Situation und Trends

Energieverbrauch und -aufbringung in Österreich weiter steigend

Bruttoinlandsverbrauch

Abbildung 1: Bruttoinlandsverbrauch nach Energieträgern. Abbildung 1: Bruttoinlandsverbrauch nach Energieträgern.

Der Bruttoinlandsverbrauch (BIV)2) an Energie betrug im Jahr 2005 1.441 Petajoule (PJ)3). Gegenüber dem Wert von 1.313 PJ im Jahr 2002 kam es zu einer durchschnittlichen jährlichen Steigerung von 3,3%. Die Dominanz der fossilen Energieträger Erdöl und Erdgas hat sich im Zeitraum 2002 bis 2005 noch verstärkt.

2) Der BIV entspricht der Energiemenge, die insgesamt zur Deckung des Inlandsbedarfes notwendig war.

3) 3,6 Petajoule = 1 TWh = 1.000 GWh.

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Energetischer Endverbrauch

Der energetische Endverbrauch4) stieg im Jahr 2005 im Vergleich zum Jahr 2002 von 1.014 PJ auf 1.108 PJ, das entspricht einer jährlichen Steigerung um 3,1%. Die Differenz vom energetischen Endverbrauch zum Bruttoinlandsverbrauch ergibt sich durch Verluste bei der Umwandlung von Primärenenergie zu Endenergie, dem Verbrauch des Sektors Energie und dem nicht energetischen Verbrauch (z.B. Einsatz im Hochofen oder Einsatz von Erdgas und Erdöl im Bereich Petrochemie).

 

4) Der energetische Endverbrauch ist die Energiemenge, die dem Verbraucher/der Verbraucherin für die Umsetzung in Nutzenergie (u.a. Raumheizung, Beleuchtung, mechanische Arbeit) zur Verfügung gestellt wird.

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Abbildung 2: Energetischer Endverbrauch nach Sektoren. Abbildung 2: Energetischer Endverbrauch nach Sektoren.

Der Energetische Endverbrauch im Jahr 2005 gliederte sich in die Sektoren Verkehr (31%), produzierender Bereich (28,7%), private Haushalte (25,8%), öffentliche und private Dienstleistungen (12,3%) und Landwirtschaft (2,3%) (STATISTIK AUSTRIA 2006). Die größten Steigerungen im Zeitraum 2002-2005 gab es im Sektor Verkehr (4,5% p. a.), gefolgt vom produzierenden Bereich (2,9% p. a.) und von den Haushalten (2,8% p. a.) (siehe Abbildung 2).

Abbildung 3: Energetischer Endverbrauch nach Sektoren und Energieträgern im Jahr 2005. Abbildung 3: Energetischer Endverbrauch nach Sektoren und Energieträgern im Jahr 2005.

Im Sektor Verkehr dominieren Erdölprodukte den energetischen Endverbrauch. Der Gesamtabsatz an Kraftstoffen in Österreich betrug im Jahr 2005 8,35 Mio. t, davon entfielen 6,28 Mio. t auf Dieselkraftstoffe, 2,07 Mio. t auf Benzin und 96.000 t auf Biokraftstoffe (° Kapitel 14).


Bei Haushalten und Dienstleistungen ist die Aufteilung der Energieträger relativ ausgeglichen, im produzierenden Bereich sind Erdgas und Strom maßgeblich (siehe Abbildung 3).

Energieumwandlung - Verwendung und Aufbringung von Strom und Abwärmenutzung

Infolge des steigenden Stromendverbrauchs (der Inlandsstromverbrauch excl. Pumpstromverbrauch stieg im Zeitraum 2002 bis 2005 durchschnittlich um 2,7% p. a.) stieg auch die Stromaufbringung im Inland.


Die größten Stromverbraucher waren im Jahr 2005 der produzierende Bereich (42,3%) sowie die Bereiche Haushalte (26,0%) und private und öffentliche Dienstleistungen (23,7%). Im Zeitraum 2002-2005 war die größte Steigerung im produzierenden Bereich (3,7% p. a.) zu verzeichnen (STATISTIK AUSTRIA 2006).

