Stickstoffoxide

Stickstoffoxide NOx (Stickstoffmonoxid (NO) und Stickstoffdioxid (NO2)) entstehen überwiegend als unerwünschte Nebenprodukte bei der Verbrennung von Brenn- und Treibstoffen bei hoher Temperatur. Der mit Abstand größte Verursacher ist der Verkehr. Für den Menschen besonders schädlich ist NO2, da es die Lungenfunktion beeinträchtigt.

Auswirkungen auf Mensch und Umwelt

Für den Menschen besonders schädlich ist NO2, da es die Lungenfunktion beeinträchtigt, aber auch Langzeiteffekte auf die kardiovaskulare Mortalität hat, das heißt Todesfälle durch Herz-Kreislauferkrankungen. So wird für Deutschland mit etwa 6.000 vorzeitigen Todesfällen durch die NO2-Belastung gerechnet.

Außerdem sind die Stickstoffoxide mitverantwortlich für die Versauerung und Eutrophierung (Überdüngung) von Böden und Gewässern. In der kalten Jahreszeit entsteht aus gasförmigen Stickoxiden und Ammoniak partikelförmiges Ammoniumnitrat. Dieses trägt zu einer großräumigen Belastung durch Feinstaub (PM10) bei. Im Sommer führen Stickstoffoxide zusammen mit Kohlenwasserstoffen zur Bildung von Ozon.

Emissionstrend 1990-2016

© Umweltbundesamt NOx-Emissionen 1990 bis 2016

Im Jahr 2016 wurden in Österreich - ohne Berücksichtigung des Kraftstoffexports - ca. 139.600 Tonnen Stickstoffoxide emittiert und damit um 32 % weniger als 1990. Gegenüber dem vorangegangenen Jahr 2015 sind die Emissionen um 2,1% gesunken.

Reduktionsziel und Flexibilitätsmechanismen

Gemäß revidierter NEC-Richtlinie 2016/2284 können die EU-Mitgliedstaaten unter bestimmten Umständen Flexibilitätsregelungen für die Zielerreichung nutzen. Österreich hat im Jahr 2017 Vorschläge zur Anpassung spezifischer Inventurdaten für die NOx-Zielerreichung bei der Europäischen Kommission eingereicht.

Unter Berücksichtigung dieser im Jahr 2017 bewilligten Anpassungen wird die festgesetzte Emissionshöchstmenge für NOx (103.000 Tonnen) im Jahr 2016 um 2.600 Tonnen überschritten.

 

Anmerkung

Entsprechend Artikel 2 der NEC-Richtlinie werden nur die im Inland emittierten Luftschadstoffe berücksichtigt. Die im Ausland durch Kraftstoffexport freigesetzten Emissionen sind hier nicht enthalten.

Nähere Informationen sind im Bericht "Austria´s Annual Air Emission Inventory 1990-2016" zu finden. Dieser ist auf der Seite "Aktuelle Emissionsberichte" abrufbar.

Belastungssituation

Die Grenzwerte für NO2 werden vor allem verkehrsnah in größeren Städten und im Inntal überschritten. Hauptverursacher dieser Überschreitungen ist der Verkehr. Zur Verringerung der Belastung wurde verschiedene Maßnahmen eingeführt, wie z.B. ein Nachtfahrverbot für schwere Nutzfahrzeuge, ein sektorales Fahrverbot oder Geschwindigkeitsbeschränkungen, eingeführt.

 

Großflächig überschritten werden aber die kritischen Belastungsgrenzen für den Wald durch Überdüngung, wie Berechnungen des CCE zeigen.

© Umweltbundesamt Jahresmittelwerte NO2 1998-2017

Nach einem Rückgang bis Ende der 90er-Jahre hat die NO2-Belastung an stärker befahrenen Straßen bis zum Jahr 2006 wieder zugenommen. Dies ist auf die Zunahme von Diesel-PKW mit Oxidationskatalysatoren zurrückzuführen. Erst in den letzten Jahren nehmen die Werte wieder ab.

Auch die großflächigen Überschreitungen der kritischen Belastungsgrenzen des Waldes durch Überdüngung reduzierte sich in den letzten Jahren kaum.