Nationalparks in Österreich

Nationalparks sind aus ökologischer Sicht besonders wertvolle Schutzgebiete: Hier hat die Natur absoluten Vorrang! Sechs der ökologisch wertvollsten Regionen Österreichs sind international anerkannte Nationalparks.  

In Österreich bestehen sechs international anerkannte Nationalparks. Es ist in Österreich ein besonderes Anliegen, die Nationalparks nach den Kriterien der Welt-Naturschutzunion IUCN für Kategorie II ("Nationalpark") auszurichten:

 

"Ein Nationalpark ist ein natürliches Landgebiet oder marines Gebiet, das ausgewiesen wurde, um die ökologische Unversehrtheit eines oder mehrerer Ökosysteme im Interesse der heutigen und kommenden Generationen zu schützen, um Nutzungen oder Inanspruchnahmen, die den Zielen der Ausweisung abträglich sind, auszuschließen, und um eine Basis für geistig-seelische Erfahrung sowie Forschungs-, Bildungs- und Erholungsangebote für Besucher zu schaffen. Sie alle müssen umwelt- und kulturverträglich sein."

 

IUCN- Kategorie II (Nationalpark): Schutzgebiet, das hauptsächlich zum Schutz von Ökosystemen und zu Erholungszwecken verwaltet wird.

 

In einem Nationalpark sollen natürliche Entwicklungen möglichst ungestört ablaufen. Sie sind dadurch bestens geeignete Forschungsräume für Bestandsaufnahmen, ökologische Langzeituntersuchungen und Dauerbeobachtung (Monitoring). 

Nationalparks sind in Österreich letztlich auch für die Regionalentwicklung von Bedeutung und entwickeln sich immer mehr zu Leitprojekten in den Regionen. Sie fördern die Bewusstseinsbildung im Umweltschutz, und geben Gewerbe und Tourismus neue Impulse. Mit "Nationalparks Austria" wurde eine eigene Dachmarke als Werbe- und Imageträger geschaffen. Erholung und Bildung wird in den Nationalparks ein breiter Raum eingeräumt. Im Vordergrund steht, Menschen für die Natur zu sensibilisieren, verbunden mit einem erlebnisreichen Aufenthalt in einem Nationalpark.

Nationalparks in Österreich

Nationalpark IUCN-Kategorie Bundesländer Fläche in km2 (gerundet)
Donau-Auen       II Niederösterreich, Wien               93
Hohe Tauern       II Kärnten, Salzburg, Tirol           1.857
Neusiedler See - Seewinkel       II Burgenland                91
Thayatal       II Niederösterreich                13
Kalkalpen       II Oberösterreich              209
Gesäuse       II Steiermark              110
Summe               2.373

Die österreichischen Nationalparks in chronologischer Reihenfolge ihrer Errichtung:

  • Hohe Tauern (1981 Kärnter Anteil, 1984 Salzburger Anteil, 1991 Tiroler Anteil)
  • Neusiedler See-Seewinkel (1993, grenzüberschreitend mit Ungarn)
  • Donau-Auen (Wien 1996, Niederösterreich 1997)
  • Oberösterreichische Kalkalpen (1997)
  • Thayatal (2000, grenzüberschreitend mit Tschechien)
  • Gesäuse (2002)

Nationalparks Austria

In Nationalparks hat Naturschutz absoluten Vorrang. Nationalparks erhalten die letzten Reste ursprünglicher Natur und sichern jene Ökosysteme, in denen die natürliche Dynamik noch vorherrscht oder sich wieder einstellen kann. Durch dieses "Dynamik-Konzept" unterscheiden sich die Nationalparks von den übrigen Schutzgebieten (außer Wildnisgebiete), die vielfach durch menschliche Nutzung geprägte Lebensräume enthalten.