Abbildung 4: Energiebilanz zu Verwendung und Aufbringung für das Jahr 2005, gesamte Versorgung. Abbildung 4: Energiebilanz zu Verwendung und Aufbringung für das Jahr 2005, gesamte Versorgung.

Verwendungsseitig ist in den letzten Jahren neben dem Endverbrauch auch der Bedarf für die Pumpspeicherung bei Speicherkraftwerken gestiegen. Die Stromexporte lagen im Jahr 2005 deutlich über den Werten der Vorjahre, im Vergleichszeitraum kam es zu einem Anstieg um etwa 21% (siehe Abbildung 4).

 

Aufbringungsseitig hängt die Stromerzeugung aus Wasserkraft stark von der Wasserführung ab. 2002 lag der Erzeugungskoeffizient5) noch bei 1,08, im Jahr 2003 nur bei 0,86 und im Jahr 2005 wiederum bei 0,98.

 

5) Dieser gibt an, wie viel Prozent vom jährlichen Regelarbeitsvermögen tatsächlich erzeugt wurde.

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Hier kam es zu einer weitgehenden Aufhebung des hydraulischen Verbundes.6) Durch die Errichtung von Pumpspeicherkraftwerken wird zunehmend Grundlaststrom (auch aus Importen) in Spitzenstrom umgewandelt.

 

6) Abstimmung des Betriebs von Wärmekraftwerken auf die Wasserkrafterzeugung.

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Große Steigerungsraten gab es im Zeitraum 2002-2005 bei der Erzeugung aus Windenergie. Mit Stand 30. Juni 2006 sind als Folge der Ökostromförderung Anlagen mit einer installierten Leistung von 960 MW in Betrieb. Mit Stand 30. März 2006 waren insgesamt 171 Windparks mit 641 Windrädern mit einer Gesamtleistung von 993 MW genehmigt. Die Stromproduktion dieser Anlagen lag im Jahr 2005 bei insgesamt 1,33 TWh (E-CONTROL 2006b).

 

Die Stromerzeugung aus fossiler Wärmekraft ist gestiegen. Diese lag im Jahr 2005 über dem wegen der geringen Wasserkrafterzeugung als untypisch angesehenen Jahr 2003 (siehe Abbildung 4). Im Jahr 2005 wurde mehr als die Hälfte der Stromerzeugung aus Wärmekraft mittels Erdgas bereitgestellt (50,2%). Kohle (inklusive Kohlederivate) hatte einen Anteil von 32,5%, biogene Brennstoffe (inklusive Klärschlamm, Ablauge, biogene Abfälle) trugen 9,4% und Ölderivate 6,3% zur Stromerzeugung bei (E-CONTROL 2006a).

 

Bei den kalorischen Kraftwerken werden derzeit große Gaskraftwerke geplant, welche durchwegs einen hohen Wirkungsgrad der Verstromung aufweisen. Allerdings ist bei einigen großen Projekten, wie bei dem Gas- und Dampfturbinen-Kombinationskraftwerk in Mellach und dem Gas- und Dampfturbinenkraftwerk in Timelkam, nur eine äußerst geringe Abwärmenutzung vorgesehen (BMLFUW 2005a, b).

 

Aufgrund der Deponieverordnung gingen in den vergangenen Jahren zahlreiche Abfallverbrennungsanlagen in Betrieb. Bei Abfallverbrennungsanlagen an Industriestandorten (z.B. Reststoffverwertung Lenzing, Thermische Reststoffverwertung Niklasdorf) wird die umgewandelte Energie in Form von Strom und Wärme sehr effizient genutzt. Mit Ausnahme weniger Anlagen ist die Wärmenutzung der anderen Abfallverbrennungsanlagen (auch in Ballungsräumen mit potenziellen Abnehmern) wenig effizient und hat großes Verbesserungspotenzial, wie beispielsweise bei der Welser Abfallverwertung Linie I und II, der AVN Dürnrohr und der KRV Arnoldstein (UMWELTBUNDESAMT & ENERGIEAGENTUR 2006).

