Flammschutzmittel

Ein brennendes Umweltproblem?

Eine Studie des Umweltbundesamt zeigt die Verbreitung bromierter Flammschutzmittel in der aquatischen Umwelt Österreichs auf.

 

Interessantes Ergebnis: Flammschutzmittel wurden in allen untersuchten Medien nachgewiesen. Problemzonen waren vor allem Deponiesickerwässer, Sedimente und Klärschlämme im Einflussbereich von Industriegebieten.

 

Der Einsatz von Flammschutzmitteln ist nicht in allen Fällen ohne Gefahren. Der Verminderung eines Brandrisikos steht die Möglichkeit von Umwelt-gefährdungen gegenüber. Untersuchungen belegen, dass einige der verwendeten Flammschutzmittel erhebliche toxikologisch und ökotoxikologisch bedenkliche Eigenschaften besitzen.

Bromierte Flammschutzmittel: Nutzen – Risiko?

Zur Erzielung flammwidrigen Verhaltens fügt man brennbaren Polymeren bereits bei der Her-stellung Flammschutzmittel bei. In der Textil-, Elektronik- und Computerindustrie werden u.a. polybromierte Diphenylether (PBDE) als Additive eingesetzt.

 

Bei der Herstellung, dem Gebrauch und der Entsorgung von Polymeren, die polybromierte Flammschutzmittel enthalten, können diese in die Umwelt gelangen.

Aufgrund ihrer chemischen Beständigkeit und Lipophilie besteht die Gefahr einer Anreicherung in der Umwelt und – über Inhalation bzw. Ingestion von Staub oder über die Nahrungskette – im tierischen und menschlichen Körper. Es besteht der Verdacht, dass polybromierte Diphenylether einen Einfluss auf das menschliche Hormonsystem ausüben, sowie neurotoxische Effekte verursachen können.

 

Die Bewertung des Risikos einiger polybromierter Flammschutzmittel auf Mensch und Umwelt im Rahmen des EU-Altstoffprogramms zeigte die Notwendigkeit, die von PBDE ausgehende Gefährdung zu verringern. Die dementsprechenden Beschränkungen, welche bis zum 1. Juni 2009 in der EU-Verbots-Richtlinie enthalten waren, wurden unverändert in den Anhang XVII der REACH-Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 übernommen.

Untersuchung aquatischer Ökosysteme Österreichs

Im Rahmen der Wassergüteerhebung wurden im Jahr 2003 im Auftrag des BMLFUW monatlich an 32 Messstellen insgesamt 384 Wasserproben aus österreichischen Fließgewässern gezogen und vom Umweltbundesamt auf PBDE analysiert. Es konnten in keiner Probe PBDE nachgewiesen werden.

Parallel dazu wurden vom Umweltbundesamt auch andere gewässerrelevante Matrices, wie z.B. Flusssedimente, Abwässer aus Abwasserreinigungsanlagen etc., auf den Gehalt an polybromierten Flammschutzmitteln untersucht, um einen Überblick über die Belastung der aquatischen Umwelt in Österreich zu erhalten.

 

Der Nachweis der polybromierten Diphenylether in allen zusätzlich vom Umweltbundesamt stichprobenhaft untersuchten Umweltproben zeigt die mittlerweile ubiquitäre Verteilung dieser Substanzgruppe auf.

 

Zwar sind die Konzentrationen in den meisten Matrices noch gering, doch aus der Tatsache, dass diese Substanzen weltweit immer noch in großen Mengen produziert und verwendet werden, ergibt sich die Notwendigkeit, das Vorkommen dieser Substanzen in der Umwelt auch weiterhin zu beobachten.