Malachitgrünrückstände in Fischteichen

Umweltbundesamt entwickelt neue Analysemethode zum Nachweis von Malachitgrün und Leukomalachitgrün im Sediment

© Umweltbundesamt/Gröger

Rückstände des Antiparasitikums Malachitgrün im Sediment sind mit einer neuen Methode aus dem Prüflabor des Umweltbundesamt nachweisbar. Malachitgrün, das bei Zierfischen gegen Parasitenbefall eingesetzt wird, steht im Verdacht, Erbgut zu schädigen und Krebs auszulösen. Mit den neuen Methoden können Rückstände dieses Stoffes im Sediment und Wasser von Fischteichen nachgewiesen werden. Die Analyse erfolgte im Rahmen einer gemeinsamen Studie von Umweltbundesamt, Bundesministerium für Gesundheit, Lebensmitteluntersuchungsanstalt Wien, Institut für Gewässerökologie, Fischereibiologie und Seenkunde sowie der Veterinärmedizinischen Universität.

 

Für die Analyse von Wasser- und Sedimentproben aus Fischteichanlagen haben ExpertInnen im Prüflabor des Umweltbundesamt ein neues Verfahren entwickelt. Die Bestimmung erfolgt mittels Flüssigchromatographie-(Tandem)Massenspektrometrie (LC-MS/MS), bei Sedimenten ist eine Extraktion der Substanzen erforderlich. Dadurch können Malachitgrün und sein Metabolit Leukomalachitgrün im Sediment nachgewiesen werden.

Die Analyse von Sedimentproben hat den Vorteil, den Verursacher der Kontamination zu finden, in dem Sedimente z.B. im Zufluss und in den Teichanlagen auf Malachitgrün untersucht werden. Nach erfolgter Teichsanierung und noch vor dem neuen Fischbesatz gibt eine Analyse Aufschluss, ob die Sanierungsmaßnahmen wirken.

 

Gesundheitlich bedenklicher Umweltschadstoff

 

Bei Speisefischen darf Malachitgrün nicht als Arzneimittel angewendet werden. Einmal im Fischorganismus angekommen, wird Malachitgrün zu Leukomalachitgrün reduziert und im Fettgewebe eingelagert. Fisch, der mit Malachitgrün kontaminiert ist, sollte aufgrund des Gesundheitsrisikos nicht verzehrt werden. 2009 hat die EU-Kommission zwei Mikrogramm pro Kilogramm als Eingreifwert (RPA, „reference point for action“) für Malachitgrün und Leukomalachitgrün festgesetzt, über dem Speisefische nicht in Verkehr gebracht werden dürfen.