 

Mit Stand 30. Juni 2006 wurden als Folge der Ökostromförderung Biomasse(heiz)- kraftwerke mit einer Gesamtleistung von 235 MW und Biogasanlagen mit einer Gesamtleistung von 57 MW in Betrieb genommen. Die Stromproduktion dieser Anlagen lag im Jahr 2005 bei insgesamt 0,81 TWh (E-CONTROL 2006b). Mit Stand 31. März 2006 sind 166 Anlagen auf Basis fester Biomasse mit einer Leistung von insgesamt 403 MW sowie 325 Biogasanlagen mit einer Leistung von insgesamt 81 MW (E-CONTROL 2006b) genehmigt. Bei vielen Anlagen wird die Abwärme wenig effizient genutzt. Mit der Novelle 2006 des Ökostromgesetzes wurde für Biomasse-KWK-Anlagen, die bis Ende 2004 genehmigt wurden und bis Ende 2007 in Betrieb gehen, ein "nachträglicher Förderanreiz" zur Wärmeauskopplung und -nutzung geschaffen (§ 11 Ökostromgesetz).

 

Die Stromimporte nach Österreich sind in den letzten Jahren deutlich gestiegen, im Vergleichszeitraum von 2002 bis 2005 um 33% (siehe Abbildung 4). Im Jahr 2005 wurden um 2,66 TWh mehr Strom importiert als exportiert.

 

Aufgrund des beständig steigenden Stromimportbedarfs hat Österreich auch einen Atomstromanteil im Strommix. Es fehlen derzeit jedoch noch nähere Bestimmungen gemäß § 45 ELWOG über die Ausgestaltung der Nachweise zu den verschiedenen Primärenergieträgern und der Stromkennzeichnung für die in Österreich bereitgestellte Strommenge unter Miteinbeziehung der Stromimporte. Genaue Angaben über den Atomstromanteil liegen dem Umweltbundesamt nicht vor.

Entwicklung der Energieintensität und der Energieeffizienz

Abbildung 5: Zusammenhang Energieverbrauch und Bruttoinlandsprodukt. Abbildung 5: Zusammenhang Energieverbrauch und Bruttoinlandsprodukt.

Ein Indikator für die Entkoppelung von Energieverbrauch und Wirtschaftswachstum ist der Quotient Energieverbrauch/Bruttoinlandsprodukt - die so genannte Energieintensität. Eine längerfristige Betrachtung zeigt, dass diese im Zeitraum 1990-2005 annähernd gleich geblieben ist, also keine wesentliche Entkoppelung des Energieverbrauches vom Wirtschaftswachstum stattgefunden hat. Seit dem Jahr 2000 hat die Energieintensität wiederum deutlich zugenommen, womit der energetische Endverbrauch - bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt - im Zeitraum 2002-2005 durchgehend über den Werten des Jahres 1990 lag (siehe Abbildung 5).

Die Energieintensität kann jedoch nicht unmittelbar als Maß für die Ziele der Energieeffizienzrichtlinie bzw. den ersten Aktionsplan für Energieeffizienz, der bis 30. Juni 2007 vorzulegen war, herangezogen werden: Einerseits sind von der Energieeffizienzrichtlinie einige Bereiche ausgenommen (Unternehmen, welche dem Emissionshandel unterliegen) und andererseits sind für die Messung der Energieeffizienz neben dem BIP auch andere Bezugsgrößen (u.a. zeitliche Nutzung von Fahrzeugen, Heizgradtage) heranzuziehen. Entsprechende Berechnungsgrundlagen sollen mit dem Energieeffizienzaktionsplan vorliegen.

