Unsere Wohnformen beeinflussen den Flächenverbrauch
Flächenintensive Bebauungsformen benötigen immer mehr Platz
Mehr Haushalte und größere Wohnungen, besonders aber der Traum vom "Eigenheim im Grünen" führen zu einer anhaltenden Zunahme der Bauflächen. Bereits drei Viertel der Gebäude in Österreich sind Ein- oder Zweifamilienhäuser. Auch die Siedlungsform beeinflusst stark die Flächenbeanspruchung.
Durchschnittlich rund 123 m2 - soviel Nutzfläche hatte im Jahr 2001 eine neu errichtete Wohnung. Rund 15 m2 mehr als noch 20 Jahre davor (im Jahr 1980 betrug die durchschnittliche Wohnnutzfläche rund 108 m2).
Gleichzeitig leben immer weniger Menschen in einer Wohnung: Im Jahr 2001 waren 30% aller Haushalte Singlehaushalte.
10 Einfamilienhäuser oder 60 Wohnungen
Flächenverbrauch und Infrastrukturbedarf unterschiedlicher Siedlungsformen
Siedlungs- und Bebauungsformen haben einen starken Einfluss auf die Fläche, die ein Haushalt zum Wohnen benötigt.
Am meisten Fläche benötigt das Einfamilienhaus. Auf 1 ha Fläche passen rund 10 Einfamilienhäuser. Beim Bau einer Reihenhaussiedlung können bereits doppelt so viele Wohnungen, rund 20, errichtet werden. Im Geschoßbau sind bis zu 60 Wohneinheiten auf einem Hektar möglich.
In Österreich sind rund 45% der Wohnungen in Gebäuden mit 1 oder 2 Wohnungen (Stand: Volkszählung 2001) untergebracht. Diese Ein- oder Zweifamilienhäuser machen insgesamt rund 75% der etwas mehr als 2 Mio. Gebäude in Österreich aus.
Lange Straßen in zersiedelten Räumen
Die Siedlungsform bestimmt die Länge der Wege
Wievel Verkehrsfläche für die Erschließung benötigt wird, das ist in erster Linie von der Siedlungsform abhängig. Zersiedelte Räume aber auch die in einigen Regionen traditionellen Streusiedlungen machen lange Zufahrtsstrecken erforderlich. Zersiedelte Siedlungsformen benötigen ca. 2-5 mal so lange Straßen als kompakte Siedlungen wie z.B. Straßendörfer.
Dadurch steigen nicht nur die Infrastrukturkosten (Straße, Kanal, Wasserversorgung...), auch der Flächenverbrauch und die Zerschneidungswirkung sind erheblich größer.
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