Luft

Kapitel aus dem sechsten Umweltkontrollbericht

1999 war das erste Jahr, in dem Messungen gemäß Immissionsschutzgesetz Luft (IG-L) durchgeführt wurden, wobei auch Grenzwertüberschreitungen, in erster Linie bei den Schadstoffen Gesamtschwebestaub und Stickstoffdioxid, zu verzeichnen waren.

 

Gesundheitsstudien legen nahe, dass die derzeit in Österreich gemessenen Immissionsbelastungen durch Gesamtschwebestaub erhebliche Auswirkungen auf die Gesundheit der Bevölkerung haben könnten. Auch Überschreitungen des IG-L-Immissionsgrenzwertes (0,15 mg/m3 Gesamtschwebestaub als Tagesmittelwert) wurden gemessen. Schwerpunkt der Belastung waren dabei die Großstädte Wien, Graz und Linz, sowie einige verkehrs- bzw. industrienahe Standorte.

 

Die Emissionen der Ozonvorläufersubstanzen flüchtige organische Verbindungen (NMVOC) und Stickstoffoxide (NOx) sind in den letzten Jahren leicht gefallen (NMVOC) bzw. konstant geblieben (NOx). Die Gesamtmenge der anthropogen emittierten NMVOC betrug 1999 231.000 Tonnen, bei NOx 171.000 Tonnen. Die Ozonbelastung ist nach wie vor als hoch einzuschätzen. Überschreitungen einschlägiger Grenz- und Richtwerte des Ozongesetzes treten verbreitet auf. Diese Überschreitungen sind einerseits auf lokal erhöhte Emissionen und andererseits auf grenzüberschreitenden Schadstofftransport zurückzuführen.

 

Wichtigster Emittent der in den letzten Jahren etwa konstant gebliebenen Stickstoffoxidemissionen ist der Verkehr. Bei Stickstoffdioxid (NO2) sind fast alle Überschreitungen des Immissionsgrenzwertes des IG-L (0,20 mg/m3 als Halbstundenmittelwert) an verkehrsnahen Messstellen aufgetreten. Auffällig dabei ist, dass neben dem Belastungsschwerpunkt Wien in erster Linie die Bundesländer Tirol, Steiermark und Kärnten betroffen sind.

 

Die Emissionen von Schwefeldioxid haben im Berichtszeitraum von einem auch im internationalen Vergleich sehr niedrigen Niveau auf 42.000 Tonnen im Jahr 1999 weiter abgenommen.

 

Bei Kohlenmonoxid (CO) konnte eine weitere Abnahme der Emissionen festgestellt werden, ebenso trat im Berichtszeitraum lediglich eine Überschreitung des IG-L-Grenzwerts (10 mg/m3 als Achtstundenmittelwert) auf.

 

Die Emissionen der Schwermetalle Kadmium (Cd) und Quecksilber (Hg) sowie der persistenten organischen Schadstoffe polychlorierte Dibenzo-p-dioxine und polychlorierte Dibenzofurane ("Dioxine") und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAH) blieben im Berichtszeitraum weitgehend konstant. Dominierende Quelle ist bei den genannten Schadstoffen die Holzfeuerung, vor allem aus alten Anlagen im Privatbereich und Gewerbe (wie im Nahbereich von Industrieanlagen).

 

Die Emissionen von Ammoniak sanken im Berichtszeitraum leicht und lagen 1999 bei 71.000 Tonnen. Wichtigster Verursacher der österreichischen Ammoniakemissionen ist die Landwirtschaft. Ammoniak (und Ammonium) ist deswegen von Bedeutung, da es bei Eintrag in Böden und Gewässern zur Versauerung und zur Überdüngung (= Eutrophierung) beiträgt. Insgesamt ist die von der Versauerung betroffene Fläche in Österreich in den letzten Jahren deutlich auf inzwischen 10% der gesamten Ökosystemfläche zurückgegangen. Hingegen sind noch immer zwei Drittel der Vegetationsfläche von der Überdüngung betroffen.

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