Verlässliche Daten erst seit 2001 vorhanden
Vergleiche der vergangenen Jahre kaum möglich
Aktualisierung nur im Anlassfall, Unterschiede in den Definitionen bis zum Jahr 1995, groß angelegte Neuerfassungen im Rahmen von Großprojekten etc. All dies erschwert den Vergleich des Flächenverbrauchs für die vergangenen Jahrzehnte.
Die gegenwärtig einzige österreichweite Datengrundlage zur quantitativen Abschätzung bildet die Digitale Katastralmappe (DKM). Darin wird unter anderem für jedes Grundstück in Österreich die Benützungsart angegeben.
Zur Baufläche werden dabei sowohl die einzelnen Gebäude als auch befestigte Flächen wie Hofzufahrten oder Parkplätze gezählt, aber auch die unbefestigten Flächen, wie beispielsweise die Hausgärten.
Da die Grundstücksdatenbank jedoch nur im Anlassfall (z.B. bei größeren Bauvorhaben, Neuvermessungen oder Revisionen des Katasters) aktualisiert wird, hinkt die in der DKM erfasste Baufläche der tatsächlichen Bebauung immer einige Zeit hinterher.
Großprojekte führen zu Schwankungen in der Statistik
Infolge von Großprojekten, wie der Einführung des Berghöfekatasters Mitte der 90er Jahre, können erhebliche Schwankungen zwischen den Jahren auftreten, die die Interpretation von Trends erschweren. Aus dieser zeitlichen Verzögerung ergeben sich Unterschiede zwischen Kataster und tatsächlichem Bestand.
Neue Definitionen seit 1995
Darüber hinaus sind die Daten nur ab 1995 vergleichbar, da aufgrund von Definitionsänderungen (Hausgärten werden erst seit 1995 unter der Kategorie Baufläche geführt) zeitliche Inkonsistenzen bestehen. Trotz dieser Inkonsistenzen kann auf die Daten des Katasters bei der Abschätzung des Flächenverbrauches derzeit nicht verzichtet werden. Die Angabe der bestehenden Baufläche in absoluten Zahlen für ein bestimmtes Jahr ist somit ein Anhalt für die im Minimum verbrauchte Fläche.
Bei den erfassten Bauflächen handelt es sich außerdem um tatsächlich bebaute Flächen und nicht etwa nur um gewidmete Bauflächen (z.B. laut Flächenwidmungsplan).
Eine solidere Datengrundlage für die Bewertung von Veränderungen ist erst zu erwarten, wenn Luft- und Satellitenbilddaten kontinuierlich im Hinblick auf Landschaftsveränderungen österreichweit ausgewertet werden. Die dazu notwendigen Methoden werden derzeit in Zusammenarbeit mit der Europäischen Kommission und der Europäischen Raumfahrtbehörde (ESA) in einer Reihe von angewandten Umsetzungsprojekten erarbeitet.
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