Glyphosate

In einem Forschungsprojekt im Leibnitzerfeld/Steiermark wurde die Verlagerung des Herbizides „Glyphosate“ untersucht

Nicht zuletzt aufgrund herber Kritik von Umweltorganisationen iniziierte das Amt der Steiermärkischen Landesregierung (Projektleitung) gemeinsam mit dem JoanneumResearch (wissenschaftliche Leitung) und dem Umweltbundesamt (Analytik) ein dreijähriges Forschungsprojekt. Im Leibnitzerfeld wurde erstmals in Österreich getestet, ob das Total-Herbizid "Glyphosate" eine Gefährdung des Grundwassers darstellen kann.

Lysimeterstudie in den Einrichtungen der Forschungsstation Wagna

© Joanneum Research/Fank Glyphosate-Aufbringung

In einem Feldversuch im Leibnitzerfeld kombiniert mit einer Lysimeterstudie wurde bei ortsüblicher Bewirtschaftung anhand von Sickerwasserversuchen die Verlagerung von Glyphosate in der ungesättigten Bodenzone untersucht.

 

Die Studie ergab, dass eine Glyphosate-Anwendung auch in hydrogeologisch sensiblen Gebieten, z.B. in Grundwasserschongebieten, im Regelfall keine starke Gefährdung für das Grundwasser darstellt. Dennoch kann eine Verlagerung ins Grundwasser nicht ausgeschlossen werden. Daher wird zum vorbeugenden Grundwasserschutz empfohlen, beim Einsatz des Herbizides auf die Witterungsbedingungen besonders Rücksicht zu nehmen - kein Einsatz vor zu erwartenden Niederschlagsereignissen.

Die Ergebnisse liegen als Publikation des Amtes der Steiermärkischen Landesregierung vor und sind als download abrufbar.

Braune Felder im Frühjahr

© Amt d. Stmk. LR/Gewässeraufsicht Braunes Feld nach Glyphosate-Aufbringung

Orange-braune Flächen in der erwachenden Frühlingslandschaft sind eine kurzzeitig sichtbare Folge der Verwendung des Herbizides Glyphosate. Es ist eine mancherorts übliche und erlaubte landwirtschaftliche Praxis zum Abwelken der Gründecke.

Winterharte Gründecken entfernen den Stickstoff aus dem Boden

Zum Schutz des Grundwassers werden im Winter in manchen wasserwirtschaftlichen Schutz- und Schongebieten seitens der Landwirtschaft besondere Vorkehrungen getroffen: eine sogenannte winterharte Gründecke wird angelegt. Eine Verlagerung von Nitrat in das Grundwasser soll dadurch vermieden werden. Diese Gründecke muss im Frühjahr, vor dem Bestellen der Felder durch "Einackern" entfernt werden. 

 

Zur Verbesserung des Verrottungsprozesses wird abhängig von den lokalen Bodenverhältnissen die Gründecke durch den Einsatz von Glyphosate zum Abwelken gebracht. Die solcherart bearbeiteten Flächen sind dann kurzzeitig braun-orange.