Boden

Kapitel aus dem sechsten Umweltkontrollbericht

Im Bodeninformationssystem BORIS (BOden – Rechnergestütztes InformationsSystem) des Umweltbundesamtes stehen Informationen von über 8500 Standorten aus mehr als 40 verschiedenen Untersuchungen in harmonisierter Form via Internet zur Verfügung.

 

Erste Auswertungen aus BORIS ergaben beispielsweise erhöhte Bleigehalte in den nördlichen Kalkalpen, in Tirol und in Kärnten. An 16 Acker-, an 34 Grünland- und an 91 Waldstandorten wird bei einer Mittelung der innerhalb von 0-20 cm Bodentiefe gemessenen Bleigehalte der Richtwert von 100 mg/kg überschritten.

Noch deutlicher fallen bei Kadmium die hohen Gehalte in den nördlichen Kalkalpen und in Südkärnten auf. Dies gibt wesentliche Hinweise auf den Staueffekt der nördlichen und südlichen Randalpen, der höhere Einträge verursacht. An 5 Acker-, 46 Grünland- und 131 Waldstandorten liegen die Kadmiumgehalte über dem Richtwert von 1 mg Kadmium pro kg Boden.

 

Diese Ergebnisse zeigen, dass die alpinen Böden durch den Eintrag von Luftschadstoffen besonders gefährdet sind und nur durch Emissionsminderungen auf internationaler Ebene wirksam geschützt werden könnten.

 

Zur Erhaltung und Verbesserung des Bodenzustandes sollte eine weitere Reduktion von Emissionen von versauernden und von im Boden akkumulierenden Schadstoffen auf nationaler Ebene angestrebt werden. Dies betrifft insbesonders Schwermetalle und persistente organische Schadstoffe, die durch Industrie, Gewerbe, Verkehr und Haushalt emittiert werden. Auch die direkten Schadstofffrachten - beispielsweise durch Aufbringen von Pestiziden, Handelsdünger und Sekundärrohstoffen (Klärschlamm, Komposte) - sollten minimiert werden. Um den grenzüberschreitenden Ferntransport von versauernden und im Boden akkumulierenden Schadstoffen zu reduzieren, ist vor allem eine Forcierung internationaler Abkommen zur Emissionsreduktion notwendig.

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