Überblick

Auswahl wesentlicher Erfolge bzw. Defizite der Umweltentwicklung seit dem Fünften Umweltkontrollbericht in Österreich

PLUS MINUS
  Der Flächenverbrauch in Österreich beträgt 7 – 12 m² pro Person und Jahr.
Bei den Emissionen von Kohlenmonoxid (CO) konnte eine weitere Abnahme fest­gestellt werden. Zunahme der CO2-Emissionen von 1990 bis 1999 um 5,9 %.
Die Emissionen von Schwefeldioxid haben von einem auch im internationalen Vergleich sehr niedrigen Niveau auf 42.000 Tonnen im Jahr 1999 weiter abgenommen. Seit Mitte der 90er Jahre Stagnation der Stickoxid (NOx)-Emissionen.
Keine Überschreitungen der Immissions­grenzwerte für CO, Benzol, Blei; SO2-Immis­sionsgrenzwerte werden weitgehend einge­halten (Ausnahme: Grenzüberschreitender Schadstofftransport). Nach wie vor Überschreitungen bei Immissionsgrenzwerten für Stickstoffdioxid (NO2) (Hauptverursacher: Verkehr) und Schwebestaub; dadurch negative Auswir­kungen auf die Gesundheit.
  Die Ozonbelastung durch bodennahes Ozon ist nach wie vor hoch, Überschreitungen einschlägiger Grenz- und Richtwerte des Ozongesetzes treten verbreitet auf.
  Die Ozonschicht über Österreich hat – gemittelt über die Jahre 1993 bis 1999 – um 8 % gegenüber dem langjährigen Mittel der Jahre 1926 bis 1979 abgenommen.
Weiterer Rückgang der Ökosystemfläche, die von der Versauerung bedroht ist. Hoher Anteil an Ökosystemfläche, die von Überdüngung bedroht ist.
Erstmals österreichweiter Zugriff auf Bodendaten via Internet über das Boden­informationssystem BORIS möglich. Erhöhte Gehalte an Schadstoffen im Boden (Schwermetalle wie Pb und Cd bzw. orga­nische Schadstoffe) auf zahlreichen Stand­orten, vor allem im Wald.
  Neben dem Flächenverbrauch stellt Boden­abtrag durch Erosion eine der bedeutend­sten Belastungen der Ressource Boden dar. Schätzungen liegen zwischen 380.000 und 625.000 ha erodierter Ackerfläche.
Der positive Trend zur besseren Wasserqualität bei Flüssen, Bächen und Seen setzt sich fort. Gewässerstruktur: Untersuchungen an 56 großen Flüssen (exkl. der Donau) belegten, dass nur 6 % der analysierten über 5.000 Flusskilometer noch dem natürlichem Fluss­typ entsprechen. Trotz Verbesserungen bleibt die Nitrat-Belastung weiterhin das Hauptproblem bei der Grundwasserbewirtschaftung.
Für das vor allem im Maisanbau eingesetzte Atrazin hat sich das Anwendungsverbot (durch Aufhebung der Zulassung) bewährt. An 72 % der wegen ihrer höheren Atrazin­belastung ausgewählten 247 Messstellen nimmt die Konzentration ab, an 24 % bleibt diese gleich und an 3,6 % musste ein Aufwärtstrend festgestellt werden.  
Der Pflanzenschutzmittelverbrauch ist seit 1997 in Österreich um mindestens 200 Tonnen zurückgegangen. Die ursprüngliche Zielvorgabe des BMLF (österr. UW-Programm; BMLF 1996a), näm­lich eine 20 %ige Verbrauchsreduktion in 5 Jahren auf der Basis des Pflanzenschutz­mittel-Wirkstoffverbrauchs 1994 (3.620 t) wird wahrscheinlich nicht erreicht werden, wie die derzeitige Verbrauchstendenz zeigt.
