Ammoniak

Ammoniak (NH3) entsteht hauptsächlich beim Abbau von organischem und mineralischem Dünger sowie bei der Lagerung von Gülle. Dementsprechend ist die Landwirtschaft Hauptquelle der Ammoniakemissionen. NH3 ist primär für die Bildung versauernder und eutrophierender Schadstoffe und für die Bildung sekundärer Partikel (Feinstaub) verantwortlich.

Emissionstrend 1990-2016

NH3-Emissionen 1990 bis 2016

2016 wurden in Österreich rund 67.600 Tonnen Ammoniak emittiert. Seit 1990 hat sich das Emissionsniveau wenig verändert (+ 2,3 %), der Anstieg gegenüber dem vorangegangenen Jahr 2015 beträgt +1,0 %.   

Reduktionsziel und Flexibilitätsmechanismen

Gemäß revidierter NEC-Richtlinie 2016/2284 können die EU-Mitgliedstaaten unter bestimmten Umständen Flexibilitätsregelungen für die Zielerreichung nutzen. Österreich hat im Jahr 2017 Vorschläge zur Anpassung spezifischer Inventurdaten für die NH3-Zielerreichung bei der Europäischen Kommission eingereicht.

Die festgesetzte Emissionshöchstmenge für NH3 (66.000 Tonnen) wird unter Berücksichtigung der im Jahr 2017 bewilligten Anpassungen im Jahr 2016 um 600 Tonnen überschritten.

Anmerkung

Entsprechend Artikel 2 der NEC-Richtlinie werden nur die im Inland emittierten Luftschadstoffe berücksichtigt. Die im Ausland durch Kraftstoffexport freigesetzten Emissionsanteile sind hier nicht berücksichtigt.

Nähere Informationen sind im Bericht "Austria´s Annual Air Emission Inventory 1990-2016" zu finden. Dieser ist auf der Seite "Aktuelle Emissionsberichte" abrufbar.

Immissionsbelastung

Ammoniak reagiert rasch mit anderen Luftschadstoffen (Schwefeldioxid, Stickstoffoxide) oder lagert sich in der Umgebung der Schadstoffquellen ab. Die Belastung durch Ammoniak direkt ist vor allem lokal von Bedeutung und wird daher nicht flächendeckend erhoben, sondern durch Messkampagnen. Grenzwerte für die Belastung sind keine festgelegt. Um Schäden an der Vegetation zu vermeiden, sollte die Konzentration 10µg/m³ nicht übersteigen, bei empfindlichen Ökosystemen sollte sie nicht über 1-4µg/m³ liegen.