Ramsar-Konvention

© Ramsar Convention

Das "Übereinkommen über Feuchtgebiete, insbesondere als Lebensräume für Wat- und Wasservögel von internationaler Bedeutung" (Ramsar-Konvention) wurde 1971 in Ramsar (Iran) unterzeichnet. Wesentliches Anliegen der Ramsar-Konvention ist die Förderung der Erhaltung von Feuchtgebieten. Der Schutz von Wasser- und Watvögeln wurde mittlerweile auf den generellen Schutz von Feuchtgebieten ausgeweitet.

 

Neben der Nennung von Feuchtgebieten für die Liste der Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung (Ramsar-Gebiete) sollen von den Vertragsparteien die internationale Zusammenarbeit, der Gedankenaustausch über Feuchtgebietsschutz und die wohlausgewogene Nutzung ("wise use") von Feuchtgebieten gefördert werden.  

Der Auftrag der Ramsar-Konvention (Mission)

Die Erhaltung und wohlausgewogene Nutzung aller Feuchtgebiete durch lokale, regionale und nationale Maßnahmen und internationale Zusammenarbeit als Beitrag zur Erreichung einer nachhaltigen Entwicklung auf der ganzen Welt. Um diesen Auftrag zu erfüllen, ist es notwendig, dass die lebenswichtigen ökosystemaren Funktionen und die Ökosystemleistungen, die die Feuchtgebiete für Mensch und Natur bereitstellen, voll anerkannt, wiederhergestellt und wohlausgewogen genutzt werden. Quelle: Ramsar-Strategieplan 2016-2024

Ramsar-Gebiete

Gebiete für die Liste der Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung werden u.a. nach ihrer  botanischen, zoologischen und hydrologischen Bedeutung ausgewählt. Unter wohlausgewogener Nutzung von Feuchtgebieten ("wise use") ist ihre nachhaltige Nutzung "zum Wohle der Menschheit in einer mit dem Erhalt der Naturgüter des Ökosystems im Einklang stehenden Weise" zu verstehen.

Weltfeuchtgebietstag

Der Weltfeuchtgebietstag wird jedes Jahr am 2. Februar gefeiert. Das Motto 2017 ist "Wetlands for Disaster Risk Reduction".

Ökosystemleistungen

Mit der steigenden Zahl an Vertragsstaaten, vor allem aus den Entwicklungsländern, öffnete sich der Blick für die Bedeutung von Feuchtgebieten als Lebensgrundlage und die bereit gestellten Ökosystemleistungen. Mit ihrem Ansatz der wohl ausgewogenen Nutzung und dem Netzwerk geschützter Gebiete leistet die Ramsar-Konvention einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der biologischen Vielfalt (Gene, Arten, Ökosysteme).  

Ramsar in Österreich

© Umweltbundesamt 2014

Österreich trat der Ramsar-Konvention 1983 bei. Gesetzlicher Schutz für Feuchtgebiete ist seitens der Landesnaturschutzgesetze und des Bundeswasserrechtes gegeben. Über den Vertragsnaturschutz werden Möglichkeiten der partnerschaftlichen Zusammenarbeit geschaffen. Dabei werden Verträge zwischen öffentlichen Institutionen oder Vereinen und den Grundeigentümern abgeschlossen.

Österreich hat 23 Ramsar-Gebiete. Die 'Obere Drau' wurde am 13. Mai 2014 als Ramsar-Gebiet ausgewiesen.

Ramsar-Gebiete in Österreich

Ramsar-Gebiet Bundesland Fläche (in ha)
Neusiedler See und Lacken im Seewinkel Burgenland 44.229
Donau-March-Auen Niederösterreich 38.500
Untere Lobau Wien    915
Stauseen am Unteren Inn Oberösterreich        870
Rheindelta, Bodensee Vorarlberg     1.960
Pürgschachen Moor Steiermark          62
Sablatnigmoor bei Eberndorf Kärrnten          96
Rotmoos im Fuschertal Salzburg          58
Hörfeld Kärrnten, Steiermark        137
Waldviertler Teich-, Moor- und Flusslandschaft Niederösterreich   13.000
Lafnitztal Burgenland, Steiermark      2.180
Nationalpark Kalkalpen Oberösterreich 18.532
Moore am Pass Thurn Salzburg 190
Moore am Sauerfelder Wald Salzburg 119
Moore am Schwarzenberg Salzburg 266
Moore am Überling Salzburg 264
Moore am Nassköhr Steiermark 211
Moor- und Seenlandschaft Keutschach-Schiefling Kärnten 543
Bayerische Wildalm und Wildalmfilz Tirol 132
Autertal/Lorenzener Hochmoor Kärnten 48
Güssinger Teiche Burgenland 148
Wilder Kaiser Tirol 3.781
Obere Drau Kärnten 1.030
Gesamt Österreich   127.171

Die österreichische Feuchtgebietsstrategie

Um ein wesentliches Ziel der Ramsar-Konvention, die nachhaltige Nutzung von Feuchtgebieten, zu erreichen, wurden von den Ramsar-Vertragsstaatenkonferenzen "Nationale Feuchtgebietsprogramme" gefordert. Österreich präsentierte 1999 seine österreichische Feuchtgebietsstrategie.