Eine Entscheidung gegen einen land­wirtschaftlichen Einsatz von Lindan in der EU hat zur Folge, dass bis 1.7.2001 die Zulas­sungen aller Lindan-haltigen Pflanzen-schutzmittel im gesamten EU-Raum auf-gehoben werden mussten und 1.7.2002 keine derartigen Produkte mehr gelagert und/oder abverkauft werden dürfen.  
Das In-Kraft-Treten des nationalen Biozid-Produkte-Gesetzes mit 1.10.2000 ermöglicht erst­mals eine umfassende Prüfung und Be­wertung der toxikologischen und ökotoxiko­logischen Eigenschaften von Biozid-Produk­ten im Rahmen eines Zulassungsverfahrens. Leider impliziert das neue Biozid-Produkte-Gesetz keine gesetzliche Meldepflicht der in Verkehr gebrachten Biozid-Wirkstoffmengen.
Niedriges Düngeniveau im Vergleich zu anderen EU-Staaten. Durch Konzentrationsvorgänge bei der Tier­haltung und standörtliche Gegebenheiten kann es lokal zu überhöhten Düngermengen auf hofnahen Flächen kommen.
Die Landwirtschaft hat durch die Möglichkeit, erneuerbare Energieträger bereitzustellen und zu nutzen, eine zentrale Rolle für eine nachhaltige Wirtschaftsweise. Die Entwicklung des biologischen Land­baus in Österreich hat seit Beginn der 90er Jahre einen raschen Zuwachs erfahren, gegen Ende der 90er Jahre flachte sich die Zuwachskurve auf dem Niveau von ca. 20.000 Betrieben ab.
Waldfläche und Holzvorrat haben zuge­nommen und zeugen von mengenmäßiger Nachhaltigkeit. Die Tendenz zu mehr Natur­verjüngung in der letzten Dekade kann als Indiz für mehr Naturnähe in der Bewirtschaf­tung Österreichs Wälder gesehen werden. Weiters günstig: Zunahme der Anzahl von geschützten Wäldern auf Basis von Vertrags­naturschutz. Die Belastungssituation von Österreichs Wäldern hat sich nur in wenigen Teilbe­reichen verbessert. Trotz zahlreicher Maß­nahmen zur Verringerung der Luftverunreini­gung liegt die Belastung durch Luftschad­stoffe tlw. über Richt- und Grenzwerten zum Schutz des Waldes (z. B. Ozon,  Stickstoff­verbindungen). Regional stellt die Belastung mit Schalenwild weiterhin eine ernsthafte Gefährdung der Wirkungen der Wälder (z. B. Schutz vor Elementargefahren) dar, lokal kommen Waldweideschäden hinzu.
Naturschutzrechtlich geschützte Flächen: Rund 25 % des Bundesgebietes stehen bereits in den verschiedenen Kategorien des Flächenschutzes unter Schutz. Für Österreich liegt seit 1999 eine Neubearbeitung der Roten Listen gefähr­deter Pflanzen vor: Die Anzahl der aufge­listeten, mehr oder weniger stark gefährdeten Arten ist im Vergleich zur Bearbeitung aus dem Jahr 1986 um fast 13 % angestiegen.
  Die Evaluierung der österreichischen Strategie zur Umsetzung des Überein­kommens über die biologische Vielfalt zeigt Defizite auf und definiert den erforderlichen Handlungsbedarf, um das UN-Übereinkommen in Österreich erfolgreich umsetzen zu können.
Fortschritte bei der Reduktion der Schadstoffemissionen aus dem Verkehr (Blei, SO2, Kohlenwasserstoffe, CO), was jedoch durch die Zunahme der Fahrleistungen überlagert wird. Starker Anstieg des Personen- und Güterverkehrs: 122 Mrd. Personenkilometer im Jahr 2000 (1970: 61 Mrd.), davon beinahe 65 % motorisierter Individualverkehr (Pkw, Mofa, Motorrad) und etwa 7 % Flugverkehr. Anstieg bei Güterverkehr von 1987-1998 um fast 120 %. Kontinuierliche Zunahme an CO2 durch die steigenden Fahrleistungen: 35 % innerhalb der letzten 19 Jahre.
