Naturwaldreservate

Waldeigentümer schützen Naturwälder

Naturwaldreservate basieren – im Gegensatz zu den rechtlichen Schutzkategorien – in den meisten Bundesländern auf Vertragsnaturschutz. Die Republik Österreich schließt mit den Waldeigentümern privatrechtliche Verträge über die Dauer von 20 Jahren ab.

Naturwaldreservate sind Waldflächen, die für die natürliche Entwicklung des Ökosystems Wald bestimmt sind und in denen jede Beeinflussung unterbleibt. Sie sind ein Beitrag zur Erhaltung und natürlichen Entwicklung der biologischen Vielfalt und dienen der Forschung, Lehre und Bildung. 1993 hat sich Österreich mit den Resolutionen zum Schutz der Wälder in Europa verpflichtet, ein repräsentatives Netzwerk von  Naturwaldreservaten zu erstellen. Seit 1996 werden vom Bundesforschungs- und Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft (BFW) Naturwaldreservate eingerichtet.

 

Die Waldflächen werden freiwillig von den Eigentümern zur Verfügung gestellt. Jeder Waldeigentümer unterlässt Nutzungen bzw. erbringt vertraglich abgesicherte Leistungen, wie z.B. laufende Kontrolle der Fläche und erhält dafür standardisierte Entgeltzahlungen. Die Vertäge haben meist eine Laufzeit von 20 Jahren. Der Bund hat sich in jedem Vertrag eine Option auf Weiterverlängerung gesichert. 

 

Österreich hat 200 Naturwaldreservate. Diese umfassen eine Fläche von insgesamt 8.603 ha, davon sind 33 % Wälder der Österreichischen Bundesforste AG.

 

Quelle: Lebensministerium, PA v. 13.5.2010. IN: Türk, R. (2011): Naturwaldreservate - Notwendigkeit oder Luxus? Natur und Land, 97. Jg. Heft 3-2011: S. 25-27.