Moos-Monitoring
Moose als ideale Zeiger atmosphärischer Schwermetall-Deposition
Es gibt wohl kaum eine zweite Organismengruppe, die sich für die Erfassung atmosphärischer Schwermetall-Deposition so gut eignet wie Moose. Die Gründe dafür sind vielfältig.
Die verwendeten Moosarten zeichnen sich unter anderem durch folgende Eigenschaften aus:
- Die Nährstoff- und Wasserversorgung erfolgt fast ausschließlich über atmosphärische Einträge;
- die Cuticula fehlt weitgehend – Ionen, wie Schwermetalle, können ungehindert von den Zellwänden aufgenommen werden;
- die Aufnahme ist passiv und somit unabhängig von stoffwechselabhängigen Prozessen;
- Wuchsform und dichte Beblätterung ermöglichen eine effiziente Filterung der Luft;
- jährliche Zuwächse erlauben eine zeitliche Zuordnung der gemessenen Konzentrationen.
Moos-Monitoring hat im Umweltbundesamt schon lange Tradition
Österreich beteiligt sich seit 1990 an flächendeckenden Schwermetalluntersuchungen im Rahmen des "Cooperative Programme for Monitoring and Evaluation of Long-Range Transmission of Air-Pollutants in Europe" (EMEP) zur Kontrolle grenzüberschreitender Schadstofftransporte.
Seit 1995 werden regelmäßig in einem 5-jährigen Zyklus 230 Hintergrund-Standorte in Österreich beprobt. Die chemischen Analysen werden seitdem im hauseigenen Umweltprüflabor durchgeführt.
Zusätzlich zu diesen Langzeituntersuchungen wurden Schwerpunktstudien an Industriestandorten und in verkehrsbelasteten Gebieten durchgeführt.
Depositionen aus dem Kfz-Verkehr
Der zunehmende Straßenverkehr führt zu einer Reihe von negativen Beeinträchtigungen, die Deposition gesundheitsgefährdender Substanzen eingeschlossen.
Daher wurden im Zeitraum von 2003 bis 2004 insgesamt 133 Moosproben an 61 Standorten in Österreich untersucht. Neben einer umfangreichen Palette von Metallen wurden erstmals auch PAHs (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) erfasst. Es wurden folgende Elemente analysiert:
- Al, As, Ba, Ca, Cd, Co, Cr, Cu, Fe, Hg, Ni, Mo, Pb, V, S, Sb und Zn
- Elemente der Platingruppe Pt, Pd, Rh, und Ir sowie Re
- 17 PAHs an 10 Standorten
Die vorliegenden Untersuchungen zeigten die größten Depositionen der untersuchten Elemente innerhalb von 10 m Entfernung vom Straßenrand. Deutlich erhöhte Werte wurden an stark befahrenen Straßen bis zu einer Entfernung von ca. 200 m gemessen.
Als Indikatoren für Verkehrsemissionen wurden die Substanzen Benzo(g,h,i)berylen > Coronen > Benzo(a)anthracen > Indeno(1,2,3-c,d)pyren > Pyren > Benzopyren > Fluoranthen > Anthracen, sowie Sb > Pd > Mo > Pt > Cr > As > Cu > Fe > Zn > Ni identifiziert. Die Anreicherungsfaktoren der PAH's sind in den meisten Fällen deutlich höher als jene der Metalle.
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