Natura-2000-Gebiete

Wesentliche rechtliche Grundlagen des Biotop- und Artenschutzes innerhalb der Europäischen Union sind die Vogelschutzrichtlinie sowie die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie, auch FFH-Richtlinie genannt. 

 

Hauptziel der FFH-Richtlinie ist der Aufbau des europaweiten Schutzgebietsnetzes "Natura 2000". Mit dem Schutzgebietsnetz sollen die natürlichen Lebensräume Europas dauerhaft gesichert werden. Die im Rahmen der Vogelschutzrichtlinie ausgewiesenen Schutzgebiete werden in das Schutzgebietsnetz "Natura 2000" integriert. 

Nationale Umsetzung

Naturschutz fällt in Gesetzgebung und Vollziehung in die Kompetenz der Bundesländer. Die beiden EU-Richtlinien mussten daher in jedem der neun Landesrechte in vielen Landesgesetzen umgesetzt werden. Die wichtigsten davon waren die Naturschutz-, die Jagd-, die Fischerei-, die Nationalpark- und die Raumordnungs- bzw. Raumplanungsgesetze sowie die darauf basierenden Verodnungen.

Gebietsauswahl

Die Gebietsauswahl erfolgte aufgrund der Rechtslage in Österreich durch die neun Bundesländer. Bei der Auswahl der Gebiete war darauf zu achten, dass die Lebensraumtypen nach Anhang I und die Arten nach Anhang II der FFH-Richtlinie und der Vogelschutzrichtlinie abgedeckt sind.

 

Als ausreichend abgedeckt gilt ein Lebensraum dann, wenn seine Gesamtfläche bis zu 60% in den vorgeschlagenen Gebieten enthalten ist. Wenn weniger als 20% der Gesamtfläche eines Lebensraumes in den Gebieten erfasst ist, wird von einer unzureichenden Repräsentation ausgegangen.

 

In Österreich hat insgesamt 219 Natura-2000-Gebiete nominiert, sie nehmen 15% der Bundesfläche ein. Von diesen Gebieten sind 196 rechtlich verordnet (Stand 2015).

Natura-2000-Gebiete in den Bundesländern

Land Anzahl der Natura-2000-Gebiete* Natura-2000-Fläche in km2 Anteil an der Fläche des Landes (in  %)
Burgenland         14       1.098            27,7
Kärnten         34          577             6,0
Niederösterreich         36       4.417            23,0
Oberösterreich         25          721              6,0
Salzburg         29       1.084            15,1
Steiermark         41       2.558            15,6
Tirol         13       1.835            14,5
Vorarlberg         23          211              8,1
Wien           4            55            13,2
Österreich gesamt       219*     12.556            15,0

* nur ein Teil der Gebiete ist rechtlich verordnet (196 Gebiete)

Datenstand 2015

Schutzgebietsverordnungen

Die Mitgliedstaaten sind verpflichtet, die nominierten Gebiete innerstaatlich als "Besondere Schutzgebiete" auszuweisen. Die meisten österreichischen Bundesländer sahen in ihren Naturschutzgesetzen eine Verpflichtung der Landesregierung vor, die nominierten Gebiete mit Schutzgebietsverordnungen unter Schutz zu stellen.

  

In einigen Naturschutzgesetzen (Burgenland, Wien, Vorarlberg) ist die Schutzkategorie "Europaschutzgebiet" dafür vorgesehen. Bisher wurden in Österreich 196 Gebiete rechtlich verordnet. Für alle Schutzgebiete des Natura-2000-Netzwerkes müssen die Mitgliedstaaten Erhaltungspläne vorlegen und im Rahmen der Berichtspflichten ein Monitoring durchführen. Es soll Auskunft über die Wahrung des günstigen Erhaltungszustandes der zu schützenden Arten und Lebensräume geben.