POPs in den Alpen

Im Pilotprojekt MONARPOP (MOnitoring Network in the Alpine Region for Persistent and other Organic Pollutants) wurde das Ausmaß der Belastung der Alpen mit langlebigen organischen Schadstoffen, sogenannten POPs, untersucht.

POPs

POPs sind Umweltgifte, die sich aufgrund ihrer Eigenschaften in der Nahrungskette anreichern. Es handelt sich dabei vor allem um Organochlorpestizide, Industriechemikalien und Verbrennungsprodukte. Das Projekt leistete einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Stockholm Konvention. Dieses internationale Übereinkommen soll die Konzentrationen von zwölf besonders giftigen, langlebigen und akkumulierenden POPs, dem so genannten dreckigen Dutzend, durch Verbote und Einschränkungen sowie durch verbindliche Richtlinien verringern.

Projektergebnisse

Humus-, Mineralböden- und Fichtennadelproben von 40 entlegenen Alpenstandorten und sieben Höhenprofilen wurden in den beteiligten Ländern auf zahlreiche Schadstoffe untersucht. Luft- und Depositionsmessungen wurden an drei hochalpinen Standorten – am Sonnblick in Österreich, auf der Zugspitze in Deutschland und am Weißfluhjoch in der Schweiz – durchgeführt. Für die Analyse der Herkunft von Schadstoffen wurde weltweit erstmalig eine neue Methode eingesetzt: Luftproben wurde via Fernsteuerung nach tagesaktuellen meteorologischen Prognosen gesammelt und entsprechend ausgewertet.

Die Ergebnisse des Projektes zeigen, dass die Alpen als Barriere für Schadstoffe dienen, die weite Strecken in der Luft transportiert werden. Höhere Schadstoffkonzentrationen finden sich demnach in den Randlagen. In den zentralen Lagen wurden meist die niedrigsten Belastungen gemessen. Zwischen Nord und Süd, Ost und West wurden signifikante Belastungsunterschiede festgestellt, die Konzentrationen der Chemikalien veränderten sich auch mit der Höhe. Schadstoffspuren fanden sich in Luft und Wald selbst bei solchen Substanzen, deren Einsatz in Europa seit vielen Jahren verboten ist.

Projektmanagement und Partner

Das Umweltbundesamt  führte im Auftrag des Lebensministeriums (Leitpartner) das Projektmanagement durch und war mit zahlreichen Aktivitäten, wie der Entwicklung des Projektkonzeptes, Probenahmen in Österreich, Probenvorbereitung, Luftmessungen und Analysen von Dioxinen und anderen POPs, beteiligt.

Dieses Projekt wurde von der EU im Rahmen des INTERREG IIIB -Alpenraum- Programmes gefördert und von acht Landesregierungen finanziert. Die nationale Ko-finanzierung wurde vom Lebensministerium übernommen. 

In  Deutschland beteiligten sich das Bayerische Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz, das Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit (GSF) und das Umweltbundesamt. In Italien waren es die regionalen Umweltschutzagenturen für Veneto und Lombardei, in der Schweiz  das Bundesamt für Umwelt, (BAFU) und Universität Basel, sowie das Forschungszentrum für Wald, Schnee und Landschaft (WSL). In Slowenien war das Slowenische Forstinstitut beteiligt.

40 entlegene Alpenstandorte wurden in den teilnehmenden Ländern ausgewählt. An sieben Standorten wurden Höhenprofile untersucht, um den Einfluss der Seehöhe auf die Ablagerung der Schadstoffe zu untersuchen.

Proben von Humus- und Mineralböden und Fichtennadelproben wurden auf die POPs der Stockholmkonvention und zahlreiche andere problematische Schadstoffe untersucht.

© Michael Staudinger Observatorium Sonnblick

Luft- und Depositionsmessstellen wurden an drei hochalpinen Standorten errichtet. Diese sind der Sonnblick in Österreich, die Zugspitze in Deutschland und das Weißfluhjoch in der Schweiz. Es wurden spezielle Filter eingesetzt, um die Quellen der Schadstoffe lokalisieren zu können. Durch die Vorhersagen der Zentralanstalt für Meterologie in Österreich wurde die Richtung der Luftmassen bestimmt.

Die Veröffentlichung der Ergebnisse dieses Projekts ist ein wichtiger Beitrag zur Umsetzung der Stockholm Konvention.

Die Publikationen und der Endbericht des dreijährigen Forschungsprojekts sind von der Projektwebseite abrufbar.