Gewässer in Österreich
Kapitel aus dem fünften Umweltkontrollbericht
Die Ergebnisse der Wassergüteerhebung zeigen Qualitätsprobleme im Grundwasser in erster Linie bei Nitrat. 18% der Messungen weisen Überschreitungen des Schwellenwertes von 45 mg/l Nitrat auf. Tendenzen zu einer Verbesserung der Situation sind bislang nur lokal feststellbar. Die Hauptursachen für diese Belastung sind in der Landwirtschaft zu suchen.
Neben Nitrat stellen Pestizide ein weiteres Problem für das Grundwasser dar. Spitzenreiter sind Atrazin und dessen Abbauprodukt Desethylatrazin. Die Zulassung von Atrazin wurde bereits 1995 aufgehoben. Mittelfristig ist somit mit einer Entspannung der Situation für Atrazin und in der Folge auch für Desethylatrazin zu rechnen. Da jedoch immer neue Wirkstoffe eingesetzt werden, muss mit den Auftreten neuer Problemsubstanzen gerechnet werden. Eine laufende Adaptierung des Analysenumfanges ist daher erforderlich.
Während Nitrat und Pestizide vor allem großflächig auf landwirtschaftlichen Flächen eingetragen werden, und demnach vielfach auch weite Grundwasserbereiche belasten, sind Verunreinigungen mit Chlorierten Kohlenwasserstoffen vor allem auf Punktquellen (etwa alte Deponien, Gewerbebetriebe usw.) zurückzuführen. Die gefundenen Belastungen zeigen deutliche regionale Unterschiede (Burgenland 97% der Messstellen praktisch unbeeinflusst, Wien nur etwa 25%).
Die Wasserqualität der Österreichischen Fließgewässer hat sich in den letzten Jahren deutlich verbessert. Ursache dafür war vor allem der mit intensivem Einsatz von Förderungsmitteln erreichte Ausbau von kommunalen und betrieblichen Kläranlagen. Mit der Verbesserung der stofflichen Belastung unserer Flüsse tritt der Aspekt der Gewässerstruktur vermehrt in den Vordergrund. In vielen Fällen ist es nicht mehr die Wasserqualität an sich, die der ökologischen Funktionsfähigkeit Grenzen setzt, sondern die Verbauung der Fließgewässer und - damit in Zusammenhang stehend - die Beeinträchtigung der Feuchtgebiete.
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