Grenz-, Ziel- und Schwellenwerte

Für Luftschadstoffe, die erhebliche Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit oder auf Ökosysteme und die Vegetation haben können, sind Grenz-, Ziel- oder Schwellenwerte im Immissionsschutzgesetz-Luft (IG-L) bzw. im Ozongesetz festgelegt. Diese Gesetze basieren auf europäischen Richtlinien zur Luftreinhaltung.

 

Die Schwellenwerte für Ozon dienen zur Information der Bevölkerung, ebenso die Alarmwerte für Schwefeldioxid und Stickstoffdioxid.

Immissionsgrenzwerte zum Schutz der Gesundheit

Schadstoff Konzentration Mittelungszeit
SO2 120 µg/m³ Tagesmittelwert
SO2 200 µg/m³ Halbstundenmittelwert; bis zu drei Halbstundenmittelwerte pro Tag, jedoch maximal 48 Halbstunden­mittelwerte im Kalenderjahr bis zu 350 µg/m³ gelten nicht als Überschreitung
PM10 50 µg/m³ Tagesmittelwert; pro Kalenderjahr sind 25 Überschreitungen zulässig
PM10 40 µg/m³ Jahresmittelwert
PM2,5 25 µg/m³ Jahresmittelwert; der Grenzwert ist ab 1.1.2015 einzuhalten.
CO 10 mg/m³ Gleitender Achtstundenmittelwert
NO2 200 µg/m³ Halbstundenmittelwert
NO2 30 µg/m³ (35 µg/m³ inkl. Toleranzmarge) Jahresmittelwert; Der Grenzwert ist ab 1.1.2012 einzuhalten. Die Toleranzmarge von 5 µg/m³ gilt bis auf weiteres gleich bleibend ab 1.1.2010.
Benzol 5 µg/m³ Jahresmittelwert
Blei 0,5 µg/m³ Jahresmittelwert

Depositionsgrenzwerte zum Schutz der Gesundheit

Luftschadstoff Depositionswerte in mg/(m².d) als Jahresmittelwert
Staubniederschlag 210
Blei im Staubniederschlag 0,100
Cadmium im Staubniederschlag 0,002

Alarmwerte zum Schutz der menschlichen Gesundheit

Schadstoff Konzentration Mittelungszeit
SO2 500 µg/m³ gleitender Dreistundenmittelwert
NO2 400 µg/m³ gleitender Dreistundenmittelwert

Zielwerte zum Schutz der menschlichen Gesundheit

Schadstoff Konzentration Mittelungszeit
PM2,5 25 µg/m³ Jahresmittelwert
NO2 80 µg/m³ Tagesmittelwert

Verpflichtung für den AEI

Der AEI (Average Exposure Indicator, Indikator für die durchschnittliche Exposition) ist ein mit Messungen an Messstellen für den städtischen Hintergrund ermittelter Durchschnittswert für die PM2,5 Belastung. Er wird als gleitender Jahresmittelwert der Konzentration für drei Kalenderjahre berechnet.

Schadstoff Konzentration Mittelungszeit
PM2.5 20 µg/m³ Gleitender Jahresmittelwert 2013-2015

Grenz- und Zielwerte zum Schutz von Ökosystemen und der Vegetation

Schadstoff Konzentration Mittelungszeit Art
NOx 30 µg/m³ Jahresmittelwert Grenzwert
SO2 20 µg/m³ Jahresmittelwert und Wintermittelwert Grenzwert
NO2 80 µg/m³ Tagesmittelwert Zielwert
SO2 50 µg/m³ Tagesmittelwert Zielwert

Grenzwerte zur Umsetzung der 4. Luftqualitätstochterrichtlinie

Die Zielwerte der 4. Luftqualitätstochterrichtlinie für bestimmte Schwermetalle und Benzo(a)pyren gelten gemäß Immissionsschutzgesetz-Luft seit 2013 als Grenzwerte.

Schadstoff Konzentration Mittelungszeit
Arsen 6 ng/m³ Jahresmittelwert
Cadmium 5 ng/m³ Jahresmittelwert
Nickel 20 ng/m³ Jahresmittelwert
Benzo(a)pyren 1 ng/m³ Jahresmittelwert

Schwellen- und Zielwerte für Ozon

Informations- und Warnwerte
Informationsschwelle 180 µg/m³ Einstundenmittelwert
Alarmschwelle 240 µg/m³ Einstundenmittelwert
Zielwerte
Gesundheitsschutz 120 µg/m³ Höchster Achtstundenmittelwert des Tages, darf an höchstens 25 Tagen pro Kalenderjahr überschritten werden, gemittelt über 3 Jahre
Schutz der Vegetation 18.000 µg/m³.h AOT40, Mai–Juli, 08:00–20:00 Uhr (MEZ) gemittelt über 5 Jahre
Langfristige Ziele
Gesundheitsschutz 120 µg/m³ Höchster Achtstundenmittelwert des Kalenderjahres
Schutz der Vegetation 6.000 µg/m³.h AOT40, Mai–Juli, 08:00–20:00 Uhr (MEZ)

Grenzwerte für Luftschadstoff in der Außenluft und am Arbeitsplatz

Für die Belastung in der Außenluft durch Stickstoffdioxid (NO2) ist in der EU ein Grenzwert von 40 µg/m³ als Jahresmittelwert festgelegt; für spezielle Arbeitsplätze beträgt dagegen der Grenzwert für den Tagesmittelwert in Österreich 6000 µg/m³. Während der Grenzwert für die Außenluft durchgehenden Schutz auch für Kinder, ältere Personen, Kranke bieten, ist der Arbeitsplatzgrenzwert für gesunde Arbeitende und zeitlich begrenzte Belastung ausgelegt.

