Landwirtschaft

Kapitel aus dem sechsten Umweltkontrollbericht

Die Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe in Österreich nahm seit 1970 um ca. 25% ab (Stand 1997: 250.229). Die Tierhaltung konzentrierte sich in diesem Zeitraum zunehmend; in immer weniger Betrieben werden im Durchschnitt immer mehr landwirtschaftliche Nutztiere gehalten.

 

Die durchschnittliche Betriebsfläche pro Betrieb stieg seit 1970 ebenfalls stetig an, bei Haupterwerbsbetrieben von 23 auf 36 Hektar, bei Nebenerwerbsbetrieben von 10 auf 12 Hektar.

 

Die Entwicklung des biologischen Landbaus in Österreich hat seit Beginn der 90er Jahre einen raschen Zuwachs erfahren, gegen Ende der 90er Jahre flachte sich die Zuwachskurve auf dem Niveau von ca. 20.000 Betrieben ab. Notwendiger Handlungsbedarf wird daher zum einen in den Bereichen Vermarktung und Öffentlichkeitsarbeit (Bewusstseinsbildung der Konsumenten) gesehen, zum anderen wird die Verbesserung der Informationsflüsse in den Bereichen Bildung und Beratung für die Weiterverbreitung des biologischen Landbaus in Österreich als notwendig erachtet.

 

Betreffend den Düngereinsatz in Österreich (Handels- und Wirtschaftsdünger) ist das Düngeniveau im Vergleich zu anderen EU-Staaten niedrig. Konzentrationsvorgänge in der Landwirtschaft und standörtliche Gegebenheiten können dennoch zu überhöhten Düngermengen auf hofnahen Flächen führen.

 

Die Möglichkeit der Landwirtschaft, erneuerbare Energieträger bereitzustellen, verdeutlicht ihre zentrale Rolle für ein nachhaltiges Wirtschaften zur Lösung von Umweltproblemen. Auf Grund der derzeit anhaltenden Preissteigerungen am Sektor der fossilen Energieträger werden erneuerbare Energieträger immer wichtiger und könnten einen Beitrag zur Energieautarkie liefern. Biodiesel beispielsweise als Ersatz für fossilen Treibstoff stammt vorwiegend aus der landwirtschaftlichen Produktion - aus Pflanzenölen (Raps und Sonnenblume).

 

Die Bedeutung der Landwirtschaft für die Erhaltung, Förderung und nachhaltige Nutzung der biologischen Vielfalt ist groß. Ein Beispiel dafür sind die Bemühungen zur Erhaltung von Streuobstbeständen.

 

Auf Ebene der EU wurden mit der Agenda 2000 und der Verordnung zur Entwicklung des ländlichen Raumes (VO (EG) Nr. 1257/1999) wichtige agrarpolitische Rahmenbedingungen zur Erhaltung von regionalen Strukturen und einer leistungsfähigen Landwirtschaft geschaffen. Damit wurden Produktpreisstützungen vermehrt eingeschränkt und an ihre Stelle traten Direktförderungen, umweltbezogene Leistungsabgeltungen und regionsspezifische Diversifikationsbemühungen. Umweltleistungen der Landwirte werden durch flächen-, sowie betriebs- und projektbezogene Direktzahlungen abgegolten.

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