Gesundheit
Der Mensch ist vielfältigen Einflüssen aus der Umwelt ausgesetzt, die sein Wohlbefinden beeinträchtigen und seine Gesundheit schädigen können.
Nach einer von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) unterstützten Studie sind bis zu 20% aller Todesfälle bei Kindern unter vier Jahren in den Ländern Europas, einschließlich der Staaten der ehemaligen UdSSR, auf die Folgen von Luftverschmutzung (inkl. Innenräume) sowie auf verunreinigtes Wasser zurückzuführen (VALENT et al. 2004). Kinder sind insbesondere gegenüber Luftverschmutzung besonders empfindlich (WHO 2005).
Dies bestätigt, dass Umweltschutz auch dem Schutz der Gesundheit und somit einer nachhaltigen Gesundheitsvorsorge (UN 1992, Kapitel 6 der Agenda 21) dient. Die Österreichische Nachhaltigkeitsstrategie (BMLFUW 2002) hat die Erhaltung einer intakten Umwelt und der Gesundheit – auch zukünftiger Generationen – zum Ziel.
Darüber hinaus spielt Gesundheit eine wichtige Rolle für das langfristige Wirtschaftswachstum. Die Folgekosten von Krankheiten sind hoch: Beispielsweise werden die jährlich in Europa durch Lungenerkrankungen verursachten Kosten auf 102 Mrd. € geschätzt (EUROPEAN LUNG WHITE BOOK 2004).
Die Zusammenhänge zwischen Umweltbelastungen und gesundheitlichen Wirkungen sind oft komplex und von der individuellen Konstitution sowie vom Lebensstil abhängig. Die gesundheitlichen Auswirkungen von Umweltbelastungen zu erkennen und zu minimieren ist Ziel der Umwelt- und Gesundheitsstrategie (SCALE) der EU (EK 2003); eines der Instrumente zu ihrer Umsetzung ist der Europäische Umwelt- und Gesundheitsaktionsplan 2004–2010 (EK 2004, EU 2006). Die Entwicklung einer umfassenden, medienübergreifenden Überwachung der Umwelt ist ebenso Teil des Aktionsplans (Aktion 1) wie die Etablierung von Humanbiomonitoring als Bewertungsinstrument für Umweltpolitik (Aktion 3). Eine verbesserte Koordinierung und Zusammenarbeit auf dem Gebiet Umwelt und Gesundheit werden ebenfalls gefordert (Aktion 4). Durch das 7. Forschungsrahmenprogramm der Europäischen Union werden Forschungsarbeiten zu Wechselwirkungen zwischen umweltbezogenen Risikofaktoren und der menschlichen Gesundheit gefördert (EU 2007).
Unter Federführung der WHO wurde der Environmental Health Action Plan for Europe (EHAPE; WHO 1994) entworfen, der als Grundlage für die nationalen Aktionspläne der europäischen Länder diente. In Österreich wurde der Nationale Umwelt- und Gesundheitsaktionsplan (BMUJF 1999) entwickelt. Im Rahmen der 4. Umwelt und Gesundheitskonferenz der WHO Europa in Budapest wurde der Children`s Environment and Health Action Plan for Europe (CEHAPE) erstellt, da die umweltbedingte Krankheitslast bei Kindern größer ist als bei Erwachsenen (WHO 2004, 2005).
Der Schutz der Gesundheit fließt auch in die Umweltgesetzgebung ein: Beispielsweise ist das Ziel der Thematischen Strategie zur Luftreinhaltung (CAFE; EK 2005) eine Luftqualität, die keine erheblichen negativen Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit hat. Dieses Ziel ist auch unter anderem im Immissionsschutzgesetz Luft (IG-L) festgeschrieben. In der europäischen Wasserrahmenrichtlinie ist der Schutz der Gesundheit ebenfalls verankert.
Da die meisten im vorliegenden achten Umweltkontrollbericht behandelten Umweltthemen auch gesundheitsrelevante Komponenten haben, werden diese Aspekte in jedem Kapitel behandelt. Sie finden sich im jeweiligen Unterkapitel „Zusammenfassende Bewertung und Ausblick“ im Abschnitt „Gesundheit“.
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