Boden und Landwirtschaft
Kapitel aus dem fünften Umweltkontrollbericht
Die wesentlichen Bodengefährdungen sind neben Bodenverlusten durch Flächenverbrauch und Erosion vor allem der Eintrag von Metallen und organischen Schadstoffen sowie Bodenversauerung.
Richtwertüberschreitungen bei Metallen treten vor allem bei Arsen, Blei und Cadmium häufiger auf. Während in manchen Regionen die erhöhten Gehalte natürlich bedingt sind, gibt es deutliche Hinweise darauf, dass an den Prallhängen nördlich des Alpenhauptkammes Blei und Cadmium aus Ferntransport deponiert wurden und dass lokale Einträge und Transitverkehr ebenfalls eine große Rolle spielen.
Zur Erhaltung und Verbesserung des Bodenzustandes sollte eine weitere Reduktion des Eintrags v.a. von Schwermetallen und persistenten organischen Schadstoffe angestrebt werden.. Auch die direkten Schadstofffrachten, beispielsweise durch Aufbringen von Pestiziden, Handelsdüngern und Sekundärrohstoffen (Klärschlamm, Komposte), sollten minimiert werden. Um den grenzüberschreitenden Ferntransport von Schadstoffen zu reduzieren, ist vor allem eine Forcierung internationaler Abkommen notwendig.
Der Flächenverbrauch der landwirtschaftlichen Nutzfläche beträgt in Österreich jährlich rund 120 km2, wovon ca. die Hälfte aufgeforstet und die andere Hälfte für Siedlungs-, Industrie- und Verkehrsbau oder Rohstoffgewinnung in Anspruch genommen wird.
Um die begrenzte Ressource Boden zu schonen ist interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen den Handelnden in überörtlicher und örtlicher Raumplanung, Wohnbauförderung, Grundverkehr, Gebühren- und Bodenpolitik notwendig. Ein umfassendes Bodeninformationssystem, in dem die unterschiedlichen Bodenqualitäten erfasst werden, könnte die notwendigen Voraussetzungen für gezielte Raumplanung schaffen.
Trotz der insgesamt geringen Viehdichte in Österreich im Vergleich zu anderen EU-Ländern muss aus Sicht der Umwelt festgehalten werden, dass die Viehhaltung Österreichs - mit Ausnahme der Pferde-, Schaf- und Ziegenhaltung - seit den 60er Jahren durch Konzentrationsprozesse geprägt ist; das bedeutet, dass die Anzahl der Tiere pro Tierhalter stetig zugenommen hat. Mitunter entstehen durch die zunehmende Konzentration der Tierhaltung große Probleme für die örtliche Umgebung (Boden, Wasser, Luft).
Eine weitere Reduktion des Pflanzenschutzmittelverbrauches sowie Verbesserungen in der Ausbringung und Entsorgung sollte angestrebt werden, um die Ökologisierung und Extensivierung der österreichischen Landwirtschaft nachhaltig zu sichern.
Die weitere Ausweitung der biologischen Wirtschaftsweise und der vermehrte Einsatz von biologischen Bekämpfungsverfahren sind die geeignetsten Mittel, um langfristig den Verbrauch von chemischen Pflanzenschutzmitteln zu reduzieren.
Die Zahl der österreichischen Biobetriebe ist von 1995 bis 1997 von 17.833 auf 19.433 weiter angestiegen. Biolandbau ist jene transparente Produktionsform, die einen umfassenden Schutz der Umwelt sicherstellt. Diese Transparenz sollte sich auch in der Gentechnikfreiheit des biologischen Landbaus niederschlagen.
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