Ökologische Langzeitforschung (LTER) in Österreich

© Smidt BFW Messplot, Zöbelboden

Seit dem Jahr 2001 bringt sich Österreich aktiv in den internationalen LTER-Prozess ein. Im Vorfeld dieses Engagements war eine nationale Strategiebildung in der Ökosystem-Forschung notwendig.

 

National wie international soll die breite Palette an Projekten im Bereich der Langzeitforschung vernetzt und harmonisiert werden. Durch die Nutzung von Synergien, insbesondere bei Forschungsinfrastrukturen, will man trotz knapper werdender Ressourcen ein Maximum an Forschungsergebnissen ermöglichen.

Der Ausgangspunkt für die Entwicklung der österreichischen ökologischen Langzeitforschung (LTER) bestand in einer bundesweiten Recherche des Österreichischen Netzwerks für Umweltforschung (ÖNUF) zu Projekten und Einrichtungen der Ökosystem-Forschung. Diese führte 2002 zur Gründung der Österreichischen Gesellschaft für Langzeitforschung (LTER-Austria). LTER-Austria und das Umweltbundesamt brachten Österreich mit Unterstützung des BMWF in den internationalen LTER-Prozess ein (ILTERN, LTER-Europe, ALTER-Net). Beim USA-EU-Workshop zu LTER im Jahr 2003 wurde das österreichische Konzept für Forschungsplattformen (LTSER Platforms) erstmals präsentiert und sehr positiv bewertet.

National galt es, einen breiten Konsens über dieses Konzept und die räumliche Konzentration der österreichischen LTER-Aktivitäten herzustellen.

Forschungsplattformen (LTSER-Plattformen) in Österreich

© Umweltbundesamt

Auf Basis eines Kriterienkatalogs wurden in diesem Prozess drei Forschungsplattformen für Österreich vorgeschlagen, welche bedeutende naturräumliche Einheiten repräsentieren: die österreichischen Hochalpen, die österreichischen Voralpen inklusive des Alpenvorlandes und den pannonischen Osten Österreichs.

Derzeit werden zwei dieser vorgeschlagenen Forschungsplattformen umgesetzt: einerseits die "Forschungsplattform Eisenwurzen" im Bereich der Nördlichen Kalkalpen (OÖ, NÖ und Stmk) und andererseits die "Forschungsplattform High Alps" im Bereich der Ötztaler und Stubaier Alpen.

Seit 2004 wurden laufend Trägerinstitutionen und Forschungspartner in die Forschungsplattformen integriert, ein "Memorandum of Understanding" entwickelt, Forschungsprojekte unterstützt und das österr. Netzwerk in die internationalen Entwicklungen eingebracht. Meilensteine in diesem Prozess waren:

  • Nationaler LTER-Workshop in Gumpenstein vom 28. - 29.1.2004
  • Erfolgreicher Antrag um Aufnahme in das globale LTER-Netzwerk "ILTERN" am 7.7.2004
  • Nationaler LTER-Workshop in Obergurgl vom 28. - 29.10.2004
  • Workshops der Forschungsplattform Eisenwurzen am 25.11.2004, 14.9.2005, 13./14.6.2006 und 28.2.2007

Bei der Implementierung von Forschungsplattformen hat Österreich im internationalen Vergleich noch einigen Vorsprung: Erstens findet das Konzept national relativ breite Akzeptanz; zweitens hat eine Standortswahl in einem relativ fließenden Prozess stattgefunden; drittens besteht ein grundsätzliches Einverständnis der betroffenen Einrichtungen zur Kooperation und viertens setzt die österreichische Forschungsförderung durch moderne und hoch integrative Konzepte entsprechende Impulse (z. B. proVision).

Wesentliche Resultate des österreichischen LTER-Prozesses

  • Außenwirkung: LTER-Austria konnte als "Marke" etabliert werden. Der gewählte strategische Ansatz gilt in Ländern wie Deutschland, Italien, Spanien, Finnland, Belgien und Brasilien als Musterbeispiel.
  • Etablierung einer Modellregien. Die Forschungsplattform Eisenwurzen wird als Musterregion für ein in Ausarbeitung befindliches europäisches Netz von Forschungsplattformen herangezogen. Damit ist die Fokussierung von internationalen Forschungsprojekten auf die Eisenwurzen samt wissenschaftlichem Mehrwert und entsprechendem Rücklauf von Forschungsmitteln zu erwarten.
  • Im globalen LTER-Netzwerk repräsentiert Österreich seit 2005 Westeuropa.
  • In ALTER-Net werden zwei von insges. 12 Workpackages von Österreich geleitet. In einem dritten Workpackage hat Österreich die stellvertretende Leitung.

Die wesentlichen Akteure von LTER in Österreich sind das BMWF, der Verein LTER-Austria mit den Sektionen High Alps und Eisenwurzen, das Umweltbundesamt und einzelne Bundesländer.

Infobox

Downloads

LTER-Netzwerk [PDF, 2.3MB]

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