 


Am Verkehrssektor gibt es eine freiwillige Selbstverpflichtung der Automobilhersteller, die CO2-Emissionen neu zugelassener Pkw bis 2008/2009 auf 140 g pro Kilometer zu beschränken. 2005 lagen diese Werte bei 165 g/km bei Dieselfahrzeugen, bei Benzinfahrzeugen bei 161 g/km (UMWELTBUNDESAMT 2006a) (° Kapitel 14). Die Europäische Kommission hat den Vorschlag gemacht, die CO2-Emissionsreduktionsziele rechtlich verbindlich mit 130 g CO2/km (motortechnische Maßnahmen) bzw. 120 g CO2/km (inkl. ergänzender technischer Maßnahmen) für das Jahr 2012 festzuschreiben.

Einsatz von erneuerbaren Energieträgern

Im Zeitraum 2002-2005 verzeichneten die erneuerbaren Energieträger eine Zunahme von 298,7 PJ auf 307,5 PJ7), das bedeutet einen Anstieg von 1,6%. Der Anteil an erneuerbaren Energieträgern am Bruttoinlandsverbrauch lag damit im Jahr 2002 bei 21,7%, im Jahr 2004 bei 21,5% und im Jahr 2005 bei 20,0% (STATISTIK AUSTRIA 2006). Der deutlich niedrigere Anteil im Jahr 2003 (19,1%) ergibt sich durch die niedrige Wasserkrafterzeugung im Jahr 2003. Ohne Wasserkraft verzeichneten die Erneuerbaren im Zeitraum 2002-2005 eine Steigerung von 155,2 PJ (2002) auf 178,4 PJ (2005).

 

7) Hier sind der nicht biogene Anteil von Hausmüll und industrielle Abfälle (2002: 14,6 PJ bzw. 1,1% des BIV; 2005: 18,6 PJ bzw. 1,3% des BIV) mitberücksichtigt.

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Laut Hintergrunddokument der Europäischen Kommission zum "Energiepaket 2007" (EK 2007) lag Österreich im Jahr 2004 beim Anteil erneuerbarer Energien am Gesamtenergieverbrauch des jeweiligen Mitgliedstaates hinter Lettland (36%), Schweden (26%) und Finnland (24%) mit einem Anteil von rund 21% an vierter Stelle. Für die gesamte EU hat dieser Anteil im Jahr 2004 rund 6,4% betragen (davon 4,2% aus Biomasse/Abfall und 1,5% aus Wasserkraft).

 

Österreich hatte im Jahr 2004 mit 5,9% zur europäischen Energieerzeugung aus erneuerbaren Energieträgern beigetragen. Bei der europäischen Stromerzeugung aus erneuerbaren Energieträgern lag der Beitrag Österreichs bei 9,8%. Der österreichische Anteil am Gesamtenergieverbrauch der EU lag 2004 nur bei 1,8%.

Erneuerbare Energieträger in der Stromerzeugung

Abbildung 6: Erneuerbare Energieträger in der Stromerzeugung, Anteil am Bruttoinlands- stromverbrauch. Abbildung 6: Erneuerbare Energieträger in der Stromerzeugung, Anteil am Bruttoinlands- stromverbrauch.

Bei der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energieträgern an der Gesamtstromerzeugung des jeweiligen Mitgliedstaates lag Österreich im Jahr 2006 (vorläufige Daten) mit einem Anteil von rund 59,1% vor Lettland (57,4%) an erster Stelle vor Schweden (44,4%) und Slowenien (24,8%) (lt. Eurostat 2007). Für die gesamte EU lag der Anteil erneuerbarer Energieträger an der Gesamtstromerzeugung im Jahr 2006 bei rund 14,4%.

 

In Abhängigkeit von der Großwasserkrafterzeugung lag der Anteil an erneuerbaren Energieträgern am Inlandsstromverbrauch bei 53,8-66,3% (siehe Abbildung 6).

Abbildung 7: Anteil Ökostrom an der Gesamtabgabe aus öffentlichen Netzen an Endverbraucher. Abbildung 7: Anteil Ökostrom an der Gesamtabgabe aus öffentlichen Netzen an Endverbraucher.

