Chloridazon und seine Metaboliten

Wasserlösliche Pflanzenschutzmittel im Rübenanbau

Chloridazon ist ein selektives Herbizid aus der Gruppe der Pyridazin-Derivate, welches zum Beispiel im Frühjahr zur Unkrautbekämpfung beim Rübenanbau eingesetzt wird. Die Pflanzen nehmen es über die Wurzeln auf.

 

Bereits 2006 wurde Desphenyl-Chloridazon, ein Metabolit von Chloridazon, vornehmlich in Bayern und Baden-Württemberg, aber auch in anderen Deutschen Bundesländern in Gewässern gefunden. Aus diesem Grund ist der Wirkstoff vor allem bei den Trinkwassergewinnungsunternehmen verstärkt in die Kritik geraten. Es kann davon ausgegangen werden, dass sich die Situation in österreichischen Rübenanbaugebieten vergleichbar darstellt. 

Neueste Analysetechniken spüren Abbauprodukte auf

Erst neueste Analyse-Techniken ermöglichten den Nachweis des bis dato nicht bekannten Abbauproduktes, des Pflanzenschutzmittels Chloridazons.  

 

Die für Chloridazon-desphenyl  im Grundwasser und im Trinkwasser festgestellten Werte liegen verbreitet über dem Vorsorgegrenzwert der Richtlinie 98/83/EG des Rates vom 3. November 1998 über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch von 0,1 Mikrogramm pro Liter, der für Pflanzenschutzmittel und für ihre im Sinne der Grenzwertfestlegung maßgeblichen Abbauprodukte gilt. 

Weitere Untersuchungen ergaben, dass der 2. Metabolit Chloridazon-methyldesphenyl meist ebenso häufig, jedoch in niederen Konzentrationen vorkommt. 

 

Aus Vorsorgegründen muss darauf hingearbeitet werden, chloridazonhaltige Präparate nur in unbedingt notwendigen Fällen einzusetzen.

LC-MS/MS Nachweisverfahren in der Prüfstelle adaptiert

© Umweltbundesamt

Die Prüfstelle im Umweltbundesamt hat daher eine Methode zum Nachweis dieser und anderer wasserlöslicher Pestizide adaptiert und in seinem Akkreditierungsumfang aufgenommen.

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