weiteren wird ein technologischer Fortschritt in der Bodenbewirtschaftung angestoßen, wie z.B. wie die Anwendung der Injektionstechnik zum Ausbringen von Wirtschaftsdüngern, der ein deutliches Potenzial für künftige ÖPUL (Österreichisches Agrar-Umweltprogramm)-Maßnahmen hat.

Zudem wurden die Wechselwirkungen zwischen dem Gehalt an organischem Kohlenstoff in Ackerböden und den Lachgas- (N2O-) Emissionen untersucht.

Entsprechend der vorliegenden Studie könnte mit dem pfluglosen Ackerbau insgesamt eine Stickstoff-Effizienzsteigerung erreicht werden. Insbesondere durch die höhere Anforderung an die Ausbringungstechnik für die Wirtschafts- und die Mineraldünger auf pfluglos bewirtschaftetem Ackerland kann die Effektivität des Wirtschaftsdüngers, wenn dies in der Düngerplanung berücksichtigt wird, deutlich erhöht werden. Damit kann eine indirekte Reduktion von Mineraldüngern abgeleitet werden.

© Umweltbundesamt

Wird davon eine mögliche Klimaschutzwirkung errechnet, zeigt sich eine Treibhausgasreduktion von 296 Gg CO2 (entspricht 3,9 % der Treibhausgasemissionen aus der Landwirtschaft). Dabei werden die bisherigen Wirkungen aufgrund des Flächenumfangs der ÖPUL-Maßnahme „Mulch- und Direktsaat“ bereits berücksichtigt.

Die positiven Auswirkungen auf die Luftqualität werden insbesondere durch die Anwendung der bodennahen Gülleausbringung bzw. Einbringung von Düngemitteln in den Boden bewirkt. Geschätzte 55 % des NH3-Verlustes bei der Ausbringung von Wirtschaftsdüngern könnten durch die Anwendung von innovativer Technik im Kontext der pfluglosen Bewirtschaftung zum großen Teil vermieden werden - zumindest aber könnten diese jedenfalls reduziert werden.

 

Aus Sicht der Klimawandelanpassung liegt der Hauptfokus der Wirkung einer pfluglosen Bodenbearbeitung auf der Anreicherung bzw. Stabilisierung von organischem Kohlenstoff in den Böden, wodurch eine gute Wasserrückhaltekapazität und Wasserversorgung gewährleistet ist.