Nachhaltige Entwicklung in Regionen

© Umweltbundesamt Grenzüberschreitender Austausch

Wie nachhaltige Entwicklung und globale Verantwortung diskutiert, in Ziele gefasst und umgesetzt werden kann, zeigen zwei Handbücher, die im Rahmen des ETZ-Projekts BeFoRe entstanden sind.
Im Projekt BeFoRe „Ausgestaltung von regionalen Beteiligungsprozessen mit dem Fokus globale Verantwortung in ländlichen Pilotregionen für Europa“ machten sich eine österreichische und eine slowakische Region auf, um für nachhaltige Entwicklung und globale Verantwortung geeignete Wege zu finden: das Triestingtal in Niederösterreich und die Kleinregion Kleine Karpaten in der Slowakei.

Dabei fanden Aktivitäten einerseits auf der Gemeinde- und Regionsebene, andererseits auch in Schulen statt. Die beiden Handbücher „Nachhaltige Entwicklung und globale Verantwortung in Gemeinden und Regionen“ und „Global action schools 2 regions“ bauen auf diesen Erfahrungen auf und geben Anleitung und Anregung zum Umsetzen.


Das Handbuch „Nachhaltige Entwicklung und globale Verantwortung in Gemeinden und Regionen“ beginnt mit der Abklärung der Grundvoraussetzungen in Gemeinden und Regionen. Wo steht eine Gemeinde, eine Region überhaupt, wenn es um nachhaltige Entwicklung geht? Das Handbuch zeigt, wie Nachhaltigkeitsindikatoren helfen können, eine Status-Quo-Analyse vorzunehmen. Das Ziel nachhaltiger Entwicklung lässt sich – im Gegensatz zum Ziel des Wirtschaftswachstums – auch nicht eindeutig und für alle Kommunen/Regionen gleich festlegen. Politik oder Wissenschaft können Ziele zur nachhaltigen Entwicklung nicht allein bestimmen, sondern müssen diese im Dialog zwischen allen Betroffenen ausverhandeln. Daher ist der Gestaltung solcher regionsinterner Dialoge ein Kapitel gewidmet.

© Umweltbundesamt Die TeilnehmerInnen der 1. Gruppe des Triestingtaler BürgerInnenrats

Regionen haben oft völlig unterschiedliche gesellschaftliche, kulturelle und wirtschaftliche Voraussetzungen. Ein eigener Abschnitt zeigt beispielshaft, wie sich Gemeinden und Regionen grenzüberschreitend zu nachhaltiger Entwicklung austauschen können. Abschließend liegt der Schwerpunkt auf der Öffentlichkeitsbeteiligung. Die Diskussion über nachhaltige Entwicklung und globale Verantwortung soll nicht nur über ExpertInnen, PolitikerInnen und InteressensvertreterInnen geführt werden. Vor allem die betroffene und interessierte Bevölkerung von Gemeinden, Regionen sowie Jugendliche und SchülerInnen sollen einbezogen werden. Theoretische Grundlagen sowie ein Beispiel aus dem Projekt BeFoRe, der 1. Triestingtaler BürgerInnenrat, runden das Handbuch ab.

Das Handbuch „Global action schools 2 regions" stellt Schulprojekte vor, die im Rahmen des Projekts BeFoRe gemacht wurden. Es wurde ein Konzept entwickelt, das den Prinzipien des Global Citizenship-Diskurses, der Bildung für nachhaltige Entwicklung und dem globalen Lernen entspricht. Zentrales Thema ist dabei die Frage von Nachhaltigkeit, globaler Verantwortung und ihre Verankerungen im Raum.

 

SchülerInnen im Alter von 10 bis 15 Jahren denken über ihr Leben und Perspektiven in ihrer Gemeinde nach. Sie überlegen, ob und wie sie etwas bewegen können und was es bringt, wenn sie sich einmischen. Das Ziel ist, dass Kinder und Jugendliche für die aktive Mitgestaltung in ihrer Gemeinde begeistert werden. Eine lebendige Schule und eine lebendige Gesellschaft brauchen Partizipation, brauchen Einmischung und Dialog.

 

Fünf Schulen, alle aus der Region Triestingtal, setzten die Themen nachhaltige Entwicklung und globale Verantwortung vielfältig um. So arbeitete die Neue Mittelschule Berndorf zum Schwerpunkt nachhaltiger Konsum, das Bundesgymnasium Berndorf zu Wasser und seiner Bedeutung, die Polytechnische Schule Pottenstein widmete sich dem kritischen Thema der Handyerzeugung sowie Handynutzung, die Rudolf Steiner Landschule hatte den komplexen Ansatz zu nachhaltiger Entwicklung zum Thema und die Hauptschule Weissenbach konzentrierte sich auf Fairen Handel.

 

In einem ersten Schritt wurden die verschiedenen Vorschläge an den Schulen diskutiert, in einem zweiten Schritt wurde die Diskussion dann auf die Gemeindeebene gebracht. Dabei luden BürgermeisterInnen die SchülerInnen auf das Gemeindeamt ein, um deren Vorschläge zu besprechen. Der Rahmen des Gemeindeamts signalisiert SchülerInnen, dass öffentliche Räume der Verwaltung und der Politik für sie zugängig und nutzbar sind.