Abfall

Kapitel aus dem fünften Umweltkontrollbericht

Das Abfallaufkommen in Österreich wird derzeit auf rund 46,5 Millionen Tonnen pro Jahr geschätzt (Ergebnis der Recherchen für den Bundes-Abfallwirtschaftsplan 1998). Knapp die Hälfte davon entfällt auf Bodenaushub, das Massenpotential für gefährliche Abfälle wird mit rd. 760.000 t/a bzw. rd. 1,6% der gesamten Abfallmenge angesetzt.

 

Grundsätzlich ist eine laufende Verbesserung der Datensituation betreffend Abfallauf­kommen in Österreich zu erkennen, Daten über nicht gefährliche Abfälle aus Gewerbe und Industrie liegen aber noch immer nur bruchstückhaft vor. Auch Daten über die innerbetriebliche Verwertung sind kaum vorhanden. Um dieses Defizit zu beheben, sollte schrittweise eine jährliche Meldepflicht über Aufkommen und Behandlung bzw. Verwertung von nicht gefährlichen Abfällen eingeführt werden.

 

Gegenüber dem Bundes-Abfallwirtschaftsplan 1995 lassen sich folgende bedeutende Veränderungen feststellen:

  • Zunahme des Massenpotentials für Bodenaushub von 15 Millionen Tonnen pro Jahr auf 20 Mio. t/a. Dieser Bodenaushub wird überwiegend einer Verwendung zugeführt.
  • Anstieg des Abfallaufkommens aus Haushalten und ähnlichen Einrichtungen (auf rund 2,78 Mio. t) bei gleichzeitig verbesserten Sammelergebnissen bei der getrennten Erfassung von Altstoffen (Papier, Glas, biogene Abfälle, Kunststoffe, usw.) und Problemstoffen aus Haushalten
  • Verringerung des Massenpotentials für gefährliche Abfälle um rd. 250.000 t/a.

Insgesamt sind in Österreich ca. 1.500 Anlagen zur Verwertung und Behandlung von Abfällen in Betrieb (Anlagendatenbank, Datenstand Februar 1998).

 

Analysen über notwendige und vorhandene Behandlungskapazitäten haben gezeigt, dass mit Ausnahme von thermischen Behandlungskapazitäten keine zusätzlichen Abfallbehandlungs­anlagen dringend notwendig sind. Trotzdem können vereinzelt regionale Behandlungseng­pässe nicht ausgeschlossen werden.

Infobox