Biodiversitäts-Strategie Österreich 2020+

Vielfalt erhalten, um Lebensqualität und Wohlstand für uns und zukünftige Generationen zu sichern

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Die EU-Biodiversitätsstrategie sieht vor, dass bis zum Jahr 2020 in der EU der Verlust an biologischer Vielfalt sowie die Verschlechterung von Ökosystemdienstleistungen angehalten werden soll. Gleichzeitig soll der Beitrag der Europäischen Union zur Verhinderung des Verlustes an biologischer Vielfalt weltweit erhöht werden.

 

Zur Umsetzung dieser Verpflichtungen wurde unter der Federführung des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (BMLFUW) die "Biodiversitäts-Strategie Österreich 2020+" unter Einbindung von Stakeholdern entwickelt. Die neue österreichische Biodiversitätsstrategie wurde von der österreichischen Bundesregierung im Oktober 2014 zur Kenntnis genommen.

 

Österreich ist reich an biologischer Vielfalt. Diese Vielfalt an Ökosystemen, Genen, Mikroorganismen, Pflanzen und Tieren ist für den Menschen unentbehrlich. Die Schwerpunkte der neuen Biodiversitätsstrategie liegen im Erhalt der Vielfalt, in der Eindämmung von Gefährdungen sowie in der Bewusstseinsbildung.

 

Mit der Biodiversitätsstrategie wird auch der Forderung aus dem Übereinkommen über die biologische Vielfalt nachgekommen, wonach die Vertragsparteien – somit auch Österreich - nationale Strategien festzulegen haben, die die Umsetzung und Erreichung der  Ziele des Übereinkommens darlegen sollen.  

Ziele und Maßnahmen der neuen Strategie

Die "Biodiversitäts-Strategie Österreich 2020+" umfasst fünf Handlungsfelder:

 

Handlungsfeld 1 - Biodiversität kennen und anerkennen

Handlungsfeld 2 - Biodiversität nachhaltig nutzen

Handlungsfeld 3 - Biodiversitätsbelastungen reduzieren

Handlungsfeld 4 - Biodiversität erhalten und entwickeln 

Handlungsfeld 5 - Biodiversität weltweit sichern

 

Dazu wurden insgesamt 12 Ziele und mehr als 140 Maßnahmen formuliert. Diese sollen u.a. dazu beitragen,

  • das Bewusstsein/Wissen der Öffentlichkeit hinsichtlich Bedeutung der Artenvielfalt zu stärken,
  • die Belange des Biodiversitätserhalts in alle relevanten Sektoren und diesbezüglicher Programme zu integrieren (Land- und Forstwirtschaft, Tourismus, Verkehr, Raumordnung etc.),
  • die Gefährdungen der Biodiversität zu reduzieren (Lebensraumveränderung, invasive Arten, Schadstoffeinträge etc.),  
  • die Umsetzung der rechtlichen und anderen Vorgaben der EU zu forcieren (Schutzgebietsnetzwerk Natura 2000, Grüne Infrastruktur, Wiederherstellung geschädigter Ökosysteme etc.),
  • ein koordiniertes Monitoring des Status und der Trends der Biodiversität und ihrer Bestandteile in Österreich zu erreichen sowie insbesondere auch die Biodiversitäts-Forschung zu stärken.

 

Zu diesen Zielen wurden quantitativen bzw. qualitativen Unterziele formuliert, die für die Umsetzung verantwortlichen Akteure genannt, sowie Evaluierungsparameter identifiziert.  Basisjahr für die Strategie ist 2010, soweit in der Strategie nicht explizit anderes angegeben ist. Die Umsetzung der Ziele soll großteils bis 2020 erfolgen.