Platingruppenelemente in Moosen

Biomonitoring von Platingruppenelementen (PGE) in Moosen entlang österreichischer Straßen

© Umweltbundesamt/Groeger

Die Einführung des Katalysators in den späten 80er Jahren hat zur Reduktion gesundheitsgefährdender Stoffe in Fahrzeugabgasen geführt. Andererseits gelangen erst durch den Einsatz von Katalysatoren auch unerwünschte Substanzen, wie Platingruppenelemente (PGE) in die Umwelt. Besonders in Großstädten und in der Nähe stark befahrener Straßen kann eine stetige Zunahme der Konzentrationen von PGE in den letzten Jahren beobachtet werden.

 

Um den anthropogenen Einfluss des Straßenverkehrs auf die Zunahme dieser Metalle zu bewerten, wurden in einem gemeinsamen Projekt mit Univ.-Doz. Dr. Harald Zechmeister (Ecotox) Moose an 32 Sammelpunkten entlang von 12 Strassen und Autobahnen in Österreich im Labor im Umweltbundesamt analysiert. Weiters wurden auch Moose im Laabergtunnel 28 Tage lang exponiert.

Hohe Korrelation zwischen Platin und verkehrsbedingten Schwermetallen

In einer der ersten Studien dieser Art zeigte sich ein deutlicher Zusammenhang zwischen Straßenverkehr und dem Vorliegen erhöhter Konzentrationen der Platingruppenelemente Rhodium, Palladium und Platin. Die Ergebnisse zeigen, dass eine erhöhte Konzentration von PGE-Elementen in der Umwelt direkt proportional zum Straßenverkehr ist.

 

Die Anzahl der PKW-Fahrzeuge sowie die Entfernung von der Straße waren die bestimmenden Faktoren für das Vorkommen erhöhter PGE-Werte. Besonders hohe Korrelationen konnten gefunden werden zwischen den Elementen Platin und Palladium sowie jenen von Antimon, Kupfer, Zink und Chrom, welche gleichfalls an den untersuchten Standorten primär dem Autoverkehr zugeordnet werden können. Die Analyse räumlicher Ausbreitungsmuster der PGE zeigte eine exponentielle Abnahme der Konzentrationen mit zunehmender Entfernung von der Straße. Mit Hintergrundwerten vergleichbare Konzentrationen wurden je nach Straßentyp in einer Entfernung von 30 bis 200 m gefunden.

 

Die Ergebnisse der gegenständlichen Untersuchung wurden bereits zur Veröffentlichung in einem internationalen Fachjournal eingereicht.