Luftschadstoff-Grenzwerte für die Außenluft beruhen auf Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Sie berücksichtigen, dass bestimmte Bevölkerungsgruppen empfindlich auf Luftschadstoffe reagieren können. Dazu gehören Kinder, Schwangere, Personen mit Vorerkrankungen der Atemwege oder des Herz-Kreislaufsystems und ältere Menschen. Auch sind diese Grenzwerte für eine langandauernde Belastung ausgelegt. Grundlage für die Empfehlungen der WHO sind umfangreiche, langjährige wissenschaftliche Studien, die in regelmäßigen Abständen evaluiert werden. Bei der Festlegung von Grenzwerten in der EU spielen neben den Empfehlungen der WHO auch das Belastungsniveau, die Erreichbarkeit der Grenzwerte und wirtschaftliche Überlegungen eine Rolle.

Für Stickstoffdioxid (NO2) beträgt der Grenzwert für den Jahresmittelwert in der Außenluft 40 µg/m³; für den Einstundenmittelwert 200 µg/m³. NO2 beeinflusst vor allem die Lungenfunktion, neuere Studien zeigen aber auch Zusammenhänge zwischen Kurzzeit- und Langzeitexposition mit Mortalität und Morbidität. Diese Zusammenhänge wurden bei Konzentrationen im Bereich oder unter den aktuellen Grenzwerten festgestellt. Die Grenzwerte wären seit dem Jahr 2010, bei Einhaltung bestimmter Ausnahmeregelungen seit spätestens 2015 einzuhalten. In Österreich wird der Grenzwert für den Jahresmittelwert in größeren Städten im dicht verbauten Stadtgebiet an stärker befahrenen Straßen sowie entlang von Autobahnabschnitten überschritten. Hauptverursacher sind Diesel-Fahrzeuge.

Grenzwerte für Arbeitsplätze (MAK-Werte, maximale Arbeitsplatz-Konzentration) beruhen ebenfalls auf wissenschaftlichen Studien; sie gelten aber nur für gesunde Arbeitende an deren Arbeitsplatz während der Arbeitszeit von acht Stunden am Tag und 40 Stunden in der Woche. Auch werden Arbeitende, die berufsbedingt einer Schadstoffbelastung ausgesetzt sind, arbeitsmedizinisch betreut und regelmäßig untersucht. Bei schwangeren oder stillenden Arbeitnehmerinnen kann auch bei Einhaltung der MAK-Werte eine gesundheitliche Beeinträchtigung nicht ausgeschlossen werden. Die Grenzwerte für Arbeitsplätze sind in Österreich in der Grenzwerteverordnung 2011 festgelegt. Für NO2 beträgt der Grenzwert für den Tagesmittelwert 6.000 µg/m³, wobei der Beurteilungszeitraum acht Stunden bei einer Wochenarbeitszeit von 40 Stunden beträgt. Hohe NO2-Konzentrationen können bei bestimmten Industriearbeitsplätzen wie z.B. beim Schweißen oder beim Betrieb von Dieselmotoren auftreten.

Für Büroarbeitsplätze gelten die MAK-Werte nicht; für diese gibt es Richtwerte für Innenräume wie sie auch für Wohnräume empfohlen werden. Der WHO-Richtwert für Innenräume entspricht jenem für die Außenluft als Jahresmittelwert. Hohe NO2-Konzentrationen in Innenräumen können bei Verbrennungsprozessen wie Gasherde, Gastherme oder Kaminfeuer entstehen. Ohne diese Quellen wird die Innenraumbelastung bei NO2 durch die Belastung in der Außenluft dominiert.

Einheiten und Begriffe

AOT40: Accumulated exposure Over Threshold of 40 ppb. Summe der Differenz zwischen Ozonkonzentrationen über 40 ppb als nicht-gleitender Einstundenmittelwert und 40 ppb (sofern die Ozonkonzentration über 40 ppb liegt) über den Zeitraum Mai–Juli unter Verwendung eines täglichen Zeitfensters von 08:00 bis 20:00 Uhr. 1 ppb Ozon entspricht in etwa 2 µg/m³

 

ppb: parts per billion

 

mg/m³: Milligramm pro Kubikmeter

 

µg/m³: Mikrogramm pro Kubikmeter

 

ng/m³: Nanogramm pro Kubikmeter

 

mg/m².d: Milligramm pro Quadratmeter und Tag