  In einer Studie der WHO werden auf Luftverschmutzung durch den Straßenver­kehr (insbesondere durch Feinstaub) ca. 2.400 Todesfälle/Jahr in Österreich zu­rückgeführt (=doppelt so viele Tote wie bei Verkehrsunfällen). Die durch straßenver­kehrsbedingte Luftverschmutzung hervorge­rufenen Kosten betragen ca. 40 Mrd. Schilling..
  Stagnation bei der Minderung von Luftschadstoffemissionen der Industrie seit 1995.
Im Bereich Industrie sind einige Anlagen beispielgebend für Emissionsbegrenzung nach dem Stand der Technik insbesondere im europäischen Vergleich. Diese Anlagen zeichnen sich durch ein niedriges Emissions­niveau aus. Die Anwendung des Standes der Technik  zur Emissionsminderung wird mitunter nicht einheitlich gehandhabt. In einzelnen Branchen bestehen erhebliche Unterschiede beim Einsatz von Emissionsminderungs­technologien und erreichten Minderungs­raten. Durch Maßnahmen entsprechend dem Stand der Technik wären in einigen Bereichen noch deutliche Emissions­minderungen möglich.
Bei Luftschadstoffemissionen, auch im Bereich Industrie, besteht eine gute Daten­lage auf Grund von Berichtspflichten an die EU-Kommission und auf Basis des LRG-K. Im Bereich Industrie gibt es Defizite in der Datengrundlage bei etlichen Abwasseremis­sionsparametern, beim Wasserverbrauch und bei nicht gefährlichen Abfällen. Beim Wasserverbrauch der Industrie werden nur mehr etwa 8 % statistisch erfasst, da der ursprünglich mengenorientierte Ansatz durch einen wertorientierten Ansatz ersetzt wurde.
  Für die Verbrennung von Abfällen in Industrieanlagen, welche eine steigende Ten­denz aufweist, gelten nicht die gleichen strengen Anforderungen an die Emissions­minderung wie für Abfallverbrennungsan­lagen.
Die Lärmstörung hat sich erneut vermindert und ist seit 1970 auf die Hälfte gesunken. Trotz Verbesserungen fühlen sich noch immer 25 % der Bevölkerung durch Lärm gestört.
Im europäischen Vergleich liegt Österreich bei der Registrierung nach EMAS nach wie vor hinter Deutschland im Spitzenfeld.  
Die Massen der getrennt erfassten und verwerteten Abfälle sind angestiegen. Das gesamte Abfallaufkommen ist gestie­gen. Dies ist jedoch – mit Ausnahme bei den Abfällen aus Haushalten und ähnlichen Einrichtungen – zumeist nicht nur als Zunahme des Aufkommens zu interpretieren, sondern auch auf eine verbesserte statistische Erfassung von Abfallströmen zurückzuführen.
Die Massen an Rest- und Sperrmüll, die direkt und unbehandelt auf Deponien ge­langten, sind annähernd gleich geblieben, obwohl das gesamte Aufkommen an Abfällen aus Haushalten und ähnlichen Ein­richtungen im selben Zeitraum um rd. 320.000 gestiegen ist. Das zusätzliche Aufkommen wurde durch Erfolge bei den getrennten Sammlungen aufgefangen. Zur künftigen thermischen Behandlung ausgewählter nicht gefährlicher Abfälle  fehlen derzeit noch Anlagenkapazitäten. Zur Abdeckung des Fehlbedarfs sind jedoch bereits umfassende Planungen im Gange.  
Zur Sortierung und Verwertung getrennt erfasster Altstoffe und biogener Abfälle stehen bundesweit ausreichende Anlagenka­pazitäten zur Verfügung.  
Gesetzliche Fortschritte im Bereich der Gentechnik (Gentechnikgesetz, Cartagena-Protokoll).  
  Ungenügende Steigerung der Energieeffi­zienz durch Althaussanierung.

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