Treibhausgase

Vermehrt auftretende Wetteranomalien und Extremwetterereignisse werden heute von der überwiegenden Mehrzahl der Wissenschaftler auf den laufenden Klimawandel zurückgeführt. Eine treibende Kraft dafür sind die vom Menschen verursachten Emissionen von Treibhausgasen (THG), die den Energiehaushalt der Atmosphäre durch die Absorption von Infrarot-Strahlung beeinflussen. Zu den klimawirksamen Gasen zählen:

 

  • Kohlendioxid (CO2), das beim Verbrauch fossiler Brennstoffe entsteht,
  • Methan (CH4),
  • Lachgas (N2O) und
  • fluorierte Gase (F-Gase).

 

Zur Berechnung der THG-Emissionen werden die Emissionswerte aller Gase in CO2-Äquivalent umgerechnet. Dazu werden für die Treibhausgasinventur die Treibhausgaspotenziale des "IPCC Fourth Assessment Report" (2007) herangezogen.

THG-Emissionstrend und Stand Zielerreichung

© Umweltbundesamt THG-Emissionen 1990-2015 und Stand KSG-Zielerreichung

2015 wurden in Österreich 78,9 Mio. Tonnen Kohlendioxid-Äquivalent emittiert. Das entspricht einem Anstieg um 0,1% gegenüber dem Kyoto-Basisjahr 1990 und einem Anstieg um 3,2% gegenüber 2014. 

 

Betrachtet man nur die vom Klimaschutzgesetz (KSG) umfassten Sektoren (Nicht-Emissionshandelsbereich), so liegen die Emissionen 2015 bei 49,3 Mio. Tonnen Kohlendioxid-Äquivalent und somit um 2,2 Mio. Tonnen unter der Höchstmenge für 2015 (51,5 Mio. Tonnen).

Gründe für diese Entwicklung sind insbesondere eine Verschiebung der Stromproduktion von Wasserkraft auf kalorische Kraftwerke (überwiegend Gas) wie auch der höhere Einsatz von Treibstoffen im Verkehr und der höhere Heizbedarf von Gebäuden aufgrund der Witterung.

Anteil der Sektoren an den THG-Emissionen 2015 (Sektoreinteilung gemäß KSG)

Die größten Verursacher der THG-Emissionen sind die Sektoren Energie und Industrie, Verkehr, Landwirtschaft sowie Gebäude.

 

Die Gesamtemissionen des Sektors Energie und Industrie beliefen sich 2015 auf 35,7 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent, jene des Verkehrs auf 22,1 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent. Die Landwirtschaft sowie der Sektor Gebäude verursachten je 8,0 Mio. Tonnen,  die Abfallwirtschaft 3,0 Mio. Tonnen und die Fluorierten Gase 2,0 Mio. Tonnen.

Internationale Klimaverhandlungen

1992 wurde die Klimarahmenkonvention (United Nations Framework Convention on Climate Change, UNFCCC) als ein internationales, multilaterales Klimaschutzabkommen unterzeichnet, mit dem Ziel die Konzentrationen der Treibhausgase in der Atmosphäre auf einem Niveau zu stabilisieren, auf dem eine gefährliche anthropogene Störung des Klimasystems verhindert wird. 197 Vertragsparteien, also nahezu alle Staaten der Welt, haben die UNFCCC bis heute ratifiziert.

 

Kyoto-Protokoll

2005 trat das Kyoto-Protokoll in Kraft, das erstmals völkerrechtlich verbindliche THG-Reduktionsziele für die Industriestaaten festlegte. Die EU verpflichtete sich, ihre THG-Emissionen um 8% zu reduzieren. Österreichs Verpflichtung innerhalb der europäischen Lastenaufteilung betrug 13% gegenüber 1990. Die erste Kyoto-Verpflichtungsperiode ging Ende 2012 zu Ende, eine Einigung über eine Folgeperiode wurde bei der 8. Vertragsstaatenkonferenz in Doha 2012 erzielt.

 

Die zweite Kyoto-Verpflichtungsperiode läuft von 2013 bis 2020. Für diesen Zeitraum verpflichten sich die EU sowie einige Industrieländer, ihre THG-Emissionen weiter zu reduzieren. Das Abkommen tritt in Kraft, wenn drei Viertel der Vertragsparteien zum Kyoto-Protokoll ihre Ratifizierungsurkunden hinterlegt haben (status of ratification). Die vereinbarte Reduktion für die EU und ihre Mitgliedstaaten beträgt 20% gegenüber 1990. Diese Verpflichtung steht im Einklang mit dem bereits gültigen Klima- und Energiepaket 2020.

 

Klimaschutzabkommen Paris 2015

Im Jahr 2011 wurde bei der Vertragsstaatenkonferenz in Durban die Entscheidung für die Verhandlung über ein neues globales Klimaschutzabkommen für die Zeit nach 2020 getroffen. 2015 wurde dieses bei der 21. Vertragsstaatenkonferenz in Paris beschlossen. Es trat am 4. November 2016 in Kraft, da mehr als 55 Vertragsparteien, die zumindest 55% der globalen THG-Emissionen umfassen, es ratifiziert haben. Im Pariser Abkommen wurde das langfristige 2°C Ziel erstmals in einem völkerrechtlichen Vertrag festgelegt.

Die Vertragsparteienkonferenz fand zuletzt von 7. bis 18. November 2016 in Marrakesch/Marokko statt.

Im Gegensatz zum Kyoto-Protokoll umfasst dieses neue Abkommen nicht nur Industrie-, sondern auch Schwellen- und Entwicklungsländer, um der Veränderung der globalen Verteilung der THG-Emissionen Rechnung zu tragen. Geplante Reduktionsvorhaben der teilnehmenden Länder ("Intended Nationally Determined Contributions") wurden bei der UNFCCC eingereicht. mehr 

Details zu diesen Themen sind im Klimaschutzbericht zu finden.