Ursachen

Gesellschaftlicher Wandel als Hauptverursacher

Der Lebensstandard und damit die Nachfrage nach Wohnraum steigen beständig, besonders in den stadtnahen Gemeinden. Hier siedeln sich in zunehmendem Maße auch Einkaufs- und Freizeitzentren an. Nicht zuletzt Mängel in der Widmungspraxis begünstigen den rasant ansteigenden Flächenverbrauch.

Der Traum vom "Haus im Grünen"

Die Hälfte aller Wohnneubauten im Jahr 2001 waren Ein- oder Zweifamilienhäuser. Für das Haus im Grünen werden Flächen im ländlichen Raum, vorwiegend im Stadtumland, verbraucht – hier sind die Grundstückspreise günstiger und auch noch mehr Flächen verfügbar. Auch sind die Ansprüche des einzelnen an die Wohnnutzfläche und die Mobilität gestiegen. Größere Wohnungen, die mit dem PKW erreichbar sein sollen oder müssen, stehen auf der Tagesordnung. Die zunehmende Verfügbarkeit eines PKWs begünstigt andererseits die Siedlungstätigkeit "auf der grünen Wiese". Der Bau zusätzlicher Infrastruktureinrichtungen ist die Folge.

Landwirtschaftlich genutzte Flächen

Intensive Bewirtschaftungsformen erlauben es der Landwirtschaft, auf die Flächen zu verzichten. Auch ist der Verkauf dieser Flächen eine willkommene Finanzierungsmöglichkeit, wenn Investitionen zu tätigen sind. Ertragssteigerndes Saatgut, Düngereinsatz und Mechanisierung ermöglichen eine Produktionssteigerung auf den verbleibenden Flächen.

Großflächige Einzelhandelsbetriebe und Freizeiteinrichtungen im Trend

Seit den 70er Jahren hat sich aber auch die Wirtschaftsstruktur geändert, immer mehr Dienstleistungsunternehmen erscheinen auf der Bildfläche. Im Stadtumland werden Einkaufszentren und großflächige Freizeitzentren gebaut, die ihrerseits Verkehrsflächen für sich in Anspruch nehmen. Von der Ansiedelung der Betriebe sind die Gemeindebudgets stark abhängig. Betriebe – und auch Siedlungen - erhalten ihre Genehmigung, auch wenn in der Nachbargemeinde ein besserer Standort zu finden wäre. Dadurch können z.B. Flächen verloren gehen, die als Retentionsflächen für den Hochwasserschutz geeignet wären.

Zusätzliche Baulandwidmungen begünstigen Inanspruchnahme von Flächen

Begünstigend für die Flächeninanspruchnahme ist die derzeitige Widmungspraxis. Trotz Baulandreserven für die kommenden Jahrzehnte erfolgen in vielen Gemeinden Österreichs Neuwidmungen, vorhandenes Bauland wird in der Praxis oft gehortet und nicht bebaut. Dies führt zu Zersiedlung der Landschaft und damit einhergehend zu "Flächenverbrauch".