Die Stromproduktion aus "neuen erneuerbaren Energieträgern"8) stieg im Zeitraum 2002-2005 von 0,41 TWh auf 2,21 TWh, die Anteile bezogen auf die Gesamtabgabemenge von 0,8% im Jahr 2002 auf 4,2% im Jahr 2005 (siehe Abbildung 7). Die E-Control prognostiziert für 2007 einen Anteil an neuen erneuerbaren Energieträgern von 8,8%, wobei diese Zahlen bereits den Genehmigungsboom des Jahres 2004 beinhalten (E-CONTROL 2006b).

 

8) Die Erzeugung aus Wasserkraft (inkl. Kleinwasserkraft) sowie auf Basis von Tiermehl, Ablauge, Klärschlamm oder Abfällen (ausgenommen Abfälle mit hohem biogenem Anteil) ist hier nicht einzurechnen.

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Erneuerbare Energieträger in der Wärmeerzeugung

Während die Verwendung von Brenn- und Scheitholz in Einzelöfen weitgehend stagniert (2002: 17,95 TWh; 2005: 18,00 TWh; STATISTIK AUSTRIA 2006), stieg in den letzten Jahren die Fernwärmeproduktion aus Biomasse9) (2002: 2,7 TWh; 2005: 3,4 TWh; STATISTIK AUSTRIA 2006). Große Steigerungsraten gab es beim Einsatz von Pellets (2002: 0,59 TWh; 2005: 1,46 TWh), wobei es im Zeitraum 2005/2006 abermals zu einem Zuwachs um 27% auf 1,86 TWh kam - die inländische Produktion lag bei 2,96 TWh.10) Auch bei der Wärmeproduktion mit Solarkollektoren ist ein Anstieg zu verzeichnen (2002: 0,85 TWh; 2005: 1,06 TWh; STATISTIK AUSTRIA 2006).

 

9) Erzeugung von Fernwärme aus flüssiger, gasförmiger und fester Biomasse ohne biogenem Anteil Hausmüll bzw. industrielle Abfälle; Die Fernwärmeerzeugung aus Abfällen (biogen und nicht biogen) betrug im Jahr 2002 1,02 TWh und im Jahr 2005 0,97 TWh.

10) Berechnungen nach Mengenangaben von PROPELLETS (pers. Mitt. GF Dr. Christian Rakos vom 6. Februar 2007) mit einem Mindestheizwert von 4,8 KWh/kg lt. ÖNORM M 7135.

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Die Nutzung von Abwärme im Zuge der Stromproduktion aus Biomasse erfolgte bisher nur in einem geringen Ausmaß. Im Rahmen der Ökostromgesetznovelle 2006 wurde ein Mindesteffizienzkriterium (Brennstoffnutzungsgrad von mindestens 60%) eingeführt, welches in Zukunft für Neuanlagen die Abwärmenutzung bei der Verbrennung von fester, flüssiger und gasförmiger Biomasse sicherstellen soll. Laut § 2 der Ökostromverordnung 2006 ist die Erreichung des gesetzlichen Brennstoffnutzungsgrades durch ein entsprechendes Konzept vor Inbetriebnahme der Anlage zu belegen. Auf europäischer Ebene ist eine Richtlinie zur Wärmenutzung aus erneuerbaren Energieträgern in Ausarbeitung.

Erneuerbare Energieträger in der Mobilität

In Österreich wurde die Biokraftstoffrichtlinie mit einer Novelle zur Kraftstoffverordnung umgesetzt, die eine verpflichtende Substitution (kann auch über puren Einsatz erfolgen) ab dem Jahr 2008 von 5,75% Biokraftstoffen (Bioethanol und Biodiesel - die derzeit gängigsten Alternativen, die auch MÖSt-befreit sind) zu Benzin und Diesel vorschreibt (° Kapitel 5, ° Kapitel 14). Der Anteil biogener Kraftstoffe lag im Jahr 2005 tatsächlich bei 3,2% (UMWELTBUNDESAMT 2006b), der überwiegende Anteil war Biodiesel.